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Überforderte Gymnasiasten

Nachhilfe ist selbstverständlich

30.04.2009 | 18:51 Uhr

Essen. Es ist vor allem die Mathematik, die Gymnasiasten quält, gefolgt von Englisch, Deutsch, Latein: Die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in den Klassen fünf bis zehn braucht Nachhilfe, um in einem oder mehreren dieser Kernfächer klar zu kommen.

 Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Zentrums für empirische pädagogische Forschung (ZEPF) an der Universität Koblenz Landau.

„Die Eltern lassen es sich etwas kosten, um ihr Kind bis zum Abitur zu führen, auch wenn es auf dem Gymnasium überfordert ist”, erklärt Institutsleiter Reinhold Jäger der WAZ den Trend. Der Unterricht vieler Lehrer sei veraltet, weil gerade diejenigen, die es nötig hätten, nicht an Fortbildungen teilnähmen. „Obendrein erklären viele Mathematiklehrer schlicht falsch”, sagt der Professor und zitiert eine entsprechende Studie des Max-Planck-Instituts. Wer sich dann Nachhilfe nicht leisten könne, bleibe eben auf der Strecke.

Erkaufte Unterstützung

Dieses seit Pisa viel beklagte Grundübel des deutschen Schulsystems treibt auch den Chef des nordrhein-westfälischen Philologenverbandes, Peter Silbernagel, um. Dass sich Eltern die Unterstützung für ihre Kinder bei kommerziellen Anbietern erkaufen müssten, „sei ein Stachel im Fleisch des staatlich finanzierten Schulsystems”, so der Vertreter der Lehrer für Gymnasien, Gesamtschulen und Berufsschulen. Udo Beckmann, Kopf des Verbandes Bildung und Erziehung, ergänzt: Das Recht auf Förderung ist einfach nicht gegeben”.

Dabei gibt es fünf Förderstunden bis zur Klasse zehn, dabei soll in NRW die Sitzenbleiber–Quote gesenkt werden. „Es muss aber mehr passieren”, sagt der Mathematiklehrer. Und nennt neben neuen didaktischen Methoden Zeit für Wiederholung, Vertiefung und Einübung.

Dass auf Grund der Schulzeitverkürzung der Nachmittag in den Schulalltag einbezogen werde, sei erfreulich. „Den Glaubenskrieg um die Ganztagsschule gibt es nicht mehr”, sagt Silbernagel und wagt eine optimistische Prognose: „Mit der gewonnenen Zeit für Förderung können wir die kommerzielle Nachhilfe überflüssig machen.”

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Birgitta STAUBER-KLEIN

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Kommentare
30.04.2009
22:10
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von daniel.otto | #1

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