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Interview

Loveparade: Keine Alternative

19.01.2009 | 18:43 Uhr

Essen. Von Kapazitäten, Terminen und Gleisbauarbeiten. Ein Gespräch mit Björn Köllen, Sprecher der Loveparade.

Ist die Loveparade 2009 nun endgültig abgesagt?

Björn Köllen, Sprecher der Loveparade. Foto: WAZ, Frank Vinken

Köllen: Das haben wir schon Ende letzter Woche getan und sind damit einer Bitte der Stadt Bochum nachgekommen. Ausschlaggebend waren mangelnde Kapazitäten, und hinzu kamen schließlich Gleisbauarbeiten der Deutschen Bahn.

Der alternative Vorschlag von Verkehrsminister Oliver Wittke, die A 40 für die Loveparade zu nutzen, kam nicht in Betracht?

Köllen: Diesen Vorschlag hatten wir vor längerer Zeit auch schon geprüft und rasch wieder verworfen. Das Hauptargument ist: Die Besuchermassen müssten auch dorthin und wieder zurücktransportiert werden. Letztlich mit Zügen, und dann gibt es immer noch Gleisbauarbeiten. Und fußläufig ist die Autobahn auch schlecht zu erreichen.

Ärgert es Sie als Veranstalter nicht, dass die Absage aus Bochum so spät kam?

Köllen: Hinterher kann man immer spekulieren . . . man kann höchstens grob sagen: Wenn man frühzeitig absagt, kann man als Veranstalter Alternativen entwickeln. Aber da denken wir nicht so viel drüber nach, wir blicken jetzt in die Zukunft.

Waren die Kapazitätsprobleme Bochums nicht auch den Veranstaltern frühzeitig bekannt?

Köllen: Definitive Informationen zu den Gleisbauarbeiten haben wir erst am 14. Januar bekommen.

Einen Tag, bevor die Loveparade abgesagt wurde. Laut einem der WAZ vorliegenden Brief der Bahn an die Stadt Bochum, wurde diese allerdings schon am 21. August 2008 über die geplanten Termine informiert.

Köllen: Nein, wir haben erst Mitte Januar von den Gleisbauarbeiten erfahren. Da müssen Sie die Stadt Bochum fragen.

Der Gelsenkirchener Bahnhof ist noch kleiner als der in Bochum.

Köllen: Generell kann man sagen, dass jetzt eine Herausforderung auf uns zu kommt. Vor zwei Jahren konnte man noch nicht absehen, dass die Loveparade so erfolgreich sein würde im Ruhrgebiet und auch wegen der Metropole Ruhr. Weil das Ruhrgebiet auch so gut mitmacht.

Interview: Thomas Mader

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Thomas Mader

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Kommentare
25.08.2010
20:20
Loveparade: Keine Alternative
von Marek.Lo | #6

Heute rgibt dieser Artikel einen ganz anderen Kontext. Man sieht, wie Schaller und seine Lakaien ihr eigenes Spiel gespielt haben. Ende Februar 2007 hatte man sich entschieden Berlin zu verlassen und schaffte es bis August eine LoPa in Essen zu organisieren (der Zuschlag erfolgte im April). Mitte Januar 2009 war es dann schon zu spät für eine Alternative? Und an der B-Parade in Berlin wollte man 2009 sich auch nicht beteiligen (wurde dann mangels Sponsoren im Mai abgesagt). Stattdessen hat man sich also intensiv für 2010 und 2011 vorbereitet. Ja, wie intensiv, das sieht man heute.

21.01.2009
18:36
Loveparade: Keine Alternative
von runningvalentino | #5

Ich glaube nicht, dass es die originäre Aufgabe der Stadtväter oder der Bahn ist Anhängern der lopa diese Event zu garantieren oder zu ermöglichen.Wenn sie es denn schaffen , ist es gut und löblich; man kann aber keines falls einen Rechtsanspruch ableiten. Das gleiche gilt m.E. aber auch für Großveranstaltungen im Bereich des Sports.

Übrigens gibt es sehr wenige Berufe , in denen eine unmittelbare Bedürfnisbefriedigung durch Penetranz erreicht werden kann. In meinem zumindest nicht .

runningvalentino

21.01.2009
10:19
Loveparade: Keine Alternative
von Pinky | #4

runningvalentino,

wenn ich in meinem Job kein Gehör finde, dann bleib ich dran bis ich Gehör finde, und offensichtlich werden wir ja nun gehört, sonst würde Frau Scholz die Absage ja nun nicht verteidigen, sondern weiter alles laufen lassen wie es ist.

Es ist eben nicht nur ein Ereignis, sondern eben ein Großereignis, was nicht nur ich gern gesehen hätte, weil ich die letzten Jahre es nunmal nicht geschafft hatte hinzukommen (Berlin zu weit weg und 2007 keine Mittel und 2008 Mistwetter, und ich will mit meinem Schirm niemanden ein Auge ausstechen), wäre das so ziemlich die ultimative Gelegenheit gewesen. Und offensichtlich stehe ich ja nun mit der Meinung ja nicht ganz alleine da.

Abgesehen davon heule ich nichtmal. Ich bin einfach nur sauer darüber, dass Otto-Normal-Bürger auf eine Riesenparty mit jede Menge Spass verzichten müssen, nur weil die Stadtväter und die Bahn unfähig sind für das Geld was sie bekommen auch was zu leisten. Und die verdienen weiß Gott mehr als ich. Und würde ich so arbeiten, dann würde ich schon lange unter einer Brücke schlafen.

20.01.2009
21:51
Loveparade: Keine Alternative
von MikeMG | #3

Da hat eine Stadt die Chance, sich weltweit darzustellen und zieht jetzt den Schwanz ein. Aber in Hessen hat die Partei, die auch in Bochum verantwortlich ist, schon die erste Pleite erlebt. Sie ist eben nicht fähig, Verantwortung zu tragen. Weiter so, dann sind´s bald unter 5 Prozent und Ihr bleibt uns erspart!

20.01.2009
16:02
Loveparade: Keine Alternative
von runningvalentino | #2

Nochmal : Was macht ihr alle denn für ein Geheule wegen eines einzigen Tages in eurem Leben, der nicht so läuft , wie ihr es gerne hättet?

Geht davon die Welt unter , oder müsst ihr deshalb eher sterben. Es ist ein Ereignis, mehr nicht !

Was macht ihr denn in eurem Job, wenn ihr kein Gehör findet ?

Mann, Mann, Mann ... ( gilt auch für Frauen )

runningvalentino

20.01.2009
12:42
Loveparade: Keine Alternative
von Pinky | #1

Genau... Immer den Schwarzen Peter wem anders zuschustern. War doch klar, dass sowohl die Stadt Bochum, als auch die Bahn das ganze Vorhaben zum Scheitern verurteilen.

Der Gelsenkirchener Bahnhof ist noch kleiner, da wird die LP aber nicht abgesagt? Wie lange sollen die Leute eigentlich noch verarscht werden? Entschuldigung aber mittlerweile fällt mir nichts anderes dazu mehr ein.

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