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Liberale Genießer. Keine Spinner

28.12.2007 | 21:05 Uhr

Heiko Poerz aus Castrop-Rauxel ist Vorsitzender der Partei "Die Genießer" und ein tüchtiger Geschäftsmann.Er will sich das Rauchen nicht verbieten lassen - trotz des anstehenden Verbots. Sein Motto: "Jetzt erst recht!"

Castrop-Rauxel. Solche Termine lieben wir Journalisten: "Kommen Sie doch zu mir, dann machen wir es uns vor dem Kamin gemütlich." Andererseits: Beim Vorsitzenden der Partei "Die Genießer" hofft man natürlich auch ein bisschen, dass ein Interview einen besonderen Charme hat.

So gesehen hat Heiko Poerz schon vor dem Gespräch alle Erwartungen erfüllt. Das Feuer prasselt, die Zigarre glimmt, der Rotwein funkelt im Glas - zugegeben, auch für den Fotografen. "Genuss", sagt der 46-Jährige, "Genuss ist für mich: gut zu leben, unabhängig zu sein, an schönen Orten mit einer guten Zigarre auf dem Golfplatz stehen." Und das Geld? "Ach, das ist doch relativ." Mit den 40 Millionen aus dem Jackpot würde das Leben nicht einfacher. "Und wer immer nur nach Reichtum strebt, der wird auf die Nase fallen."

Poerz spricht, das darf man wohl sagen, aus eigener Erfahrung. Postbote war der gebürtige Bochumer, "aber ich konnte damals schon nicht viel mit 1800 Mark anfangen." In der Disco erzählte ihm ein Freund vom großen Geld, dass man mit Versicherungen machen kann. Poerz kündigte, sattelte um und gehörte bald zu den Erfolgreichen der Branche.

Genug war ihm das nicht: Nach einer verrückten Wette mit einem Kollegen entwickelte der leidenschaftliche Golfer ein Polohemd aus speziellem Material. Mit einem Kragen, der immer exakt liegt und echt goldenen Knöpfen in der Form von Golfbällen. 250 000 Mark will er in die Entwicklung investiert haben. Anschließend inserierte er die Hemden bei einem Nobel-Versandhandel. Sie wurden prompt ein Renner. Poerz ließ es mit den Versicherungen sein, übernahm lieber den Versandhandel. "Der teuerste der Welt", sagt er. "Wir standen im Guinness-Buch."

Das Geld floss reichlich - "auch in die Schweiz, nach Liechtenstein". 1991 stand die Steuerfahndung bei Poerz in Bochum vor der Tür. "Ich hab' gezahlt, einen Offenbarungseid geleistet und wieder bei Null angefangen." Mumm dazu hatte er genug: "Ich bin kreativ, ehrgeizig und strebe nach Unabhängigkeit."

Die Geschäftsidee, mit der er seither Erfolg hat, kam ihm zehn Jahre später, "bei einer Party bei Grönemeyer". Der rauchte nämlich eine Zigarre mit persönlicher Bauchbinde. "Aber ganz grottig gemacht." Poerz entwickelte die Idee weiter, kreierte Bauchbinden aller Farben und Formate, lasert inzwischen sogar Logos in die leicht brennbare Ware, und ist - wen wundert's - nach eigenen Angaben längst Weltmarkt-Führer bei Privat-Label-Zigarren. Clinton gehört zu seinen Kunden, Schröder, Becker, Beckenbauer. Die Klitschkos und Kofie Annan. "Wendelin Wiedeking auch. Ein absoluter Genussmensch übrigens."

Womit wir wieder bei der Partei wären. Deren Gründung betreibt Poerz nämlich nicht, weil er mit dem Geschäft nicht ausgelastet wäre, sondern aus Wut: über das Rauchverbot. "Wir Raucher sagen: Jetzt erst recht. Wir lassen uns das Rauchen nicht verbieten." Die veröffentlichten Todesfall-Zahlen durch Passivrauchen nennt er "absoluten Quatsch", "Kokolores" und "in höchstem Maß unredlich". Und schließlich: "Jedes Genussmittel im Übermaß ist schließlich schädlich. Auch in Chips sind krebserregende Stoffe."

Um nicht missverstanden zu werden: Poerz ist für ein Rauchverbot. "Dort wo es sinnvoll ist." Im Auto. Im Flieger. Bei Kindern. Ansonsten verlangt er die Wahlfreiheit. Raucherkneipe oder Nichtraucherkneipe: "Der Bürger muss selbst entscheiden können." Den Geschäftsmann stört die Doppel-Moral der Politiker: "Der Wulff kauft bei mir Zigarren mit seinem Bild, Wappen und Aufdruck: ,Mit freundlicher Empfehlung'. Und jetzt stellt er sich hin und sagt: Ich bin Nichtraucher. Haben die Jungs denn keinen Arsch in der Hose?" Auch für den parlamentarischen Sommerempfang der EU sei er schon wieder gebucht - von den Leuten, die das Rauchen verbieten wollten.

Poerz, der inzwischen mit seiner Frau und seinen Kindern in Castrop-Rauxel lebt, sieht seine demokratischen Grundrechte gefährdet: "Wir leben hier langsam in einer DDR light. Was Schäuble noch alles vor hat, das ist doch Stasi reloaded." Seine Partei sei ein Versuch, die Politiker zu ärgern. "Wenn man die Menschen bewegt, ihr Kreuz woanders zu machen, dann passiert was. Dann geht's schließlich um den großen Kuchen."

Rund 700 Mitglieder aus ganz Deutschland zählen "Die Genießer" schon. Wenn die offiziellen Gründungspapiere durch sind, will die Partei im September bei den Wahlen in Bayern erstmals antreten. Auf dem Programm: Rauchergaststätten, Abschaffung unnötiger Tempolimits ("unser Problem sind Idioten auf der linken Spur") und Autobahngebühren für Durchreisende. "Für Freiheit und Toleranz" nennen sich "Die Genießer" im Untertitel. "Wir sind Liberale. Keine Spinner."

Schon nach den ersten bürokratischen Hürden ist Poerz klar, dass Genuss und Partei sich eigentlich ausschließen. Und erstmals hat auch sein Ehrgeiz Grenzen: "Wenn es mir keinen Spaß mehr macht oder die Familie leidet, dann höre ich auf."

Von Britta Bingmann

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Kommentare
15.01.2008
13:33
Liberale Genießer. Keine Spinner
von Heiko Poerz | #12

Die BGN (Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten) hat gestern in einer über die Presse verbreiteten und auf Ihrer Webseite (http://praevention.portal.bgn.de/webcom/show_article.php/_c-...) nachzulesenden Erklärung eine Bombe platzen lassen.

Prof. Dr. med. R. Grieshaber von der BGN hatte ja bereits im Oktober die von Prof. Keil in den Raum gestellten Thesen und Zahlen zu Passivrauchtoten infrage gestellt. Damals stellte er Prof. Keil zur Rede wie er auf die Zahl der 3.300 Passivrauchtoten käme und ob er kein schlechtes Gewissen habe, wenn er wisse das 2/3 der Fälle älter als 80 Jahre sind und die alleinige Todesfallursache Passivrauchschädigung nicht gegeben sei. Prof. Keil hatte darauf wortlos das Symposium verlassen.

Das auslösende Moment, das ein Hinterfragen der DKFZ-WHO-Hypothesen zum Passivrauch geradezu herausforderte, war der Garagenversuch, der in der Roten Reihe des DKFZ veröffentlicht wurde und großes öffentliches Aufsehen erregte. Es wurde der Eindruck erweckt, dass Dieselruß als Feinstaub gegenüber Passivrauchfeinstaub ein Gesundbrunnen sei. Dies hat bei der BGN den Glauben an die Methoden des DKFZ–WHO-Kollaborationszentrums ganz wesentlich erschüttert und dafür gesorgt, dass man den gesamten Test und die Messmethoden nochmals genau untersucht und den Test exakt nachgestellt hat.

Die Ergebnisse werden entweder für einen politischen Erdrutsch sorgen oder einfach ignoriert werden, da es politisch nicht passt!

Die Ergebnisse können Sie im Detail auf der o.g. Webseite der BGN nachlesen und herunterladen. Hier jedoch die wesentlichen Erkenntnisse in Kurzform:

Berufsbedingte Erkrankungen durch Passivrauch (Kellner und Köche):

- Die vorliegende Studie macht weltweit erstmals an großen gewerbespezifischen Datenmengen ( ca. 650.000 Erkrankten - davon 62.000 Kellner und 174.000 Köche) und deren Auswertung deutlich, dass sich die bisherigen Bewertungen auf korrelative Beziehungen stützen. Diese sind zwar Voraussetzung für Kausalbetrachtungen, aber sie sind kein Maß für Kausalität.

- Die Erhebungen zu den Erkrankungen im Bereich
- ischämische Herzkrankheit
- chron. Krankheiten der unteren Atemwege
zeigen gerade bei den ETS-exponierten Berufsgruppen NICHT die Erkrankungsdramatik, wie sie in Studien zur Korrelation mit unbrauchbarer Methodik ermittelt wurden.

Fazit: Es ist der BGN gelungen die Methoden zu analysieren mit denen ein Wissenschaftsharakiri (Originalzitat der BGN!) begangen wurde. Die BGN verfügt über Daten, welche die Wirklichkeit beschreiben, und kann den Nachweis führen, dass die relevanten Risiken in der Gastronomie nicht in der Passivrauchexposition und auch nicht im Kellnerbereich liegen, sondern in völlig anderen nicht mit Passivrauch belasteten Untergruppen des Gewerbezweiges!

Garagenversuch
Vergleich der Partikelkonzentrationen in einer Garage verursacht von:

a) dem Abbrand dreier Cigaretten
B) den Leerlaufemissionen eines PKW-Dieselmotors (Abgas gemäß Euro-3-Norm)

Einleitung:
Im Zuge der Diskussion um die Gesundheitsschädlichkeit von Passivrauch (ETS) ist unter anderem auch eine italienische Studie von Invermizzi et al. zitiert worden, nach der das Abbrennen dreier Cigaretten in einer geschlossenen Garage zu einer um ein Vielfaches höheren Partikelkonzentration führt, als der halbstündige Betrieb eines Dieselmotors nach Euro-3-Norm ohne Rußfilter im Leerlauf. Mit der zusätzlichen Behauptung, dass die Zusammensetzung von ETS vergleichbar sei mit anderen Verbrennungsprodukten fossiler Produkte (also auch Dieselkraftststoff) wird daraus die Schlussfolgerung gezogen, dass die Emissionen nur dreier Cigaretten um ein Vielfaches schädlicher seien, als die des 30 Minuten im Leerlauf betriebenen Dieselmotors.

Dieses Ergebnis widerspricht krass der Erwartung. Daher wurde der Versuch so gut wie möglich originalgetreu nachgestellt.

Diskussion:
Mit dem Metone Aerosolmonitor konnte das Ergebnis von Intermizzi et al. hinsichtlich der Aussage, dass drei Cigaretten eine vielfach höhere Emission haben, als ein 30 Minuten im Leerlauf betriebener Dieselmotor, bestätigt werden. Alle anderen Messmethoden führten aber zu dem gegenteiligen Ergebnis, nämlich, dass der Dieselmotor eine um ein Vielfaches höhere Emission aufweist.

Woher rührt der scheinbare Widerspruch?
Für sich gesehen arbeiten alle Messmethoden korrekt. Es muss nur berücksichtigt werden, was sie eigentlich messen. Und im Fall des Metone Aerosolmonitors ist dies das Streulicht von Partikeln ab 0,5µm Größe gemessen an Latex. Umgerechnet auf die geringe Streulichtintensität der Dieselrusspartikeln beginnt der Messbereich des Metone für diese aber erst bei etwa 1,5µm Partikelgröße. Bei den Tabakrauchpartikeln handelt es sich um verhältnismäßig grobe Kondensattropfen, die von dem Aeroslmonitor zumindest noch teilweise erfasst werden.
Dieselrusspartikeln unterscheiden sich davon völlig. Es handelt sich um lockere Agglomerate von fraktaler Struktur bestehend aus winzigen Primärpartikeln. Selbst die Agglomerate sind noch sehr viel feiner als die Kondensattropfen des Tabakrauchs. Der Aerosolmonitor ist somit Dieselpartikeln gegenüber völlig blind und damit für diese Anwendung ungeeignet.

Hinzu kommt, dass der Motorluftfilter während des Versuches die Garagenluft von den groben Partikeln sogar noch reinigt und der Dieselmotor aus der Sicht des Metone-Messgerätes wie ein Luftreiniger wirkt! In der Tat fiel der Messwert dieses Aerosolmonitors nach Einschalten des Dieselmotors noch ab und stieg erst wieder nach dem Öffnen des Garagentores.

FAZIT:

• Die Schlussfolgerung der Studie von Invermizzi et al. sind falsch. Sie beruhen auf der Verwendung eines nicht geeigneten Messgerätes.

• Die Feinstaubemission des Dieselfahrzeugs waren bei den durchgeführten Messungen mit dem Berner Niederdruckimpaktor im Mittel etwa 3 mal so hoch, wie die der Cigaretten - im zeitlichen Spitzenwert des SMPS betrugen Sie sogar das 4-fache.

• Die Ergebnisse des von Invermizzi et al. verwendeten optischen Aerosolmonitors zeigen den umgekehrten - hier weisen die Cigarretten einen scheinbar 5 mal höheren Feinstaubgehalt auf, bedingt durch die optischen Eigenschaften der Dieselrußpartikeln sowie der unteren Detektionsgrenze des Monitors.

• Die Messung von ultrafeinen Aerosolen im Größenbereich unter 300 µm ist nicht mit optischen Einzelpartikelzählern sinnvoll zu realisieren - in diesem Bereich sind andere Messprinzipien vorzuziehen.

-----------------

Spannend bleibt nun abzuwarten, wie die Politik, das DKFZ und die Öffentlichkeit auf die neuen Erkenntnisse reagieren. Fakt bleibt auf jeden Fall, dass ohne Not durch die Politik und fanatische Gesundheitsapostel eine Passivrauchhysterie angestrengt wurde, die in Rekordzeit die Bevölkerung gespaltet hat und durch vorschnell erlassene Gesetze und Verbote Arbeitsplätze und Existenzen vernichtet wurden und werden sowie massiv Steuereinahmen des Staates zurück gehen.

31.12.2007
17:40
Liberale Genießer. Keine Spinner
von Heiko Poerz | #11

@ Birgit Kübler

Liebe Frau Kübler,

na klar ist reine Luft besser als unreine. Aber die Luft wird nicht in erster Linie von/durch Raucher verunreinigt!
Kein Arbeitgeber zwingt jemanden irgendwo zu arbeiten wo er es nicht will. Weit über 80% der Angestellten im Gastrobereich raucht selbst.
Zwangsberauchung ist, wenn ich Sie in einen Raum setze und dazu zwinge den Rauch einzuatmen. Dies tut aber kein Mensch!

Sie zitieren ja selber den Art. 3 der UNO und damit auch den Punkt der Freiheit. Genau diese beanspruchen Sie und ich und z.B. die Gastwirte.
Wie heißt es da auch noch Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollten einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen. 100% Übereinstimmung!
Allerdings frage ich mich schon länger, ob der Passus mit der Vernunft zutrifft!?

Sie zitieren immer Sachen, die unbestritten wissenschaftlich NICHT bewiesen sind. U.a. durch die WHO, die gerade zu dem Thema eine weltweite Studie veröffentlicht hat. Aber die interessiert mich hier jetzt gar nicht, da man alles solange untersuchen und verschieben kann bis es passt. Fakt ist jedoch, dass alle Genußmittel im Übermaß genossen schädlich sind. Manche mehr und manche weniger. Tabak hat leider zusätzlich das Problem, dass er stinkt bzw. Dritte belästigt. Das ist ein Fakt den man akzeptieren muss.

Das der von Ihnen zitierte Herr Wischnath nur wenige Lokalitäten vorfindet die ihm und seiner Familie eine angenehme Atmosphäre erlauben tut mir leid, aber daran kann ich nichts ändern. Marktwirtschaft richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Wenn Nichtraucherlokalitäten eine so große Nachfrage hätten, dann würden sie ja wie Pilze aus dem Boden schießen. Tun sie aber nicht und trotzdem wollen Sie und andere, mündige Bürger dazu zwingen. Freiheit, Demokratie, Toleranz, Vernunft???

Wir haben gute Gesetze, die nur vernünftig angewandt werden müssen. Es gibt Rauchverbote und die werden angewandt. Sinnvoll kann man sie ergänzen (z.B. im Auto mit mitfahrenden Kindern). Das wird aber nicht getan. Steckt wohl die böse Raucherlobby dahinter? Die Industrie hat gar kein Interesse daran etwas an den Werbe- und Rauchverboten zu ändern. Marktanteile werden zementiert und weniger geraucht wird ohnehin nicht. Der Staat der auf Steuereinnahmen angewiesen ist schädigt sich selber. Siehe tägliche Meldungen über Schmuggelcigarretten. Was würde Ihre Krankenversicherung heute kosten, wenn die Einnahmen aus der Tabaksteuer (ca. 19 Milliarden Euro) nicht zum Großteil für die Finanzierung der Gesundheitsreform herangezogen würden!? Haben Sie da schon einmal drüber nachgedacht? Vermutlich nicht. Und die Krankenkassen haben auch kein Problem mit den Rauchern, denn die sterben schnell genug. Ganz anders als die Diabetiker und Alkoholiker. Der Staat verfährt u.a. nach dem Prinzip was kostet etwas und was bringt es ein. Und da steht beim Thema Rauchen ein massives Plus. Soweit so gut (oder auch nicht).

Wer hat Interesse an einem Rauchverbot? Die Pharmaindustrie! Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Frau Bätzig möchte gerne die Rauchentwöhnungspräparate von den Kassen bezahlen lassen. Hurra, die Pharmalobby klatscht Beifall und freut sich auf ein Milliardengeschäft. Gleichzeitig stiftet sie Preise zur Untersuchung des Passivrauchschadens. Hoch dotiert und mit einem schönen Gruß der Fa. Pfizer, die natürlich schon das passende Spray entwickelt hat.

Friseure, auch ein tolles Thema. Wenn es Ihnen nicht passt das bei Ihrem Friseur geraucht wird, dann wechseln Sie den Friseur. Es gibt genug. Bei meinem darf ich auch nicht rauchen. Ich bin aber auch noch nie auf die Idee gekommen es dort zu tun.

Und jetzt zu dem Quatsch mit dem Rauchen in Wohnungen. Wenn Sie allen ernstes dies fordern, dann vergessen Sie bitte nicht auch alle weiteren Dinge zu regeln, die dann unter Ihr Motto Eigentum verpflichtet passen, wie z.B.: keine Kerzen am Weihnachtsbaum, Sicherheitsschaltungen für Bügeleisen und andere technischen Geräte. Wo leben Sie denn eigentlich? Natürlich soll man so leben das man andere nicht gefährdet! Aber wo ziehen Sie die Grenze? Ist der ein Gefärder, der mit 180 km/h auf der Autobahn fährt oder der, der mit 80 km/h ohne zu gucken auf die linke Spur fährt und dort bleibt!???

Haben Sie sich das Lebensmittelgesetz bzw. Lebensmittelrecht schon einmal angeschaut? Vermutlich nicht. Wenn die Cigarrette verboten gehört aus Lebensmittelrechtlichen Gründen, dann wäre sie verboten und wir hätten das ganze Theater um das Nichtraucherschutzgesetz nicht. Tabakwaren sind (noch) legale Produkte, die frei verkäuflich sind. Das nächste was kommt ist der Alkohol. Frau Bätzig hat auch schon angekündigt, dass die deutsche Fußballnationalmannschaft keine Werbung mehr für die Bitburger Brauerei machen soll. Vorbildfunktion!

Am Ende kommen allen Rauchgegnern nur die Argumente mit dem Schädigung der Allgemeinheit. Jawoll, immer feste drauf. Was ist denn mit den Kosten für die Allgemeinheit durch alle zu fetten Menschen, alle Alkoholiker (wo fängt das eigentlich an? Beim wöchentlichen Viertele Rotwein?) und alle Risikosportarten wie Fußball, Skifahren, Hockey, Handball etc.?

Prinzipiell ist das gesamte Leben tödlich. Merkwürdigerweise sterben manche Gesundheitsapostel in jungen Jahren und Menschen die ihr Leben lang gesündigt haben werden 100 Jahre alt.
Warum hat noch keiner ergründet woran das liegt?

31.12.2007
10:17
Liberale Genießer. Keine Spinner
von Heiko Poerz | #10

@ cyracus

mit Ihrem Vorschlag kann ich grundsätzlich leben. Aber was haben Sie dagegen, wenn es Örtlichkeiten gibt, an denen eben nur Raucher sein wollen. Die sich freiwillig und ohne Zwang z.B. in einem Raucherclub treffen wollen? Auch die dort Angestellten (vielleicht selber Raucher) arbeiten bewusst dort. Ist da auch etwas einzuwenden?

Das Nichtraucherschutzgesetz in Bayern lässt so etwas nicht zu. Das ist gegen das Grundgesetz. Auch das ein Wirt nicht entscheiden kann was er in seinem Lokal macht ist eine Einschränkung der persönlichen Freiheit.

Und wie verfahren Sie gemäß Art. 2 Abs. 1 GG bei der Feinstaubbelastung durch den Kraftverkehr? Alle Autos verbieten?

Wo wollen Sie Grenzen ziehen? Was den anderen erfreut, stört den nächsten.

Freiheit & Toleranz sind hohe Güte die es zu verteidigen und vorzuleben gilt. Fangen Sie doch auch damit an, ich nehme Rücksicht wann und wo ich rauche.

31.12.2007
10:08
Liberale Genießer. Keine Spinner
von Heiko Poerz | #9

@w.Weege

Lieber Herr Weege,

woher Sie Ihre unwahre Behauptung nehmen, kann ich nicht nachvollziehen. Mein Führungszeugnis ist weiß, da ich nicht vorbestraft bin.

Auch habe ich keine Steuern hinterzogen.
Wer lesen kann ist klar im Vorteil, und auch der, der in Deutschland lebt und frei seine Meinung äußern kann, auch wenn Sie nicht wahr ist.

Der Schritt an/in die Öffentlichkeit ruft sicher nicht nur Lobeshymnen aus. Damit kann ich leben.

Es wäre daher sehr nett von Ihnen, wenn Sie Ihre Aussagen widerrufen würden und sich entschuldigen.

31.12.2007
02:10
Liberale Genießer. Keine Spinner
von W. Weege | #8

Der Geniesser Nr. 1 ist also vorbestrafter Steuerhinterzieher - wer mögen die anderen 699 Mitglieder sein?
Doch nicht etwa Tabakhändler oder deren green washer?

31.12.2007
01:28
Liberale Genießer. Keine Spinner
von cyracus | #7

Poerz ist für ein Rauchverbot. Dort wo es sinnvoll ist. ... Der Bürger muss selbst entscheiden können.

Dem stimme ich voll zu! Sinnvoll ist das Rauchverbot überall dort, wo sich Menschen gemäß Artikel 2 Grundgesetz aufhalten und sich entscheiden, keinen Tabakrauch einatmen zu wollen (also auch auf Bürgersteigen und in Freiluftcafés und Biergärten). Denjenigen, die sich nicht frei entscheiden können (wie kleine Kinder) darf man keinesfalls die Atemluft mit Tabakrauch befüllen.

Art. 2 Abs. 1 GG garantiert jedem „das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt ...“,
in Verbindung mit
Abs. 2: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“

30.12.2007
02:48
Liberale Genießer. Keine Spinner
von Birgit Kübler | #6

@ Herrn Heiko Poerz,

Zwangsberauchung verletzt die Freiheit und die Menschenwürde!

Es ist eine Tatsache, daß reine Luft für alle besser ist. Sogar kleine Kinder wissen, daß Tabakrauch Angriff auf das Leben ist. Warum sollen Passivrauchopfer weiterhin tolerieren, mit einem krebserregenden, übelriechenden Luftschadstoffgemisch an der Gesundheit geschädigt und vollgestunken zu werden? Jeder hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit, weshalb Raucher kein Schädigungsrecht haben können, und zwar nirgendwo, auch nicht in der Kneipe. Kellner und Kellnerinnen sind nicht Menschen dritter Klasse, die von Kunden geschädigt werden dürfen. Das geht aus Artikel 3 des Grundgesetzes hervor: Keiner darf bevorzugt oder benachteiligt werden. Insbesondere stellt die Zwangsberauchung eine Verletzung der Menschenwürde und der Freiheit dar. Es ist ein Menschenrecht, nicht zwangsvergiftet zu werden. Artikel 3 der UNO-Menschenrechtserklärung: Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person. Artikel 1 der UNO-Menschenrechtserklärung: Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollten einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen. Im Bundesgesetzblatt 36, Gesetz über das WHO-Rahmenabkommen 2004, unterzeichnet vom Bundeskanzler, Bundespräsidenten und von der Bundesgesundheitsministerin, ist zu lesen: Passivrauchen führt zu Invalidität, Krankheit und Tod. Wir wissen alle, daß die Pflicht des Staates die Pflicht zur Risikoabwehr umfaßt. Weil Tabakrauch das Erbgut schädigt, gehört es genauso wie Contergan verboten. Außerdem möchte ich Herrn Adolf Wischnath, ehemaliger Rechtsanwalt in Bielefeld und Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Dortmund, zitieren: Denn Freisein heißt, frei atmen können, und ein Staat, der es zulassen würde, daß seine Bürger nicht mehr frei atmen dürfen, macht sich selbst der schwersten Freiheitsverletzung an eben diesen Bürgern schuldig. Vielen Menschen ist es beispielsweise sehr wichtig, ohne Gift, Dreck und Gestank essen zu können oder ein Getränk zu genießen. Meine Familie geht nur dort essen, wo wir in angenehmer, rauchfreier Atmosphäre essen können. Leider gibt es so etwas Schönes in Recklinghausen nicht. Wirte, die sich nicht um unser Wohl bzw. die Lufthygiene in den Räumlichkeiten kümmern, können auch nicht mit uns ein Geschäft machen. Dasselbe trifft für Friseure zu. Wir fordern absolut rauchfreie Räume, Raucherecken sind keine Lösung, weil das Luftschadstoffgemisch, Tabakrauch, nicht nur in der Raucherecke bleibt, sondern sich ausbreitet, bis überall die Tabakrauchgiftkonzentration gleich ist. Das ist ein Naturgesetz. Ich habe den Eindruck, daß die Menschen ihre Rechte nicht kennen. Artikel 1, 2 und 3 des Grundgesetzes, das Strafgesetzbuch § 223 ff, die Menschenrechte, die Kinderrechte, die Arbeitsstättenverordnung u.a. gehen konform mit dem Schutz der Menschen vor Zwangsberauchung. Rauchen kann auch nicht in der eigenen Wohnung gestattet sein, weil es andere Mitbewohner gefährdet, nicht nur wegen des Luftschadstoffgemisches, Tabakrauch, sondern auch wegen der Brandgefahr (Artikel 14 des Grundgesetzes: Eigentum verpflichtet), so daß die Vermieter in diesem Falle große Verantwortung tragen. Beim Ausziehen ist eine Raucher-Wohnung außerdem mit Tabakrauchgiften verseucht und stellt für die nächsten Mieter eine sehr große Gefahr dar. Laut Artikel 6, Absatz 2 des Grundgesetzes haben alle Eltern eine Fürsorgepflicht und kein Schädigungsrecht. Also kann das Rauchen in der Wohnung mit Kindern sowieso nicht erlaubt sein. Auch in Krankenhäusern, Kindergärten, Altenheimen und Schulen muß die Luft selbstverständlich giftfrei sein. Das ist leider meistens nicht der Fall. Meine Freundin arbeitet auf der Intensivstation und kämpft seit Jahren für einen tabakrauchfreien Arbeitsplatz, unglaublich aber wahr! Ich freue mich sehr, daß damit nun Schluß ist. Ich finde es besonders bedauerlich, daß ausgerechnet die Schulkonferenzen, also diejenigen, die für den Schutz unserer Heranwachsenden verantwortlich sind, den Gesundheitsschutz außer Kraft setzten. Nun denn, im nächsten Jahr ist das glücklicherweise nicht mehr möglich, denn jeder Schüler ist dann vor dem Tabakrauch in der Schule geschützt. Den Pädagogen ist die eigene Zigarette wichtiger als ihre Vorbildfunktion und die Gesundheit der Schüler. Auch dieses verantwortungslose Verhalten ist nun bald blauer Dunst von gestern. Übrigens müßte die Zigarette im Sinne des Lebensmittelrechts schon längst verboten sein. Ein anderes Produkt mit denselben Folgen wäre sofort vom Markt. Würde jemand heute versuchen, die Zigarette neu auf den Markt zu bekommen, würde sie nicht zugelassen werden. So berichtete die Frankfurter Rundschau bereits im Jahre 1988, und Sie, Herr Poerz, können gerne diesen Artikel von mir haben. Quintessenz: Die Raucher hatten noch nie das Recht, ihren Mitmenschen erheblichen Schaden zuzufügen. Die Tabakrauchgegner fordern Rechte, die sie schon immer hatten. Sie wurden nur nicht umgesetzt.
Auf eine bessere Zukunft in einer menschenfreundlichen Atmosphäre!

29.12.2007
17:38
Blockierter Kommentar.
von Heiko Poerz | #5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

29.12.2007
17:36
Liberale Genießer. Keine Spinner
von Heiko Poerz | #4

@ Birgit Kübler

Liebe Frau Kübler,

ja, was dem einen duftet, stinkt dem anderen. Und das zieht sich durch alle Bereiche des Lebens.

Was hat Rauchen mit Freiheit zu tun? Was hat das verbieten von Rauchen mit Freiheit zu tun? Recht gebe ich Ihnen, dass nicht nur Kindern kein Schaden zugefügt werden soll. Und hier liegt eines der Probleme beim rauchen bzw. durch die Raucher.

Wir sind für Rauchverbote. Rauchverbote sollten auch ausgedehnt werden auf das Rauchen im Auto im Beisein von Kindern. Auch kann ich Ihrer Empfehlung nur beipflichten, dass das Rauchen in der Wohnung/Haus in Anwesenheit von Kindern unterlassen werden sollte. Aber ein Verbot - das ohnehin nicht zu kontrollieren wäre - ist der falsche Weg. Oder wollen Sie dann auch das füttern von Süßigkeiten, Fastfood und dergleichen gleich mit verbieten?

Woher nehmen Sie z.B. die gesicherte Zahl, dass ein Kind jede Woche an den Folgen des Passivrauchens stirbt!? Selbst die WHO hat in Ihrer offiziellen Studie festgestellt, dass es keinen wissenschaftlich zu beweisenden Zusammenhang zwischen Passivrauch und Krebserkrankungen gibt. Also bitte Vorsicht mit solchen Zahlen. Ich will das Rauchen und die damit verbundenen Gefahren auch nicht verniedlichen. Aber was ist mit den alkoholisierten Jugendlichen? Ist ein Weintrinker ein Alkoholiker? Ist ein Pfeifen- oder Cigarrenraucher ein Süchtiger?

Genuss ist individuell, wie Sie Anfangs ja bereits treffend formulierten.

Ein ganz zentraler Punkt in unserer Demokratie (Grundgesetz) ist die persönliche Selbstbestimmung. Und die wird durch ein Verbot von Raucherlokalen massiv eingeschränkt! Was spricht denn dagegen, wenn mündige, Erwachsene Bürger beschließen, das sie statt in eine Nichtraucherkneipe, lieber in eine Raucherkneipe gehen wollen? Werden Sie jetzt gezwungen auch in eine Raucherkneipe zu gehen? Nein!

Der Wirt aber, der wird von Gesetzes wegen gezwungen eine Nichtraucherkneipe zu betreiben. Wo leben wir denn?

Fakt ist doch, dass es Menschen gibt die Rauchen wollen. Dies wollen/könnten sie tun, wenn es dafür geeignete und klar gekennzeichnete Räume gibt. Und dort muss auch kein Angestellter arbeiten, der das nicht will.

Auch für mich ist reine Luft ein Genuß. Und deshalb suche ich mir zum Rauchen einen Ort, an dem ich nicht störe und auch nicht gestört werde. Und dieses Wahlrecht möchte ich erhalten wissen. Nicht nur für das Rauchen, sondern auch in anderen Lebensbereichen.

In diesem Sinne noch viel Genuß

29.12.2007
17:18
Liberale Genießer. Keine Spinner
von Heiko Poerz | #3

@ ALL

Journalisten leben davon das Sie Geschichten aufschreiben und weiße Blätter füllen. Manchmal geht aber auch die Kreativität mit Ihnen durch und sie schießen über das Ziel hinaus. Beim Artikel über mich sind einige Punkte falsch zitiert oder aus dem Zusammenhang gerissen.Deshalb möchte ich das hier korrigieren.

1. Todesfall-Zahlen von Passivrauchern.
Genau gesagt geht es um die rein statistisch ermittelte Zahl von 3301 Passivrauchtoten. 2 Drittel der zur Studie herangezogenen Toten war älter als 80 Jahre! Die alleinige Todesfallursache Passivrauch kann hier also nicht angeführt werden. Dies sagen führende Präventivforscher, die den Erfinder der Passivrauchthese auch damit konfrontiert haben. Der Herr Prof. Thiel ist darauf wortlos aus dem Kongress geschlichen.

2. Partei & Ehrgeiz
Die Partei habe ich/wir nicht gegründet um Spaß zu haben. Allerdings setze ich die Grenze bei Bedrohung der Familie.

Weitere, kleine Fehler sind hier nicht der Rede wert. Wichtig ist mir aber, dass wir keine Raucherpartei sind und auch keine Spinner.

Allen ein Gutes, neues Jahr

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