Obama macht den Parteitag zum Extrem-Spektakel
25.08.2008 | 11:23 Uhr 2008-08-25T11:23:00+0200Denver. So viele Journalisten wollen Barack Obamas Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten erleben, dass Denver sie gar nicht alle unterbringen kann. Aber Not macht erfinderisch.
Große Medienspektakel waren die amerikanischen Nominierungsparteitage in den letzten Jahrzehnten immer. Doch mit der globalen Begeisterung für Barack Obama ist diesmal alles noch extremer. Da Denver gar nicht so viele Journalisten aufnehmen kann wie dabei sein wollen, wenn Obama am Donnerstag (28.8.2008) vor 75.000 Menschen die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten annehmen wird, wurden die Hotelzimmer für Reporter von der Demokratischen Partei zentral zugeteilt.
Ganz fair ging es dabei nicht zu: Ausländische Journalisten wurden an Hotels weit außerhalb von Denver verwiesen, manchmal 90 Autominuten entfernt. Und selbst da muss man in diesen Tagen noch astronomische Preise zahlen. Manchen Auslandskorrespondenten wurde mitgeteilt, es stehe überhaupt keine Unterkunft zur Verfügung.
Sonntagsbesuch von der Polizei
WAZ-Korrespondent Markus Günther ging in der Not andere Wege und suchte per Kleinanzeige eine Wohnung in der Nähe des Parteitagszentrums. Für (auch recht happige) 250 Dollar pro Nacht verbringt er diese Woche in einem Apartment im zehnten Stock im Zentrum von Denver - mit Blick auf das Football-Stadion, in dem Obama am Donnerstag auftreten wird. Für den kurzen Weg zum Parteitagszentrum haben die Vermieter dem Reporter ein Fahrrad zur Verfügung gestellt.
Besuch im zehnten Stock hatte Günther auch schon: Die Polizei kam am Sonntag vorbei und durchsuchte das Apartment - offenbar aus Angst vor Scharfschützen oder Raketen, die vom Balkon aus das Tagungszentrum treffen könnten.

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