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Mitreden! WAZ lesen - Wanne-Eickel

Konzept erwünscht

29.08.2008 | 18:40 Uhr
Konzept erwünscht

Wochenmarkt auf dem Buschmannshof: Die Idee bewegt viele Wanne-Eickeler. Auch die Händler könnten sich damit anfreunden, wenn das Angebot stimmt und andere Plätze erhalten werden können.

Zurzeit ist es nicht mehr als nur eine Idee, aber eine Idee, die in Wanne-Eickel auf großes Interesse stößt. Die Frage nach einem Wochenmarkt auf dem Buschmannshof in Wanne-Mitte hat zum Auftakt unserer Aktion „Mitreden! WAZ lesen” zu zahlreichen Reaktionen geführt - auf der Straße, im Internet oder auch im Gespräch mit den Markthändlern.

Für Metzgermeister Manfred Sabel (65) ist die grundsätzliche Frage gar keine Frage: „Wir sollten alles tun, was für Wanne-Eickel gut ist.” Im Detail stellt er aber klar: „Wenn ein Markt auf dem Buschmannshof eingerichtet wird, dann dürfen dafür aber nicht die bestehenden Märkte in Wanne-Nord und in Wanne-Süd fallen gelassen werden.” Mehr als 30 Jahre hat der Seniorchef der Metzgerei Fleisch auf diesen beiden Märkten verkauft, zuvor waren es seine Eltern, die 25 Jahre die Märkte beschickt haben. Vor vier Jahren hat Manfred Sabel das Geschäft an seinen Sohn übergeben. Ein Markt am Eingang zur Fußgängerzone habe eine Chance, wenn er an Tagen stattfinde, die nicht in Konkurrenz zu anderen Markttagen stünden. Auf keinen Fall sollte der kleine Markt in Wanne-Süd aufgegeben werden. Das dürfe man dem dortigen Kundenstamm nicht antun, weil es dort im unmittelbaren Umfeld keinen Metzger mehr gebe.

Reiner Riedel verkauft auf dem Markt Kartoffeln. Foto: Gero Helm, press image

Ähnlich sieht es auch Reiner Riedel (56), der Kartoffeln, Eier und Zwiebeln ebenfalls in Wanne-Nord und -Süd verkauft. Das Geschäft wird von seiner Frau Marita seit über 40 Jahren und inzwischen in der zweiten Generation geführt. „Ein Markt in Wanne-Mitte darf nicht auf Kosten von Wanne-Süd veranstaltet werden”, ist er überzeugt. Die acht bis zehn Händler, die dort samstags zu finden seien, sorgten mit Fleisch, Geflügel, Fisch, Obst und Gemüse für ein umfassendes Angebot für den Wochenendeinkauf. Riedel: „Man bekommt in Wanne-Süd alles, was man braucht, außer Textilien. Viele Kunden freuen sich, dass direkt neben den Marktständen genügend Parkplätze vorhanden sind.” Ob ein Markt die Wanner Innenstadt beleben könnte? Riedel gibt sich skeptisch: „Die Leute kommen gerne zum Markt. Sie kaufen dort ein, halten ein Schwätzchen, fahren dann schnell nach Hause. Mit ihren schweren Taschen gehen sie nicht anschließend durch die Stadt.” Rigoros lehnt Riedel eine Marktveranstaltung in privater Trägerschaft ab: „Dann steigen die Marktgebühren und die Händler kommen aus ganz NRW, aber nicht mehr aus Wanne-Eickel und der Umgebung.”

Uwe Bade (43) ist zwiegespalten. Als Händler, der die Märkte mit frischem Fisch und Marinaden versorgt, würde er einen Markt am Buschmannshof begrüßen, wegen der Innenstadtlage und der damit verbundenen Laufkundschaft. Als Sprecher der Markthändler in Wanne-Eickel weiß er aber auch, dass viele seiner Kollegen ganz unterschiedlicher Ansicht sind. Und mit ihnen die Kundschaft, die sich mit Veränderungen nicht leicht anfreunden lasse. So werde der Markt in Wanne-Süd von vielen Älteren genutzt, aber eben nicht so vielen, dass dieser Markt auf Dauer wirtschaftlich überleben könne. Der Markt am Buschmannshof müsse ein Frischemarkt werden. Obst, Gemüse, Käse, Fisch, Blumen und Spezialitäten, aber eben ohne Textilien, wie sie das Angebot zum Beispiel in Wanne-Nord bestimmen.

Bevor der erste Stand am Buschmannshof aufgebaut wird, sollten sich Händler und Stadt Gedanken machen über ein tragfähiges Konzept, empfiehlt Uwe Bade und spinnt diese Idee gleich weiter: „Super wäre es, wenn der Markt eine Überdachung bekäme. Dann könnte der Markt wetterunabhängig stattfinden, könnten sich Kunden auch hinsetzen und etwas essen.”

Auf keinen Fall Krimskrams

Ein Wochenmarkt auf dem Buschmannshof findet viele Befürworter. Sie wünschen sich Frische und Qualität. Die treuen Kunden aus Wanne-Nord wollen ihren angestammten Platz aber behalten. Hier Stimmen aus der WAZ-Aktion "Mitreden - WAZ Lesen":

Hans Czychy: Ein Wochenmarkt würde der Innenstadt in Wanne mehr Aufschwung geben bzw. Bürger aus anderen Stadtteilen nach Wanne ziehen.

Ingeborg Dolle: Wenn man auf dem Markt Obst und Gemüse aus der heimischen Region kaufen kann, würde ein Wochenmarkt sicher gut angenommen werden. Märkte, auf denen wir Bekleidung kaufen können, haben wir genug.

Carsten Brenner

Carsten Brenner: Einen zusätzlichen Markt am Buschmannshof ja, aber Wanne-Nord nicht verlegen, da sonst zu wenig Angebot.

Patrick Steinbach: Genau der richtige Standort. Mit diesem Schritt wird die Einkaufsmeile Hauptstraße lebendiger und darüber hinaus profitieren auch die Einzelhändler.

Gertrud Poganatz

Gertrud Poganatz: Ich würde einen Wochenmarkt am Buschmannshof sehr begrüßen.

Rüdiger Pedina: Ich bin gegen einen Wochenmarkt am Buschmannshof, weil keine vernünftigen Marktbestücker vorhanden sind. Das ist bei allen schon vorhandenen Märkten sichtbar. Es besteht die Gefahr einer großen Verschmutzung der Bepflasterung. Auch den neuen Plänen ist zu entnehmen, dass für Marktbeschicker und Marktbesucher zu wenig Parkplätze vorhanden sind.

Alicia Orschulka: Hauptsache Wanne ist voll. Der Buschmannshof liegt zentral. Statt der Junkies und der Drogenabhängigen kommt Leben nach Wanne.

Fritz Daubitz

Fritz Daubitz:Ich finde einen Wochenmarkt am Buschmannshof gut. Er würde die Attraktivität hier verbessern.

Astrid Ziegler: Ein „City-Wochenmarkt” ist in vielen Städten eine Bereicherung. Wenn es in Wanne gelänge, einen „echten” Wochenmarkt mit viel frischem Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Blumen etc. einzurichten, wäre der Buschmannshof ein zentraler Standort. Ein Flohmarkt mit Krimskrams und billiger Kleidung ist auf keinen Fall angebracht.

Robert Sibbel: Endlich tut sich was in Wanne-Mitte! Bei den Mondnächten im Sommer war zum ersten Mal eine Aufbruchstimmung zu bemerken. Mit allen Projekten von „Jetzt Wanne” besteht wirklich die Chance, für unser Wanne-Eickel etwas zu verbessern. Da gehört ein Wochenmarkt unbedingt dazu, um den schönen neuen Platz mit Leben zu füllen. Alles, was Leute und Leben bringt, kann und wird Wanne-Mitte retten.

Angelika Schäfer

Angelika Schäfer: Ich finde, dass Wanne-Eickel eine sehr nette Kundschaft hat, die einen Wochenmarkt auf dem Buschmannshof begrüßt und weiter in Wanne kaufen würde.

Khalib El-Chahine: Der Buschmannshof ist eine Junkie-Ecke, das ist ein schlechter Platz für die Familie.

Klaus Maskowski: Die Wochenmärkte haben keine Qualität, Hauptsache billig. Statt Märkte wäre es besser, qualitative Geschäfte, wie zum Beispiel Buchhandlungen und CD-Läden, zu eröffnen.

Anne Baeuncker: Wir finden das super! Der Buschmannshof ist mit dem Fahrrad gut zu erreichen.

Anne-Marie Wich: Wanne-Nord hat gute Händler. Dort gibt es viele Türken mit guter Ware. Sie bestehen seit vielen Jahren. Ich bin gegen einen neuen Markt am Buschmannshof.

Omar Jauhar

Omar Jauhar: Ein Markt reicht, die Geschäfte wollen ja auch etwas verkaufen.

Gerlinde Haucke: Der Wochenmarkt in Wanne-Nord ist schlecht. Die Idee mit dem neuen Markt am Buschmannshof ist gut. Hoffentlich gibt es mehr deutsche Märkte. Sonst ist alles wie auf dem Basar.

Brigitte Pflicht: Wenn der Markt am Buschmannshof gut sortiert ist, wäre es auch für die Innenstadt von Vorteil. Sollte der Wochenmarkt wie in Wanne-Nord sein, könnte man getrost darauf verzichten.

Wolfgang Laufs


Kommentare
31.08.2008
13:14
Konzept erwünscht
von Bitclimber | #1

Die WAZ sollte sich mal vorher informieren, bevor unnötiger Weise Artikel hier erscheinen. Der Busachmannshof wird im Rahmen der Stadtsanierung/Stadtentwicklung eh umgestaltet. Die Haltestellen werden verlegt und modernisiert.

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