Kühle Partnerschaft
17.11.2009 | 15:56 Uhr 2009-11-17T15:56:00+0100Peking. In der chinesisch-amerikanischen Vernunftehe knirscht es in vielen Bereichen. Dies machte der Autritt von US-Präsident Barack Obama und Staats- und Parteichef Hu Jintaoin in Peking deutlich.
Als Obama und sein Gastgeber Hu Jintao am Dienstag vor die internationale Presse treten, scheint sich das Klima im West-Saal um ein paar Grad abzusenken.
Ernst stehen die beiden mächtigen Männer am Pult. Seit Montagabend haben sie stundenlang darüber gesprochen, wie beide Länder in Zukunft zusammenarbeiten können. Es ist Obamas erster Besuch in China, aber sein siebtes Treffen mit Hu. Doch von Wärme ist nichts zu spüren. Sie lesen mit unbewegter Miene ihre Erklärungen vor.
Selbst Obama, der noch am Vortag in Shanghai locker auf die Fragen chinesischer Studenten antwortete, wirkt ungewohnt steif. „Freimütig, konstruktiv und sehr fruchtbar” seien die Gespräche gewesen, erklärt Chinas Staats- und Parteichef. China und die USA wollten enger denn je zusammenarbeiten, um zum „Frieden und zur Stabilität der Menschheit” beizutragen. Hu nennt eine Liste von Problemen, die angepackt werden müssen – so die „nicht stabile” Lage der Weltwirtschaft und der Kampf gegen die Atom-Aufrüstung von Staaten wie Iran und Nordkorea. Doch Hoffnungen auf konkrete Abmachungen bei Themen wie der Klima- oder Währungspolitik werden enttäuscht.
Heikle Themen angesprochen
Eine Zusage Pekings, den Yuan gegenüber dem Dollar aufzuwerten, erhält Obama nicht. Ein solcher Schritt würde US-Waren in China billiger machen und, so die Hoffnung, dazu führen, dass Arbeitsplätze in US-Fabriken erhalten bleiben. Statt dessen fordert HU den Gast auf, den amerikanischen Markt weiter für Chinas Produkte zu öffnen.
Immer wieder wird es im Saal klar, wie schwierig die von Hu und Obama beschworene Partnerschaft ist, obwohl beide wissen, wie wichtig sie füreinander sind. Das zeigt sich nicht zuletzt bei heiklen Themen wie Tibet und Taiwan: Obama erklärt, dass sein Land die Existenz nur „eines China” anerkenne, während Hu darauf pocht, dass sich niemand in die inneren Angelegenheiten seines Landes einmischen darf. Noch ein paar Grad kühler scheint es beim diplomatisch verbrämten Schlagabtausch zu werden, als Obama dem Gastgeber vorschlägt, mit dem Dalai Lama zu sprechen und von „allgemeingültigen” Menschenrechten spricht.

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