Ohne meine Tochter
25.02.2009 | 15:22 Uhr 2009-02-25T15:22:00+0100Wuppertal. Yeliz Evrensel wurde erst zwangsverheiratet, dann verprügelt. Als sie anfing, sich zu wehren, tauchte ihr Mann mit der Tochter in der Türkei ab.
„Ich war 14, als meine Mutter anfing, mir Fotos von meinem Cousin zu zeigen.” Ganz ruhig erzählt Yeliz Evrensel ihre Geschichte. Die beginnt wie eine türkische Klischee-Klamotte und endet wie ein Krimi. Das Problem: Sie will nicht zu dem passen, was man sieht.
Eine kluge, junge Frau. 26 Jahre alt, selbstständig, perfektes Deutsch. „Kennen Sie dieses Mädchen, das in der Schule immer Klassensprecherin ist, das sich bei Referaten meldet und bei allen beliebt ist? So eine war ich.” Das passt schon besser. Und doch ist es ein und dieselbe Person. Yeliz, die bei Klassenfahrten dabei ist, obwohl andere Kinder türkischer Eltern nicht mitfahren dürfen. Und Yeliz, die mit ihrem Cousin zwangsverheiratet wird. Die bei ihm bleibt, obwohl er sie schlägt. Und die jetzt beim Anwalt sitzt, weil ihr Mann ihre Tochter entführt hat.
Es war 1998, Yeliz war mit ihren Eltern in der Türkei. „Mustafa wird dir ein guter Ehemann sein”, sagte ihre Mutter. „Er war wie ein Bruder für mich”, sagt Yeliz. Abhauen? Daran habe sie nie gedacht. „Dafür habe ich meine Familie zu sehr geliebt.” Ihr Bruder versucht noch, die Mutter umzustimmen. Keine Chance. Wie das aussehen würde, fragt die nur. Schließlich sei es ihre Verwandtschaft.
Yeliz hat Angst. Von Anfang an. Vielleicht wird sie deshalb immer kleiner. Von der selbstbewussten Schülerin zur scheuen Hausfrau und Mutter. „Ich hab mich nicht wohl gefühlt in seiner Anwesenheit”, sagt sie über Mustafa, der immer ihr „Abi” war, ein großer Bruder, zu dem sie aufschaut und dem sie jetzt die Frau sein soll. „Ich wusste doch nicht, wie das mit einem Mann ist. Ich hatte doch nie einen Freund.”
Ein Jahr später. Die Familie fährt in die Sommerferien, Hochzeit feiern. Yeliz versucht es ein letztes Mal. Sie will in der Türkei leben, macht sie zur Bedingung. Vielleicht schreckt es den Cousin ja ab, vielleicht hat er es ja nur auf ein Leben in Deutschland abgesehen. Er willigt ein – scheinbar. „In der ersten Woche nach der Hochzeit habe ich die erste Ohrfeige bekommen”, sagt Yeliz. Zwei Monate später will er nach Deutschland. Sie ziehen nach Goslar, Yeliz' Geburtsort.
„Auf einmal war Mustafa ganz lieb und nett”, erinnert sie sich an die erste Zeit in Deutschland. „Er hat mir im Haushalt geholfen und kam mit zur Schwangerschaftsgymnastik.” Mustafa ist wie ausgewechselt. Bis er 2004 seine unbefristete Aufenthaltserlaubnis erhält. „Dann fingen die Schläge an”, sagt Yeliz.
Einmal lief alles gut, neun Monate lang. Das Paar kauft ein Häuschen. „Alle dachten, es ist alles in Ordnung. Ein Kind, ein Haus, zwei Autos. Aber nichts war in Ordnung.” Mustafa flippt wieder aus, verprügelt seine Frau, setzt sie nachts vor die Tür. Finanziell geht's auch bergab. Da fasst Yeliz sich ein Herz. Sie verlässt ihn, zieht mit Tochter Emel nach Wuppertal. Am Anfang scheint Mustafa es zu akzeptieren, hilft sogar beim Umzug. Sobald sie getrennt leben, beginnt der Terror. Er steht vor der Tür, bedroht und beschimpft sie. Yeliz stellt Anzeige wegen Stalking.
Die Scheidung ist eingereicht. Bei der Sorgerechtsverhandlung erhält Mustafa Umgangsrecht. Das Gericht legt fest, dass er Emel über Silvester sehen darf. Yeliz händigt sie ihm aus – obwohl sie Bedenken hat. Am 4. Januar soll er sie zurückbringen. Um 15 Uhr. „Um 15.30 Uhr hatte ich schon Panik”, sagt Yeliz. Ihre Befürchtungen werden Gewissheit. Ihr Mann ist weg – mit Emel.
„Er wird auftauchen”, sagt Oguz Sarikaya, „spätestens, wenn das Kind krank wird und zum Arzt oder ins Krankenhaus muss.” Sarikaya vertritt Yeliz als Rechtsanwalt. Er habe öfter mit solchen Fällen zu tun, sagt er. „Es sind meistens die Leute, die zuheiraten.” Zum Glück sei die Türkei Unterzeichner des Haager Abkommens, was sie verpflichtet, das Kind so schnell wie möglich ins Ursprungsland zu überführen. Daran würden die Behörden jetzt mit Hochdruck arbeiten. Es gab schon Razzien bei den Verwandten. „Irgendwann geben die Leute auf”, sagt der Anwalt, „die Verantwortung für ein Kind ist viel zu groß.”
Im April wird Emel sechs. „Sie muss doch eingeschult werden”, sagt Yeliz leise. Doch sie ist nicht mehr die, die sie war. Sie zieht jetzt um, erzählt sie, und will ihr Abi machen. Sie freut sich auf ein neues Leben – mit ihrer Tochter.

19:17
Hallo jfhdhkh,
übel, dass du dich nichtmal traust, deinen Namen zu schreiben!
Ich kenne Yeliz und sie ist eine sehr gute Mutter und dafür, dass ihr Ehemann sowas tut, kann sie rein gar nichts! Oder sagst du zu allen Frauen, die sich von ihrem Mann trennen, sie seien selbst Schuld, wenn er ihr nun das Kind entführt? Überleg lieber mal, was DU hier schreibst und gib nicht jemandem die Schuld an etwas, den du überhaupt nicht kennst. Ich weiß nicht, wie du dazu kommst, sowas zu schreiben!
Yeliz: Du weißt, dass du keine Schuld hast und eine tolle Mutter bist! :-)
20:17
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
11:59
Hallo Yeliz,
schön, dass wir mal wieder telefoniert haben.
Bleib weiterhin so stark wie du bist und ich bin mir sicher, das Ganze hat bald ein Ende!
Liebe Grüße, Sabrina
20:17
hallo!
ich,Yeliz bedanke mich bei allen für Ihre kommentare.
Dies gift mir kraft.Hier ist meine E-mail adresse.
cokcikkss82@hotmail.de.
Liebe Grüsse
Yeliz Evrensel
09:03
Viel Glück, Yeliz, ich wünsche Ihnen, dass sie die Klassensprecherinnen-Energie wiederbekommen und für sich und Ihre Tochter nutzen !!
20:32
Hoffen wir doch einmal alle das Frau Evrensel ihre Tochter bald wieder in die Arme nehmen kann .
Rabenväter gibt es nun mal leider ´´überall`` auf der Welt, bleibt zu hoffen das seine Strafe nicht zu knapp ausfällt.
18:35
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
14:25
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
14:01
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
07:32
Eine super gelungene Migration, hier sieht man ganz deutlich, das es Menschen gibt, die sich nicht integrieren lassen, und solche müssen das Land verlassen und zwar für immer.
Dieser Vater ist kein Vater, sondern nur Erzeuger, ihm sollte man jegliche Erziehungsrechte versagen und ein Umgangsverbot erteilen.