Lehrer wehren sich
28.10.2009 | 17:31 Uhr 2009-10-28T17:31:00+0100Düsseldorf. Mit einem neuen Projekt zur individuellen Förderung an Ganztags-Gymnasien erntet die Landesregierung ausgerechnet bei ihrer Zielgruppe heftige Kritik.
Gemeinsam mit der Mercator-Stiftung und den drei Ruhrgebiets-Unis sollen an 30 Gymnasien Wege erprobt werden, das schulische Angebot mehr auf den Ganztag zuzuschneiden, um mehr Schüler zum Abitur zu führen. Kosten: zehn Millionen Euro. Doch der Philologen-Verband NRW wehrt sich. „Wir müssen uns nicht belehren lassen, wie eine gute Schule gelingt”, so Vorsitzender Peter Silbernagel.
Sechs Jahre lang sollen an den Gymnasien, die in den Ganztags-Unterricht von acht bis 15 Uhr wechseln, Organisationsformen und eine „besondere Kultur der individuellen Förderung” entwickelt werden. Dazu gehören neue Konzepte vor allem für Deutsch, Englisch und Naturwissenschaften. Jede Schule erhält vier Entlastungsstunden für die Lehrer, bis zu 5000 Euro im Jahr für die schulische Arbeit und Unterstützung durch Fachleute. Federführend ist der Dortmunder Schulforscher Wilfried Bos.
„Eine Vorreiterrolle”
Für künftige Ganztags-Gymnasien sollen die 30 Pilotschulen „eine Vorreiterrolle übernehmen”, so Schulministerin Barbara Sommer (CDU). Doch der sonst meist regierungstreue Philologenverband reagiert ungewohnt schroff. „Wir brauchen keine neuen Schulprojekte”, so Silbernagel. Er warnt davor, „alte Vorurteile gegenüber dem Gymnasium zu kultivieren”.
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