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Iran-Beziehungen

Obamas Frühlings-Signale

20.03.2009 | 18:49 Uhr
Obamas Frühlings-Signale

Washington. Es ist eine Frühlingsofferte von historischem Rang. Er wolle dem iranischen Volk und der iranischen Führung einen Neuanfang vorschlagen, verkündete Barack Obama in einer Videobotschaft zum persischen Neujahrsfest Nouruz. Er strebe eine "Zukunft mit wiederbelebtem Austausch zwischen unsereren Völkern" an.

„Die USA wünschen, dass die Islamische Republik ihren rechtmäßigen Platz in der Gemeinschaft der Nationen einnimmt. Sie haben dieses Recht – aber es ist von realer Verantwortung begleitet”, sagte der amerikanische Präsident in einer Ansprache, die in Farsi untertitelt war. Dieser Platz jedoch könne nicht mit Terror und Waffen erreicht werden, sondern nur durch friedfertige Handlungen, „die die wahre Größe des iranischen Volkes unterstreichen.” Nach Angaben des Weißen Hauses wurde das Video, das den Kurswechsel Washingtons gegenüber Teheran erstmals offiziell skizzierte, verschiedenen Fernsehsendern im Nahen Osten zur Verfügung gestellt und ist auch im Internet abrufbar.

Abkehr von der "Achse des Bösen"

Vorgänger George W. Bush hatte den Iran in die „Achse des Bösen” eingereiht, das Land international isoliert und ihm regelmäßig mit einem Militärschlag gegen seine Atomanlagen gedroht. Obama dagegen betonte, er strebe „eine Zukunft mit wiederbelebtem Austausch zwischen unseren Völkern und stärkeren Möglichkeiten für Partnerschaft und Handel” an. Seit beinahe drei Jahrzehnten seien die Beziehungen zwischen beiden Nationen gespannt. Doch das Nouruz-Fest sei eine Gelegenheit für einen Neubeginn, daher wolle er sich mit klaren Worten an die iranische Führung wenden, sagte Obama. „Wir haben ernste Meinungsverschiedenheiten.” Seine Administration aber fühle sich nun der Diplomatie verpflichtet, die „die ganze Bandbreite der Themen” aufgreife.

Dieser Prozess werde durch „Drohungen nicht vorankommen. Wir suchen stattdessen ein Engagement, das ehrlich ist und auf gegenseitigem Respekt gründet”, erklärte Obama, ohne Präsident Mahmud Ahmadinedschad oder den geistlichen Führer Ajatollah Ali Chamenei direkt anzusprechen. Maßstab für die „Größe des iranischen Volkes und der iranischen Zivilisation” sei „nicht die Fähigkeit zur Zerstörung”, sondern „die Fähigkeit zum Aufbauen und Neuschaffen” – eine Anspielung auf Irans Atomprogramm.

Teheran reagiert zurückhaltend

Die Regierung in Teheran reagierte zunächst zurückhaltend auf die Initiative Obamas. Den Worten müssten nun Taten folgen, um „die Fehler der Vergangenheit zu reparieren”, sagte ein Sprecher Ahmadinedschads. Man wolle „die Animositäten” zwischen den Staaten beenden, dazu aber müssten die USA ihre „feindselige, aggressive und kolonialistische Haltung” beenden.

Irans Präsident hatte Obama im November 2008 zu seinem Einzug in das Weiße Haus gratuliert und gefordert, dieser müsse einen radikalen Wechsel im Umgang mit dem Iran einleiten. Auf der Feier zum 30. Jahrestag der Islamischen Revolution Anfang Februar in Teheran erklärte Ahmadinedschad in seiner Festrede, sein Land begrüße direkte Gespräche mit den Vereinigten Staaten, vorausgesetzt sie seien getragen von einer Haltung des gegenseitigen Respekts. Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana lobte die Videobotschaft Obamas als sehr konstruktiv: „Ich hoffe, dass sie ein neues Kapitel in den Beziehungen mit Teheran eröffnen wird.”

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Martin Gehlen

Kommentare
22.03.2009
14:42
Obamas Frühlings-Signale
von BlutSventje | #6

Zum Glück hat nicht der Papst sondern nur der neue Messias Obama dem Holocaust-Leugner Mahmud Ahmadinedschad Frühlings-Signale zukommen lassen....
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2009-03-20 18:49
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