Obama will einen Grünen
16.12.2008 | 17:18 Uhr 2008-12-16T17:18:00+0100
Der zukünftige US-Präsident holt einen anerkannten Klimaschützer in sein Kabinett. Nobelpreisträger Steven Chu wird Energieminister
Mit Freude und Zustimmung haben Umweltschützer und Klimaforscher auf die Berufung des neuen US-Energieminister reagiert. Denn mit Steven Chu holte sich Barack Obama nicht nur einen hochkarätigen Wissenschaftler ins Kabinett, sondern zudem einen engagierten Klimaschützer. Nun werde Amerika, so die Hoffnung, bei den Bemühungen um ein weltweites Klimaschutzabkommen endlich mit im Boot sitzen – und kräftig rudern.
Prof. Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und Berater der Bundesregierung, reagierte begeistert auf die Nachricht: Für den globalen Klimaschutz und für die amerikanische Energiepolitik sei dies eine zukunftsweisende Entscheidung. „Es zeigt, dass Obama es ernst meint.” Der „geniale Physiker” Chu stehe für den Wandel hin zu erneuerbaren Energien, so Schellnhuber.
Auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) reagierte erfreut. Der WAZ sagte er: „Mit Steven Chu bekommen die USA zum ersten Mal einen Energieminister, dem der Ausbau der erneuerbaren Energien am Herzen liegt.” Ohne die Vereinigten Staaten werde es keinen entscheidenden Fortschritt im internationalen Klimaprozess geben. „Wir werden in Deutschland unsere Anstrengungen beim Ausbau der erneuerbaren Energien verstärken müssen, um die Technologieführerschaft zu behalten”, so Gabriel weiter.
Die Wirtschaftskrise wird es dem neuen Minister nicht gerade einfacher machen, eine „grüne” Umweltpolitik durchzusetzen, zumal Energiesparen und Umweltschutz in den USA traditionell nicht besonders populär sind. Dennoch werten viele Beobachter die Entscheidung für den 60-Jährigen als starkes Signal.
Chu hat den Nobelpreis 1997 zwar für Arbeiten zur Kühlung von Atomen erhalten, doch seit Jahren konzentriert er sich vor allem auf Energiefragen. Chu ist seit 2004 Chef des renommierten Lawrence Berkeley National Laboratory, an dem derzeit nicht weniger als elf Nobelpreisträger den Klimawandel erforschen und an alternativen Energien wie zum Beispiel Sonnenenergie und Biokraftstoffen arbeiten.
Doch Chu setzt nicht allein auf Wissenschaft und Technik. Häufig forderte er in der Vergangenheit Politiker auf, härter gegen Umweltverschmutzer vorzugehen. Wer die Umwelt belaste, müsse dafür bezahlen. Obama stärkte seinem neuen Mann im Team den Rücken. Jedes Jahr sollen 15 Milliarden Dollar in saubere Energien investiert werden. „Meine Präsidentschaft bedeutet mit Blick auf die amerikanische Führungsrolle ein neues Kapitel”, sagte Obama. Damit wird die US-Umweltschutzpolitik zur Chefsache.
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Yes, we can Dieser Typ handelt danach. Mal sehen wie lange Mr. Obama das durch hält.