„Konstante Ablehnung der Verbraucher”
15.04.2009 | 19:10 Uhr 2009-04-15T19:10:00+0200Essen. Heftige Diskussionen gab es auch am Tag nach der Entscheidung von Ilse Aigner (CSU). In Nordrhein-Westfalen gibt es keine Versuchsfelder.
Die einen loben die Entscheidung als „konsequent”, die anderen prüfen eine Klage. Auch am Tag nach der Entscheidung von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU), den Anbau der Maissorte Mon 810 zu verbieten, gab es heftige Diskussionen. Die Sorte war verboten worden, weil Luxemburger Wissenschaftler nachgewiesen hatten, dass Mon 810 gentechnisch so verändert wurde, dass ein enthaltenes Gift mehrere Insektenarten gefährdet. Ursprünglich sollte es nur Raupen des Schädlingsinsekts Maiszünsler töten.
Unterstützung bekam Aigner vom Deutschen Bauernverband. Die Ministerin habe die Gefahr von Umweltschäden bestätigt und richtig entschieden, sagte Präsident Gerd Sonnleitner im Deutschlandfunk. Sein Verband rate ohnehin vom Anbau genveränderter Produkte ab. Die Saatfirmen forderte er auf, kulant zu sein und das verbotene Saatgut auszutauschen. Die betroffene Firma Monsanto sieht das anders. Sie kritisierte Aigners Argumente als wissenschaftlich nicht haltbar und prüft rechtliche Schritte.
Offenheit fehlte
Auch in NRW gibt es Befürworter und Gegner. Die Verbraucherzentrale NRW begrüßt die Entscheidung. Isabelle Mühleisen, Ernährungsberaterin der Zentrale, sagt: „Das Vorgehen ist konsequent und wird hoffentlich kein Einzelfall bleiben. Im Sinne der Verbraucher muss die Grundlagen- und Sicherheitsforschung ausgebaut werden. Seit Jahren gibt es eine konstante Ablehnung der Bevölkerung für gentechnisch veränderte Produkte. Und die Produzenten wissen um die fehlende Akzeptanz solcher Produkte.”
Warum die Verbraucher die Produkte überwiegend ablehnen? Dr. Axel Preuß, Leiter des CVUA Münster (Chemisches Landes- und Staatliches Veterinäruntersuchungsamt), sieht die Ursache in der Vergangenheit: „Es ist versucht worden, die Info zu verstecken. Deshalb wurden die Verbraucher von Beginn an besonders verängstigt. Offenheit ist nie schädlich, wenn es ein Superprodukt gibt.” Preuß untersucht mit dem CVUA Proben von Lebens- und Futtermitteln. Dass es solche Superprodukte gibt, bezweifelt Mühleisen: „Die Offenheit war nicht da, das stimmt. Aber es liegt nicht nur an der mangelnden Kommunikation. Der Verbraucher hat zum Beispiel von Genmais keinen Vorteil.”
Die Diskussion um Mon 810 ist in NRW nur von theoretischer Natur. Es gab in den vergangenen Jahren zwar einzelne zugelassene Versuchsfelder in NRW, aber seit 2009 ist das Land frei von Genmaisanbau.
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