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Mobbing ist Schulalltag

17.03.2009 | 19:01 Uhr
Mobbing ist Schulalltag

Berlin. Die Jugendgewalt ist zwar rückläufig, aber viele Schüler machen andere lächerlich. Das ergab eine neue Studie, die der Kriminologe Christian Pfeiffer in Berlin vorstellte. Am weitesten verbreitet sei das Mobbing-Problem an den Förder- oder Hauptschulen, so die Autoren der Studie.

Eine gute und mehrere schlechte Nachrichten hatte der Kriminologe Christian Pfeiffer im Gepäck, als er am Dienstag im Beisein von Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Berlin eine Jugendgewalt-Studie vorstellte. Pfeiffers gute Nachricht lautete: In den vergangenen zehn Jahren ist das Ausmaß der Gewalt unter Jugendlichen bundesweit leicht gesunken oder zumindest konstant geblieben. Alarmierend aber sind zwei Aspekte: Viele Jugendliche zeigen Ansätze ausländerfeindlicher Gesinnung – und Mobbing scheint an Schulen weit verbreitet zu sein.

Der Studie zufolge geht Mobbing „gelegentlich” auch von den Lehrkräften aus. Über ein Viertel der Schüler gaben an, von Lehrern „lächerlich gemacht” oder „gemein behandelt” worden zu sein. (Foto: ddp)

Für die Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen wurden knapp 45 000 Schüler der neunten Klassen befragt. Die Erhebung unter den im Schnitt 15-Jährigen ergab, dass mehr als drei Viertel aller Jugendlichen in den zwölf Monaten vor der Befragung keine Gewalterfahrungen gemacht haben. Bei einer überschaubaren Zahl von Schülern sah es allerdings anders aus: 16,8 Prozent wurden mindestens einmal Opfer von Gewalt. 3,9 Prozent gaben sogar fünf oder mehr Gewalterlebnisse an.

Mobbing geht „gelegentlich” auch von den Lehrkräften aus

„Das Mobbing bleibt ein Thema”, sagte Kriminologe Pfeiffer. „Da wollen wir keine Entwarnung geben.” 80 Prozent aller Mobbing-Taten fanden der Studie zufolge in der Schule oder auf dem Weg zur Schule statt – bei Gewalttaten ist dies nur zu 23 Prozent der Fall. Mobbing sei an den Schulen „in unterschiedlichen Ausprägungen ein ernstzunehmendes Problem”. Jeder zweite Schüler berichtete, im letzten Schulhalbjahr einen Mitschüler gehänselt zu haben. Ein hoher Prozentsatz der Schüler (20,9 Prozent) gab an, von anderen getreten oder geschlagen worden zu sein. Eher seltener (1,6 Prozent) kam es vor, dass Schüler von anderen erpresst oder gezwungen wurden, etwas herzugeben.

Der Studie zufolge geht Mobbing „gelegentlich” auch von den Lehrkräften aus. Über ein Viertel der Schüler gaben an, von Lehrern „lächerlich gemacht” oder „gemein behandelt” worden zu sein. Immerhin 2,5 Prozent der Schüler berichteten, von einer Lehrkraft ein- oder mehrmalig geschlagen worden zu sein. Umgekehrt sind Lehrer auch dem Mobbing durch Schüler ausgesetzt: 20,5 Prozent der befragten Jugendlichen erklärten, einen Lehrer gezielt „lächerlich gemacht” zu haben.

Mobbing-Problem vorallem an den Förder- oder Hauptschulen

Die Aggression in der Schule geht deutlich häufiger von Jungen als von Mädchen aus. 5,3 Prozent der befragten Jungen haben im letzten Schulhalbjahr mehrfach einen anderen Schüler geschlagen oder getreten, bei Mädchen lag die Quote nur bei 0,7 Prozent. Am weitesten verbreitet sei das Mobbing-Problem an den Förder- oder Hauptschulen, so die Autoren der Studie.

Im Multimediazeitalter kann die Gewalt neue Formen annehmen. Schon bei jeder 23. Gewalttat werden der Studie zufolge Filme oder Fotos des Opfers aufgenommen.

„Wir müssen den Nachmittag der Jungen retten”

Als „erschreckend” bezeichnete Pfeiffer die Akzeptanz von fremdenfeindlichem Gedankengut. So seien 14,4 Prozent der Jugendlichen als „sehr ausländerfeindlich” einzustufen. Wichtigster „Produktionsfaktor von Gewalt” seien „Prügel in der Familie” und gewalttätige Freunde. An zusätzlichen Faktoren nannte der Kriminologe Alkohol- und Drogenkonsum sowie gewalthaltige Medien.

Pfeiffer sprach von einer „Jungen-Krise” und plädierte eindringlich für mehr Ganztagsschulen. „Wir müssen den Nachmittag der Jungen retten”, forderte er. Viele Familien seien nicht mehr in der Lage, sich in ausreichendem Maße um die Erziehung ihrer Kinder zu kümmern.

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Ulf Meinke

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Kommentare
19.03.2009
21:13
Mobbing ist Schulalltag
von sprichdichaus | #29

#25

Sie haben vollkommen recht mit Ihrer Meinung zu Mobbing im Beruf.

Früher nannte man das heutige Mobbing in der Schule hänseln , wen hat das damals gestört ??keinen. Da haben die Eltern den Kindern gesagt das sie sich wehren sollen - und sie wehrten sich. Was vielen Kindern fehlt ist die Erziehung zum Selbstbewußtsein - denn selbstbewußte Kinder lassen sich nicht mobben.

18.03.2009
10:31
Mobbing ist Schulalltag
von Tine | #28

Ich bin auf meinen 16J.Sohn stolz,das er zu sich und seinen Ansichten steht,er wird jeden Tag in der Schule von Schülern gemoppt,Lehrer die er um Hilfe bittet,weisen Ihn ab,wollen nichts sehen,nichts hören,selbst da fehlt oft der Anstand,das ich über die Aussagen mancher Lehrer nur den Kopf schütteln kann,ich bezweifle manchmal,ob Sie überhaupt für den Job geschaffen sind.Früher war es so,das man bei Problemen zu den Lehrer gehen konnten,und man hat das Gefühl,das man ernst genommen wird,heute ist ein Kind das Probleme hat ,nur eine Last und wird mit den Worten abgespeist,da musst du selber klar kommen,oder interisiert mich nicht.Selbst als Mutter ist man machtlos,wenn man mit dem Lehrer sprechen will,wird man nicht ernst genommen und der Spies noch rumgetret,das man selber als Versagerin da steht,sowas kann doch nicht sein.aber ich bin froh,das ich meinen Sohn die Werte vermitteln konnte,das er Selbstbewusst ist und ich hoffe,das er die Atacken weiterhin gut wegsteckt.Was irritiert ist,das die Lehrer unter Selbstbewusst-Ungehorsam verstehen.Auch die Aussage vom Lehrer,das mein Sohn später Drogen nehmen würde,fand ich eine Unverschämtheit,und ich bin stolz,das dies nicht geschehen ist,er trinkt nicht und er raucht auch nicht,er lässt sich dazu auch von den Mitschülern,die dies schon länger machen,nicht dazu verleiten.Als ich dem Lehrer sagte,das sein grosser Bruder weder raucht,noch trinkt,sondern eine verantwortungsvollen Beruf nachgeht,war erstmal ruhe im Klassenzimmer,ich kann mir nicht sagen lassen,ich würde an meiner Erziehung was falsch machen,von dem ab,gibt es kein Erziehungskonzept,vielleicht sollte wirklich bei manchen Familien ein Elternzeugnis beantragt werden,oder mehr Hilfe in Erziehungsfragen zu kommen lassen,aber das muss schon in jungen Jahren geschehen,bevor es zu spät ist.Ich bin auf meine 4 Kinder stolz,auf ihre Entwicklung und auf mich,die hoffentlich immer die richtigen Worte,sei es aus Trost,Freude,Stolz,gefunden habe.ach ja,mein Sohn besucht die Gesamtschule.Wir sind eine Durchschnittfamilie,mit vielen Höhen und Tiefen,die uns aber nur mehr zusammen geschweisst hat.Für uns ist Familie nicht nur ein Wort!!

18.03.2009
10:18
Mobbing ist Schulalltag
von Eva Ihnenfeldt | #27

Was ist eigentlich mit Mobbing im Beruf ? Wäre es nicht vielleicht interessant, mal wieder darüber zu berichten? Gerade jetzt, in der aktuellen Finanzkrise, werden durch Personalabbau und Ängste wieder viele Menschen Opfer - junge, außergewöhnliche, ältere... eben alle, die als Bedrohung wirken. Auch wenn Büro-Angestellte nicht zum Amoklauf neigen, ist die Not der Betroffenen groß - und Prävention der einzige wirksame Schutz...

18.03.2009
06:52
Mobbing ist Schulalltag
von bookeaterin | #26

Ich würde gelegentlich nicht in Anführung setzten. Und die anderen Schulen, z. B. Gymnasien stehen, was Mobbing angeht, auch nicht sehr weit hinter den Förder- und Hauptschulen.

Wer da nicht die richtige Kleidung trägt, oder wessen Vater nicht das richtige Auto fährt oder wer in der falschen Gegend wohnt hat es oftmals auch nicht leicht.

Und was die Ausländerfeindlichkeit angeht kann man sich ja vorstellen, woher die Schüler die haben. Wer zu Hause keine ausländerfeindlichen Sprüche hört hat, meiner Ansicht nacht, auch nicht so leicht die Tendenz zu ausländerfeindlichem Verhalten. Das ist alles eine Frage der Erziehung. Sowohl von Seiten der Eltern als auch von Seiten der Lehrer.

18.03.2009
06:36
Mobbing ist Schulalltag
von Argus | #25

Neue Studie? - Herr Pfeiffer tut sich mit etwas wichtig, was schon längst alle Spatzen von den Dächern pfeifen.

18.03.2009
06:21
Mobbing ist Schulalltag
von Nobbis | #24

ein Schritt in die richtige Richtung sind auf jeden Fall Schuluniformen. Dann fällt schon mal flach das sozial schlechter gestellte Kids auf Grund des Tragens von Nichtmarkenklamotten gemobbt werden

18.03.2009
06:09
Blockierter Kommentar.
von carolin.voss | #23

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

18.03.2009
01:02
Mobbing ist Schulalltag
von technikus53 | #22

14,4% der Jugendlichen sind als sehr ausländerfeindlich einzustufen.
Wen wundert´s?
Grade Jugendliche machen schlechte Erfahrungen mit Gleichaltrigen aus fremden Kulturbereichen.
Gewalt und Kriminalität sind in eben diesen Kreisen weit verbreitet.
Wenn also deutsche Kinder und Jugendliche diese Ausländerkreise ablehnen, muß das schon seinen Grund haben.
Den Lehrkräften kann man keine Schuld zuweisen.
Wenn sich heute ein 14 - jähriger hinstellt und zu seinem Lehrer sagt:
Was willst du ********* denn von mir?
Was soll der Lehrer machen?
Gibt er ihm eine Ohrfeige, steht er mit einem Bein im Knast.
Gibt er ihm keine, ist er das Weichei, mit dem man alles machen kann.
Hier ist das Elternhaus gefragt, das dem Kind Grundlagen zwischenmenschlichem Verhaltens und Respekt vor Erwachsenen beibringen muß.
Aber die Eltern können sich noch nicht einmal bei den eigenen Kindern durchsetzen.
Die Supernanny läßt grüßen.

18.03.2009
00:58
Mobbing ist Schulalltag
von Nightowl | #21

@#19: Ich tippe mal gesperrte Kommentarfunktion, wegen des Themas. Auf bestimmte Schlüssel- oder besser Reizwörter springer hier einige wie verrückt an.

Mobbing: Heutztage wird doch alles weggemobbt was mit mit einem - vermeintlich - nicht auf gleicher Augenhöhe ist.

Auch aus Frust oder Imponiergehabe in Schule, Freizeit, Familie oder Arbeit. Dumm ist nur, wenn Täter oder Opfer bewaffnet sind. Ich will nicht wissen, was bei Taschenkontrollen an den Schulen so alles gefunden werden würde.

17.03.2009
23:55
Mobbing ist Schulalltag
von Duisburger | #20

Hauptschuld am Verhalten der heutigen Jugend, sind die Eltern dieser Brut, die sich einen Dreck um ihre Sprösslinge scheren.

Zerrüttete Familienverhältnisse wo man nur hinschaut.
Die Eltern sind, ob sie es nun wollen oder nicht, nunmal die ersten Vorbilder unserer Kinder, und leider viel zu oft, sehr schlechte.

Wie soll die Jugend da besser sein.

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