Lohnflexibilität für höhere Wettbewerbsfähigkeit
29.08.2010 | 15:36 Uhr 2010-08-29T15:36:00+0200
An dieser Stelle kommentieren Professoren aus der Region montags aktuelle Themen. Wirtschaftswissenschaftler Ansgar Belke beschäftigt sich mit dem Problem der unterschiedlichen Lohnentwicklungen in der Eurozone.
Die relativen Lohnkosten in den 16 Ländern der Eurozone entwickeln sich seit 1999 immer weiter auseinander. Die Länder mit den meisten Schwierigkeiten (Griechenland, Portugal und Spanien) haben relativ zu Deutschland 20 Prozent ihrer Wettbewerbsfähigkeit verloren, da in Deutschland die Lohnkosten weniger stark gestiegen sind.
Die Therapie scheint nahe zu liegen. Südeuropa muss seine Lohnstückkosten reduzieren, um Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen. Die Arbeitsgruppe des EU-Präsidenten van Rompuy erteilte den Auftrag an die Länder, Wettbewerbsfähigkeitsindikatoren zu entwickeln und gegebenenfalls einzugreifen.
Dieser Ansatz geht in eine falsche Richtung. Denn die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit einiger Länder würde von anderen wie Deutschland das Gegenteil verlangen. Die Reaktion Europas hierauf ist, dass kein Land zu Lohnerhöhungen gezwungen werden könne. Strukturreformen seien angezeigt. Sie erhöhten die Produktivität, so dass jedes EU-Land gewinne. Letzteres ist richtig, löst aber nicht das Kernproblem – dass die relativen Lohnstückkosten eines Landes nur dann fallen können, wenn die der anderen ansteigen. Es ist nicht klar, dass höhere Produktivität auch zu steigender Wettbewerbsfähigkeit führt. Häufig ist das Gegenteil der Fall. Einige Länder mit dem höchsten Produktivitätswachstum (Irland) beklagen wegen zu starker Lohnzuwächse die höchsten Verluste an Wettbewerbsfähigkeit.
Was treibt die Löhne? Die Länder mit dem höchsten Wachstum der Binnennachfrage weisen auch das größte Lohnwachstum auf (Spanien, Griechenland). Der Verlust an Wettbewerbsfähigkeit sollte deshalb einer boomenden Binnennachfrage zugeschrieben werden. Diese wurde durch Verfügbarkeit billiger Kredite für Konsum oder Bautätigkeit befeuert. Sie führte zu stark steigender Nachfrage nach Arbeit und trieb die Lohnkosten.
Ist diese Diagnose richtig, sollte die Lösung bereits auf dem Weg sein. Denn internationale Kapitalmärkte haben den Zugang der überkonsumierenden Länder zu Krediten bereits beschränkt. Die scharfe Haushaltskonsolidierung in Südeuropa sollte auch zu einer deutlichen Abschwächung der Binnennachfrage und zu niedrigeren Löhnen führen. Die Anpassung wäre einfacher, wenn die Lohnstückkosten in Deutschland nicht fielen. Da jedoch bei uns die Arbeitslosigkeit sinkt und dies in der Vergangenheit zu moderaten Lohnanstiegen geführt hat, ist dies wenig wahrscheinlich. Tatsächlich ist also EU-Lohnflexibilität die Schlüsselbedingung für den Anpassungserfolg – nach oben und nach unten.

09:31
Glaubt der Herr Montagsökonom (Montagsökonom, weil er vom Wochenende und Partymachen noch nicht ganz klar im Kopf ist) die wirklichkeitsferne Kaffeesatzleserei eigentlich selbst?
16:09
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15:56
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07:43
Na klar 1€ am Tag würde für jeden Arbeitnehmer reichen...gibt in Indien und China auch nicht mehr!
18:10
Da bei uns die Arbeitslosigkeit sinkt und das in der Vergangenheit zu moderaten Lohnanstiegen geführt hat....
Dieser Satz ist ein derartiger Quatsch ,dass er stellvertretend für den ganzen Artikel noch mal genüßlich zitiert werden darf.
Zu 95 Prozent werden hier nicht Montagsökonomen zu Wort kommen lassen ,sondern ökonomische Mondlaberer .
Dies allerdings auf höchstem Niveau!