"Negativ-Kampagne der SPD hat nicht funktioniert"
08.06.2009 | 22:17 Uhr 2009-06-08T22:17:00+0200Essen. Werbe-Profi Bernd M. Michael hat die Europawahl-Kampagne der SPD analysiert - und gibt der Partei für ihren Wahlwerbespot schlechte Noten. "Indem man andere schlecht macht, macht man sich selbst nicht besser. Das ist die älteste psychologische Regel, die es gibt", erklärt er.
Über den SPD-Werbespot zur Europawahl „Finanzhaie würden FDP wählen, Dumpinglöhne würden CDU/CSU wählen, Heiße Luft würde die Partei Die Linke wählen” sprach Angelika Wölk mit dem international renommierten Markenprofi Bernd M. Michael, Inhaber der Agentur „BMM Büro für Markenarchitektur” in Düsseldorf.
Herr Michael, wie fanden Sie denn die Werbe-Kampagne der SPD?
Bernd M. Michael: Das war eine Negativ-Kampagne. Indem man andere schlecht macht, macht man sich selbst nicht besser. Das ist die älteste psychologische Regel, die es gibt.
Hat eine Negativ-Kampagne wie diese überhaupt jemals funktioniert?
Michael: So etwas hat noch nie auf der Welt funktioniert. Das Schlechtmachen anderer Leute führt nicht dazu, dass man selbst besser dasteht. Viel besser ist es, wenn Sie ein Vermissen-Erlebnis provozieren, wenn Sie sagen: Aus dem und dem Grund bin ich für Dich viel besser; wenn ich permanent sage, ich kann Dir bieten, was Dir der andere nicht bieten kann. Das ist die zweite große Regel: Rede davon, was der andere Dir nutzt, gib ihm einen Grund, weshalb er mit Dir besser dasteht. Menschen sind alle Ich-bezogen.
Was raten Sie als Werbe-Profi der SPD für die Bundestagswahl?
Michael: Das ist kostenpflichtig. Aber im Ernst: Man muss sich sehr tief in die Materie einarbeiten, denn die Politik eignet sich nicht für freche, flotte Sprüche. Man muss sehr konkret werden, damit die Leute das Gefühl haben: Da müht sich jemand ernsthaft um meine Anliegen.
Die FDP bildete - werbetechnisch gesehen - den Gegenpol zur SPD - sie hat ganz auf eine Person gesetzt, Silvana Koch-Mehrin. Wie fanden Sie diese Kampagne?
Michael: Im Moment ist es richtig, auf eine Person zu setzen - weil alle politischen Parteien auf Personen setzen. In den USA wurde nicht die Partei von Obama gewählt, sondern die Persönlichkeit Obama. Die Menschen sind im Augenblick skeptisch bei abstrakten Pa-rolen.
Im Augenblick - wieso?
Michael: In unsicheren Zeiten sind abstrakte Formulierungen weniger hilfreich als das Klammern an eine Person. In Zeiten, in denen es gut geht, da geht es um Haltungen, um Einstellungen, um Visionen.
21:25
Zitat: Das Schlechtmachen anderer Leute führt nicht dazu, dass man selbst besser dasteht. Viel besser ist es, wenn Sie ein Vermissen-Erlebnis provozieren, wenn Sie sagen: Aus dem und dem Grund bin ich für Dich viel besser; wenn ich permanent sage, ich kann Dir bieten, was Dir der andere nicht bieten kann.
Das ist zwar richtig, zeigt zugleich aber das Dilemma auf, in dem vor allem die SPD steht, im Grunde aber auch ALLE ANDEREN Parteien stehen. Seit Schröder wissen auch wir ziemlich genau, was die SPD NICHT zu bieten hat. Ihre Funktion als sozialreformerisches Korrektiv ist fast vollständig weggefallen, sie hat es unter der Begründung marktfundamentalistischer Propaganda und entsprechendem Wirtschaftslobbyismus schlicht weggeworfen. Seitdem hat sie nichts außer Worthülsen und Sprechblasen, die sagen wollen, daß all die anderen noch schlechter seien als sie (ob´s in jedem Falle stimmt, sei mal dahingestellt). Das Ergebnis ist ein schier unermeßliches Wachstum: Das der Partei der Nichtwähler nämlich, und es werden immer mehr.
13:58
Erstaunlich ist es immer wieder von der SPD- Führungsmannschaft zu hören das sie die schlechten Wahlergebnisse der SPD darauf zurück führen, das es ein Vermittlungsproblem gibt dem SPD- Wähler die Politik der letzten ca. 10 Jahre zu vermitteln!
Da fragt man sich ernsthaft für wie naiv halten die SPD Spitzenpolitiker ihre Ex- Wähler eigentlich.
Die Großunternehmen wurden immer mehr von der SPD- Regierung steuerlich entlastet, und der Bürger zahlt immer höhere Steuern und Abgaben.
Der größte und umfassendste soziale Kahlschlag, wurde durch die SPD/ Grünen - Regierungen unter Schröder, Müntefering, Steinmeier, Clement, usw. beschlossen und für alle Zeiten fest einzementiert, und dafür bekommen sie jetzt und in Zukunft bei den nächsten Wahlen vom Wahlvolk die Quittung!
07:49
Und der Putin aus Hannover hat seinen Genossen wieder mal einen Bärendienst erwiesen.
16:35
@ KarlHeinzReußner
Ja ja, vielleicht hätten sie dann mal das Europa-Manifest zur Hand nehmen müssen oder sich mit den Leuten an Wahlkampfständen unterhalten müssen.
15:26
Eine Partei, die seit Schröder für eine gnadenlose Umverteilung von unten nach oben steht ist nicht wählbar, das ändern auch vermeintlich witzige Wahlplakate nicht.
11:56
Ich bin 54, aus dem Ruhrgebiet und habe zum ersten mal nicht die SPD gewählt. Diese Wahlkampf und seine Plakate waren einer Partei wie der SPD unwürdig ... pfui deibel. Ich hätte Themen erwartet wie:
Bürgerliche Freiheitsrechte, Gerechte Entlohnung oder unser Grundgesetz - Eigentum verpflichtet - (Frau Schickedanz, Bankhaus Oppenheim)! Dies sind nur einige Themen die den Bürgern in Deutschland und Europa unter den Nägeln brennen. Am Ende ging es nur um Machterhalt und Pöstchen und wir Bürger waren das erforderliche Stimmvieh. Wir haben gewonnen und die meisten Sitze. Glückwunsch - bis zur nächsten Wahl könnt ihr sitzen bleiben.
09:24
sr
Gesundheitsreformen
09:21
@ Kurt_Schumacher
Sie haben völlig recht in jedem einzelnen Punkt.
Aber leider haben Sie einen sehr wichtigen Grund die S P D nicht zu wählen vergessen.
Das ist unsere ausgezeichnete medizinische Versorgung. Zig-Gesundheitsrevormen haben immer nur zur Verschlechterungen der Leistungen für die Versicherten geführt.
S P D -? -? -? N E I N D A N K E. Das war einmal ! ! !
07:58
So etwas hat noch nie auf der Welt funktioniert. Das Schlechtmachen anderer Leute führt nicht dazu, dass man selbst besser dasteht.
den Denunzianten hat in Deutschland noch nie Jemand geliebt, das Gerücht schon..
07:24
Hauptsache bei der Werbung wurden wieder einmal die Steuergelder in Millionenhöhe verschwendet. Wer andere schlecht macht, müsste dann allerdings um einige Klassen besser sein und dies ist nicht so.