Moderate Arbeitgeber
30.09.2008 | 17:54 Uhr 2008-09-30T17:54:00+0200Essen. Vor Beginn der Tarifverhandlungen geht NRW-Arbeitgeberpräsident Horst-Werner Maier-Hunke auf die IG Metall zu. Acht Prozent mehr Lohn hält er aber für indiskutabel.
Vor den anstehenden Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie für 3,6 Millionen Beschäftigte schlägt die Arbeitgeberseite erstmals moderate Töne an. „Ich verstehe, dass die Forderung da ist”, sagte der nordrhein-westfälische Arbeitgeberpräsident Horst-Werner Maier-Hunke der WAZ mit Blick auf die Forderung der IG Metall nach acht Prozent mehr Lohn.
Die Sorgen der Mitarbeiter seien nachvollziehbar bei einer hohen Inflationsrate und einem Wegfall der Pendlerpauschale. Maier-Hunke ging sogar so weit, von „gemeinsamen Interessen” von Arbeitgebern und Gewerkschaft zu sprechen. „Die IG Metall ist nicht unser Klassenfeind”, sagte er. Die Forderung der IG Metall nach acht Prozent mehr Lohn bezeichnete Maier-Hunke allerdings als „indiskutabel”. Am 14. Oktober findet die erste Verhandlungsrunde in NRW statt. Bereits am Donnerstag wird im Bezirk Hessen, Saarland, Rheinland-Pfalz verhandelt. Die Verhandlungen auf regionaler Ebene sollen zu einem Pilotabschluss führen, der dann auf Bundesebene übernommen wird. Die Friedenspflicht der IG Metall endet am 31. Oktober. Ab 1. November sind dann Warnstreiks möglich. In NRW haben Arbeitgeber und Gewerkschaft bislang drei Verhandlungstermine vereinbart. Bis Ende November hofft Maier-Hunke, ein Ergebnis erzielen zu können. Warnstreiks schließt er allerdings auch nicht aus.
Auch der nordrhein-westfälische IG-Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard hatte bereits angekündigt, in den Tarifverhandlungen mit der Arbeitgeberseite zügig zu einem Abschluss kommen zu wollen. Bis Weihnachten sollten sich die Verhandlungen jedenfalls nicht hinziehen.
Der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Arbeitgeber Ruhr, der neue Siemens-NRW-Chef Herbert Meyer, sieht in der Forderung der IG Metall eine Bedrohung für die Unternehmen im Revier. „Setzt sich die IG Metall durch, sind viele Unternehmen in der Ruhrregion in ihrer Existenz gefährdet”, sagte er. Der Arbeitsgemeinschaft mit zusammen 16 Arbeitgeberverbänden gehören rund 1500 Unternehmen mit etwa 230 000 Beschäftigten an.

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