Das aktuelle Wetter NRW 12°C
Konjunktur

Langsam geht es bergauf

27.08.2009 | 17:31 Uhr
Langsam geht es bergauf

Essen. Die Wirtschaftskrise könnte schneller zu Ende gehen als bislang angenommen. Banken und Forschungsinstitute heben ihre Wachstumsprognosen für 2010 an – und sagen voraus, dass das Minus im laufenden Jahr kleiner ausfallen könnte als vorausgesagt.

Was spricht dafür?

Um die Frage zu beantworten, ob der einsetzende Aufschwung tatsächlich schon in den Unternehmen angekommen ist, blicken die Konjunktur-Experten auf die so genannten „Frühzykliker” – also Branchen, die Konsumgüter herstellen. Dazu gehört die Chemieindustrie. Nach Angaben ihres Verbandes VCI zieht die Produktion von Grundchemikalien seit Februar „leicht, aber stetig” an. Seit April, so der VCI, stabilisierten sich auch die Preise.

Auch die Stahlbranche reagiert früh auf Konjunkturimpulse. Nach dem Tiefstand der Rohstahlproduktion im April geht es bergauf – allerdings nur im Vormonatsvergleich. Das Niveau der boomenden Vorjahre wird längst nicht erreicht. Laut Wirtschaftsvereinigung Stahl sackte die deutsche Produktion in den ersten sieben Monaten um über 40 Prozent im Jahresvergleich ab. Spiegelbildlich verläuft die Weltmarkt-Entwicklung.

Was spricht dagegen?

Der Maschinenbau – Motor der Exportnation Deutschland – konnte bis Juni noch keine Entwarnung geben. Bis dahin sackte der Auftragseingang dem Verband VDMA zufolge um 46 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ab. Eine Verbandssprecherin: „Wegen der Krise machten viele Betriebe im Juli und August Betriebsferien.”

Wie ist die Stimmung?

Zum fünften Mal in Folge registrierte das Münchener Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) im August ein verbessertes Geschäftsklima in Deutschland – die besten Zahlen seit Jahresbeginn. Die befragten Unternehmen bewerteten nicht nur ihre Zukunft positiv, sondern auch ihre aktuelle Lage. Unter Börsianern gilt der Ifo-Geschäftsklima-Index zwar als Frühindikator. Die 7000 Firmen, die monatlich berichten, haben aber nur eingeschränkte Möglichkeiten, ihre Lage (gut, befriedigend, schlecht) und ihre Aussichten (günstiger, gleich, ungünstiger) zu beschreiben.

Wie reagieren Verbraucher?

Auch die Konsumfreude der Verbraucher steigt weiter. Das Marktforschungsinstitut GfK sieht für September die Konjunktur- und Einkommenserwartungen sowie die Anschaffungsneigung wachsen. Im langfristigen Vergleich bleibt das Konsumklima aber weiter auf einem niedrigen Niveau.

Laut Statistischem Bundesamt gaben die Bürger im ersten Halbjahr 0,1 Prozent mehr aus. Ohne die bald auslaufende Abwrackprämie für alte Autos hätte sich der private Konsum aber um ein Prozent verringert.

Wie sieht die Zukunft aus?

Die Frage, wann der Aufschwung kommt, beantwortete Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vorige Woche in Mülheim: „Die Krise ist vorbei, wenn wir wieder da sind, wo wir vor der Krise waren.” Und das dürfte laut Experten noch Jahre dauern.

Frank Meßing

Facebook
 
Kommentare
24.09.2009
10:51
Langsam geht es bergauf
von Colorado1104 | #1

Leute, bedient Euch lieber unabhängiger Berichterstattungen! Also nicht hier sondern besser auf den Nachdenkseiten.de

Dort wird nicht so vertuscht, geschönt, gelogen oder etwa falsch recherchiert!

Noch einmal, www.nachdenkseiten.de wenn Ihr Euch nicht belügen und an der Nase herum führen lassen wollt!!!

Das ist kein Scherz, sondern bittere Tatsache!!!

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/38345/create

Umfrage

Hat Schweden zurecht den ESC gewonnen?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Der Weg zum Smartphone
Bildgalerie
Fotostrecke
Literatur-Nobelpreisträger
Bildgalerie
Auszeichnung
Nominierungen für den Europäischen Filmpreis 2009
Bildgalerie
Filmpreis
Foto
Von der Leyens Karriere
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Hilfsbedarf steigt akut
WAZ-Info
In immer mehr Familien wird Hilfe benötigt, um den alltäglichen Anforderungen gerecht zu werden. Für die Allgemeinheit wird das teuer.
Mit King Kong in der Warteschlange
Kino im Bild
Zwei Wochen lang konnte man die „Kinohelden“ des gleichnamigen Jugendwettbewerbs der Kunst- und Musikschule in der Hauptstelle in Velbert-Mitte sehen. Die Ausstellung ging jetzt mit der Prämierung der Gewinner zu Ende.