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Broder-Prozess

Maulkorb für Broder

28.05.2008 | 19:34 Uhr
Maulkorb für Broder

Publizist und „Spiegel"-Autor Henryk M. Broder darf die freie Autorin Tanja Krienen auf seiner Internetseite nicht mehr als „antisemitischen Schlamperich” bezeichnen.

Hält sich Broder nicht an dieses Verbot, muss er laut Urteil des Dortmunder Landgerichtes 250 000 Euro Ordnungsgeld zahlen – oder wahlweise sechs Monate ins Gefängnis wandern.

Broder selbst zog es vor, gestern nicht zum Prozess zu erscheinen, ließ aber durch seinen Anwalt eine 238 Seiten starke Klageerwiderung überreichen. „Bemerkenswert, die Klage selbst ist ja nur vier Seiten dick”, stellte Kammervorsitzende Stefanie Zohren-Böhmer trocken fest. Das Verfahren lief in Dortmund, da die unter anderem in Valencia publizierende Autorin ursprünglich aus Unna stammt – und somit das Landgericht Dortmund zuständig ist.

„Schlamperich" auf der „Achse des Guten"

Auf seiner Internetseite „Die Achse des Guten” hatte Henryk M. Broder unverblümt kundgetan, was er von der Autorin Krienen hielt – und neben der Beleidigung „Schlamperich” auch deren transsexuellen Hintergrund verunglimpft. Auch dies wurde ihm gestern verboten. So darf „Herr Broder Frau Krienen nicht mehr als Herr Krienen bzw Herr/Frau Krienen anreden”, heißt es im Urteil.

„Meinetwegen hätte es wirklich nicht zu diesem Prozess kommen müssen. Aber irgendwann ist einfach Schluss, beleidigen lasse ich mich nicht”, sagte Tanja Krienen am Rande des Prozesses und fügte hinzu, es sei „bedauerlich, dass ein Publizist, der sich für eine freiheitliche Welt einsetzt, sich auf dieses Niveau begibt.” Das Verfahren hält die Justiz seit Oktober 2006 in Atem.

Kathrin Melliwa



Kommentare
01.06.2008
23:49
Maulkorb für Broder
von Klardenker | #15

Wie wäre es noch mit:

Bekannt ist es, dass sich Broder und Niggemeier nicht sonderlich mögen.

Interessant ist es, dass Broder einen Artikel in der Jüdischen Zeitung mit keinem einzigen Kommentar würdigte. Darin heisst es:
(...) Broder hat eine bedauerliche Wandlung vom großmäuligen Stilisten zum ressentimentgesteuerten Ätzer durchgemacht. Statt klarer Gedanken sind es primitive Reflexe, die in beinah jedem seiner Sätze gegen ihn verwendet werden können. (....)

www.j-zeit.de/archiv/artikel.1010.html

31.05.2008
17:08
Maulkorb für Broder
von Final Cut | #14

Maulkorb für Final Cut?

Oder wurde dieser Beitrag versehentlich gelöscht?


Bekanntlich hatte ja der Ulkjournalist und jahresbeste Börne-Parodist 2007, Henryk M. Broder, die deutsche Richterschaft ungestraft als “Erben der Firma“ Freisler“ bezeichnen dürfen, und nun besitzt eine Erbin dieser Firma die Stirn, ihm das Beleidigen einer Transsexuellen zu verbieten. Kein Wunder, wenn sich da alterfahrene Kampfhennen wie Editrix als anti-antisemitische Schutzschilde um das Freisler-Opfer Broder gruppieren. Nach ihrem gefühltem Rechtverständnis ist es nämlich antisemitisch von einer Transsexuellen, sich nicht als “Herr“ oder mit der maskulinen Titulierung “Schlamperich“ anreden zu lassen. Offenbar glaubt auch Broder daselbst, dass seine Beleidigungen dann aufhören justiziabel zu sein, wenn man nur die Vorgeschichte kennt …

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/niggemeiers_faule_eier/

Ich bitte diejenigen, die dem Link gefolgt sind und Henryks Empörung gelesen haben, sich um Himmelswillen nicht an dem von ihm verwendeten Vergleich eines Menschen mit einem Parasiten zu stören. Wenn Henryk so etwas sagt, ist es koscher!

31.05.2008
14:33
Maulkorb für Broder
von Final Cut | #13

Mea Culpa maxima!

Henryk und Editrix haben Recht. Man muss auch die Vorgeschichte kennen, wenn man die Reaktionen eines Menschen verstehen will. Was natürlich nicht bedeutet, dass diese Kenntnis automatisch eine Freisprechung von jedweder Schuld auslöst, zumal diese Kenntnis einer ungenauen Erinnerung folgen kann. Wie hier bei Henryk, wenn er in sein Tagebuch schreibt:

(…)Denn “Nigge”, wie ihn seine Freunde zärtlich nennen, hat noch eine kleine Rechnung zu begleichen:

http://www.welt.de/kultur/article1708089/Der__BILDblog_und_die_Fehler_der_Anderen.html

Und wenn Sie sie sich jetzt Nigges kleines Schmierstück noch mal ansehen und bis ans Ende des Textes scrollen, werden sie verstehen, was für ein Problem er hat. (…)

Mit der Präsentation dieser “Vorkenntnis“, will er, man muss wohl sagen, aufgeregt und zornig, erklären, warum Herr Niggemeier in dem folgenden Link, betitelt mit “Henryk M. Broders Kastrationsängste“ sich so belustigend über ihn geäußert hat …

http://www.stefan-niggemeier.de/blog/henryk-m-broders-kastrationsaengste/


Ha, wird sich ein aufmerksamer Leser ohne Vorkenntnisse jetzt denken, am 22. Februar 2008, 04:00 Uhr hat Broder einen Artikel in der “Welt online“ geschrieben (Der BILDblog und die Fehler der Anderen, s. o.), in dem Herr Niggemeier gar nicht gut wegkommt. Und die “Broderschen Kastrationsängste“ waren einfach nur Herrn Niggemeiers Retourkutsche.

Dummerweise schreibt nun aber Herr Niggemeier schon etwas länger als dem 22 Februar 2008. So verfasste er beispielsweise am 08. Februar 2008 einen Artikel, den er mit “Gehirnfasten mit Henryk M. Broder“ überschrieb.
Wenn Sie mal schauen wollen …

http://www.stefan-niggemeier.de/blog/gehirnfasten-mit-henryk-m-broder/
Also hat sich doch unser Henryk glatt als Retourkutscher geoutet, der einem anderen Autor vorwirft einer zu sein.
Überhaupt gewinnt man Eindruck, dass der gute alte Henryk mit dem Begleichen von alten Rechnungen nicht mehr nachkommt. Nun ja, Beleidigungen, die ihm immer noch leicht aus der Feder laufen, schleifen sich mit der Zeit ab, verfehlen ihre erhoffte Wirkung, und der jüngste und lesbare Autor ist er auch längst gewesen. Broder ist gewissermaßen zum Henryk Flemming des Eintagsjournalismus geworden.

31.05.2008
02:49
Maulkorb für Broder
von Ecclesiastes | #12

Sic transit gloriam broder

31.05.2008
00:30
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #11

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

30.05.2008
09:10
Maulkorb für Broder
von HeteronomativeTS | #10

Hallo Freilichtmuseum,
immer noch sauer nach so vielen Jahren ? Dabei wart Ihr doch schuld weil ihr sie gemobbt und diskriminiert habt. Naja Hagen ist ja auch als Spießerstadt bekannt. Euer braunes Gesicht ist dabei nicht verborgen geblieben.

30.05.2008
00:46
Maulkorb für Broder
von Freilichtmuseum | #9

Frau Krienen schreibt hier die meisten kommentare selbst, um sich wichtig zu machen.

29.05.2008
20:55
Maulkorb für Broder
von The Editrix | #8

Das heißt dann der Jude hat Narrenfreiheit? Steht außerhalb von Recht und Gesetz?

Habe ich das gesagt, Herr Pawlow?

29.05.2008
15:01
Maulkorb für Broder
von Nobilitatis | #7

Auweiah, die Kommentatoren fallen reflexhaft über einen Juden her!
Mann, Mann, Mann. Das heißt dann der Jude hat Narrenfreiheit? Steht außerhalb von Recht und Gesetz? Das würde im Ernstfall wahrscheinlich noch nicht einmal Broder selbst wollen.
Es ist gut, dass fragwürdige Verhaltensweisen bei ALLEN kritisiert werden. Und dass Broders öffentliche Ausfälle nicht in Ordnung sind beweist das Urteil. Aus meiner Sicht kann man sehr gut ohne Beleidigungen argumentieren, wenn man in der Sache im Recht ist.

29.05.2008
10:29
Maulkorb für Broder
von The Editrix | #6

Zum Hintergrund: Krienen hatte, ich glaube, es war 2003, einen Artikel von Broder (mit dessen Erlaubnis) in ihrer Publikation veröffentlicht. Als er darauf aufmerksam gemacht wurde, worum es in diesem Pädophilen-Schmutzblatt eigentlich geht, hat er es sich, zuerst in völlig angemessener Form, verbeten, dort als Autor genannt zu werden. Es war Krienen, die daraufhin angefangen hat, zu pöbeln. Ich weiß es, denn ich hatte seinerzeit das zweifelhafte Vergnügen, die Korrespondenz lesen zu dürfen. Broder hat sie, glaube ich, auch inzwischen öffentlich gemacht.

Ich denke mal, dass Äußerungen wie antisemitischer Schlamperich eine eher harmlose Replik auf die Androhung (und den üblen antisemitischen Ausfall), jemandem was aufs Hakenkreuznäschen zu geben ist, und das gilt genauso für den Rest dieser lächerlichen Auseinandersetzung.

Dass die Kommentatoren hier in Pawlowscher Manier reflexhaft über einen Juden herfallen, der die Frechheit besitzt, antisemitische Ausfälle in gleicher Münze heimzuzahlen, sagt mehr über das deutsche Gemüt aus, als Broder jemals schreiben könnte.

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