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Krisenbekämpfer

16.12.2009 | 04:00 Uhr

Mit der IG Metall verbinden viele noch immer Klassenkampf, Streik und rote Fahnen. Das ist zwar schon ein betagteres Klischee, doch dem Wandel von Ideologie zu Pragmatismus ist eine gewisse Geräuschlosigkeit eigen.

In dieser Wirtschaftskrise demonstrieren Gewerkschaft und Arbeitgeber eindrucksvoll, dass die alten Gräben zugeschüttet sind. Keine Branche begegnet der Krise so kreativ und so geschlossen wie die der Metaller. Um Arbeitsplätze zu retten, wurde getan, was Gesetze und Verträge hergeben: Arbeitszeitverkürzung, Zwangsurlaub, Arbeitszeitkonten und nicht zuletzt Kurzarbeit. Deshalb treibt es die Metaller auch so um, dass offenbar die meisten Politiker sich zu gerne von den noch stabilen Arbeitslosenzahlen täuschen lassen. Nach der Kurzarbeit drohen Massenentlassungen.

Der Arbeitertausch in einer Branche ist ein weithin unbekanntes, weil bisher lokales Krisen-Instrument. Es auf eine so große Region wie das Ruhrgebiet auszuweiten, ist ein bemerkenswerter, mutiger Schritt. Der Zeitarbeitsbranche dürfte das gar nicht gefallen, ihre Vermittlungskosten können sich die Betriebe nun sparen. Dafür mutet die IG Metall ihren Leuten zu, an einen auch weiter entfernten Arbeitsort zu wechseln.

Stefan Schulte

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