NRW-Verkehrsminister Wittke: Tempo 109 statt 50
05.02.2009 | 19:53 Uhr 2009-02-05T19:53:00+0100Düsseldorf. Ausgerechnet NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU) ist während einer Privatfahrt geblitzt worden: Im sauerländischen Meschede-Olpe erwischte ihn die Polizei innerorts mit 109 km/h – mehr als doppelt so schnell wie erlaubt.
Wittke berichtete, dass er „mehrere hundert Euro” Bußgeld bezahlt habe. Sein Führerschein liegt seit sieben Wochen bei der Polizei. „Eine weitere Woche muss ich noch büßen”, sagte Wittke der WAZ. „Ich habe einen Fehler gemacht und werde künftig besser die Regeln beachten”, beteuerte der 42-jährige frühere Gelsenkirchener Oberbürgermeister. Die Polizisten hätten ihn erkannt und ihn so behandelt wie jeden anderen.
"An einer schweinigen Stelle"
Am 7. November 2008 war Wittke um acht Uhr morgens auf dem Weg zur Jagd mit einem Leihwagen durch Meschede-Olpe gefahren. „Das Radargerät stand an einer schweinigen Stelle”, meinte Wittke. Er wolle nichts beschönigen, „doch rechts war nur Ackerland und links ein Haus”. Für Nicht-Ortskundige sei nicht zu erkennen gewesen, dass es sich um eine geschlossene Ortschaft gehandelt habe. Auch ein Polizeisprecher räumte ein, dass die Stelle „schwer identifizierbar” sei.
Wittke muss sich seit Donnerstag reichlich Hohn, Spott und Kritik gefallen lassen. SPD-Verkehrspolitiker Bodo Wißen nennt Wittke einen „Raser und Verkehrsrowdy” und empfiehlt ihm eine Nachschulung: „Ministerpräsident Rüttgers muss sich nun entscheiden, ob er mit Wittke den richtigen Mann an den Kabinettstisch geholt hat.” Die Grünen spotten über Wittkes „Blitzkarriere”.
Von Häme bis Verständnis
In der FDP schütteln einige mit dem Kopf: „Von keinem anderen Minister als Wittke hätte man so etwas erwarten können.” Offiziell zeigt sich Porschefahrer und FDP-Generalsekretär Christian Lindner verständnisvoll: „So ein Fehler kann jedem passieren, der viel unterwegs ist.”
In der CDU-Fraktion wird Wittkes Verstoß nicht gebilligt, aber locker beurteilt. „Häme ist nicht angebracht. Das ist menschlich und kann jeden treffen”, sagt CDU-Fraktionsvize Bernd Schulte. NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), der sich schon des öfteren über Kapriolen von Wittke geärgert hat, will sich nicht äußern – und ihn weder kritisieren noch verteidigen.
Wittke selbst beteuert, die Zeit ohne Führerschein nicht durch verstärkten Einsatz seines Dienstwagens plus Fahrer ausgeglichen zu haben. „Ich habe mich von meiner Frau fahren lassen oder habe das Fahrrad benutzt”, sagt er.

17:45
Glaubt hier ernsthaft jemand, dass der Rücktrittsgrund zwei Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung sind? Noch dazu einer vor acht Jahren? Das bringt einen Egomanen wie Wittke nicht zu Fall.
12:08
.....noch ein kleiner Tip Herr Wittke,
außerhalb geschlossener Ortschaften sind Sie dann, wenn Sie an einem Ortsausgansschild vorbei sind....
...zwinker.... Sie Vollpfosten....
19:00
Als Sauerländer kenne ich Olpe sehr gut und ich kenne auch die Stelle, an der Wittke geblitzt worden ist. Wenige Meter weiter ist mein Vater nämlich von einem unachtsamen Autofahrer Marke Wittken-Olli angefahren worden - die Stelle ist nicht schweinig, sondern sinnvoll von der Polizei beobachtet worden! Es wird Zeit, dass Politikdummbatz-Möchtegernadel wie Ihnen mal ein wenig Verantwortsbewusstsein eingeprügelt wird, mein lieber Verkehrsministrant!
Und versuchen Sie in Zukunft, das schöne Sauerland nicht wieder mit Ihrer hochwohlgeborenen Anwesenheit zu verpesten. Falls doch: wir finden es schön, wenn Sie schnell wieder weg sind, das sollte Ihnen jedoch keinen Grund zum Rasen geben.
13:24
Komische Geschichte. Bisher dachte ich immer, alle interessanten Ziele da in der Pampa zu kennen. Aber jetzt?
Hochwürden sind sich nicht zu fein, selbst zu chauffieren. Er kachelt wie ein Weltmeister - aber wohin? Und wozu? Der Druck muss beachtlich gewesen sein.
11:35
Der Fall Wittke zeigt mal wieder die scheinheilige Doppelmoral unserer Poltiker. Der Verkehrsminister fordert in seiner Kampagne Runter vom Gas und lässt sich mit 59 km/h zuviel blitzen. Und dann noch diese dumme Ausrede mit derschweinigen Stelle.
Allein für diesen Spruch müsste sein Fahrverbot noch einmal verlängert werden.
08:57
Der schnelle Weg zur BlitzKarriere
08:51
Herr Minister,
dreist oder dumm - das ist hier die Farge!!!???
Auch ausserhalb einer geschlossenen Ortschaft wären Sie mit 109 km/h zu schnell!
Auf Landstrassen gilt in Deutschland ausserhalb geschlossener Ortschaften immer noch die Begrenzung auf 100 km/h.
Mit Ihrer Aussage, das Radargerät hätte an einer schweinigen Stelle gestanden, disqulifizieren Sie sich selbst und diskriminieren die Polizeibeamten, die ihren verantwortungsvollen Dienst versehen, um Ihre Unfall-Statistik in den grünen Bereich zu bringen!