Offener Streit in der Linkspartei
06.01.2010 | 17:11 Uhr 2010-01-06T17:11:00+0100Die Linkspartei startet mit heftigen Personalquerelen ins neue Jahr: Dietmar Bartsch, einflussreicher Bundesgeschäftsführer, geht in die Offensive, nachdem er sich mit Rücktrittsvorwürfen der Landesverbände aus NRW und Baden-Württemberg konfrontiert sieht.
In Briefen an die Fraktionsspitze um Gregor Gysi haben sich beide Parteigliederungen nach WAZ-Informationen massiv über Bartsch beschwert.
Unter anderem wird ihm vorgeworfen, private Details über Parteichef Oskar Lafontaine öffentlich gemacht zu haben. „Das stimmt nicht und ist absurd”, sagte Bartsch der WAZ. Außerdem wird ihm verübelt, dass er den NRW-Verband sinngemäß als chaotischen Haufen bezeichnet hat und kürzlich in einem Berliner Cafe´ offen mit SPD-Chef Sigmar Gabriel plauderte.
„Selbstzerfleischend”
Kurz vor der Klausurtagung der Linkspartei am Montag kommen die öffentlich gewordenen Querelen der Partei ungelegen. Parteichef Lothar Bisky versucht die Wogen zu glätten. Es schade dem Ansehen aller in der Partei, wenn man „selbstzerfleischend” übereinander herfalle. Die Linke brauche sowohl Lafontaine, als auch Bartsch. Bartsch selber zeigte sich im WAZ-Gespräch gelassen: „Selbstverständlich trete ich nicht zurück.”

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