"Nun ist sie bei ihm"
13.02.2009 | 18:22 Uhr 2009-02-13T18:22:00+0100
New York. Beverly Eckert verlor ihren Mann bei den Anschlägen vom 11. September. Nun starb sie selbst, als ein Passagierflugzeug im US-Bundesstaat New York abstürzte – und 50 Menschen in den Tod riss.
Beverly Eckert verlor ihren Ehemann bei den Anschlägen vom 11. September. Nun war sie nach Buffalo unterwegs, um dort an einer Oberschule auf den Namen ihres Mannes Sean Rooney ein Stipendium eintragen zu lassen. Sie hatte ihren Mann, der jetzt 58 Jahre alt geworden wäre, an der High School in Buffalo kennengelernt. Doch Beverly Eckert starb beim spektakulären Absturz eines Passagierflugzeugs im US-Bundesstaat New York. „Wir wissen, dass sie in der Maschine saß”, sagte Eckerts Schwester Sue der Tageszeitung „Buffalo News”. „Nun ist sie bei ihm.”
"Man konnte spüren, wie die Erde bebte"
Die mit 49 Menschen besetzte Propellermaschine raste wenige Kilometer vor der Landung in Buffalo in ein Wohnhaus und brach in Flammen aus. Alle Insassen sowie ein Hausbewohner starben. Zwei weitere Bewohner konnten sich mit leichten Verletzungen retten. „Die ganze Nachbarschaft hätte ohne weiteres ausgelöscht werden können”, sagte Dave Bissonette, der die Rettungsarbeiten vor Ort koordinierte. Er sei erstaunt, dass nur ein Haus zerstört wurde. Von dem Flugzeug sei nur noch das Heck zu erkennen.
„Man konnte spüren, wie die Erde bebte”, sagte der Anwohner Keith Burtis dem Sender CNN. „Ich hörte etwas, was wie ein ganz hoher Ton klang, wie ein Schlauch, der durch den Luft fegt.” Das Unglück ereignete sich am späten Donnerstagabend. Die Ursache stand auch am Freitag noch nicht fest, doch schloss das Heimatschutzministerium einen Terroranschlag aus.
Möglicherweise waren vereiste Tragflächen schuld
Die Behörden suchten in den Trümmern lange nach den Flugschreibern, haben sie nun aber gefunden und müssen sie noch auswerten. Zum Zeitpunkt des Absturzes herrschte Schneeregen, so dass die Tragflächen des Flugzeugs vom Typ Dash 8 Q400 möglicherweise vereist waren. Das könnte den Absturz verursacht haben. Allerdings seien die Wetterverhältnisse – es herrschten Temperaturen um den Gefrierpunkt und leichter Wind – für die Jahreszeit nicht ungewöhnlich gewesen, sagte Bissonette.
Die Maschine von Continental Airlines Express mit der Flugnummer 3407 war im Auftrag von Colgan Air auf dem Flug von Newark im Bundesstaat New Jersey nach Buffalo. Gut zehn Kilometer vor dem Flughafen stürzte sie über der Vorstadt Clarence Center ab, wie die Flugsicherheitsbehörde FAA meldete. Zunächst war von 48 Insassen die Rede, doch später stellte sich heraus, dass neben den vier Besatzungsmitgliedern zusätzlich ein Pilot außer Dienst mitgereist war, wie CNN berichtete.
Keine Probleme gemeldet
Ein Vertreter des Landkreises Erie sagte, kurz vor der Landung sei der Kontakt zu dem von Bombardier gebauten Flugzeug mit 74 Sitzen abgebrochen. Probleme seien bis dahin nicht gemeldet worden, ergänzte ein Informant aus der Luftfahrt. Auch Mitschnitte des Funkverkehrs, die im US-Fernsehen ausgestrahlt wurden, belegten die plötzliche Funkstille zwischen Tower und der Cockpit-Besatzung.
Präsident Barack Obama erklärte, er sei tief betrübt wegen des Absturzes. Es war der erste tödliche Absturz in den USA seit August 2006. Damals starben 50 Menschen beim Start eines Passagierflugzeugs in Kentucky.

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