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Mindestlöhne müssen her

26.08.2009 | 18:38 Uhr

Weiblich, teilzeitbeschäftigt, protestiert nicht. Darauf hat sich wohl der Textil-Discounter Kik verlassen.

Seine hauptsächlich weiblichen Teilzeitkräfte und Minijobberinnen speist er mit Dumpinglöhnen ab. Eine mutige Beschäftigte wehrte sich und bekam Recht. 5,20 Euro Stundenlohn, so die Arbeitsrichter, sind sittenwidrig.

Dabei sind 5,20 Euro Stundenlohn keine Ausnahme. So berichtet das Institut für Arbeit und Qualifikation von 1,2 Millionen abhängig Beschäftigten, die weniger als fünf Euro pro Stunde verdienen. Möglich ist das, weil es in Deutschland keinen Mindestlohn gibt. „Mindestlöhne vernichten Arbeitsplätze”, behaupten deutsche Unternehmer. Ihre Kollegen in 20 europäischen Nachbarländern beweisen das Gegenteil.

Weil es keinen einheitlichen, gesetzlichen Mindestlohn gibt, franst das Lohnniveau immer weiter nach unten aus. Können viele Menschen nicht von ihrer Arbeit leben und sind auf staatliche Hilfe angewiesen. Also auf Steuergelder, die Unternehmern helfen, an den Löhnen zu sparen. Weil nicht jeder sein Recht auf faire Bezahlung einklagen kann, weil Löhne von fünf oder vier Euro skandalös sind, brauchen wir einen Mindestlohn.

Silke Hoock

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