Körper-Scanner als Anti-Terror-Waffe
28.12.2009 | 17:09 Uhr 2009-12-28T17:09:00+0100Berlin. Der im letzten Moment verhinderte Sprengstoffanschlag auf einen Airbus kurz vor der Landung in Detroit hat den Ruf nach neuen Sicherheitsmaßnahmen lauter werden lassen. Eine davon: Der Körper-Scanner.
Aus Sicht des Bundesverfassungsgerichtes stellt bei der Durchsuchung von Strafgefangenen bereits das „Entkleiden” einen „schwerwiegenden Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht” dar. Wie viel schwerer mag dann dereinst das massenhafte virtuelle Ausziehen tausender Flugpassagiere wiegen?
Noch gibt es nach Angaben der Bundesregierung unter Alltagsbedingungen an keinem deutschen Flughafen einen Testlauf mit einem der neuen Ganzkörper-Scanner, die nach Worten von Industrie und Wissenschaft nicht-metallische Gegenstände und selbst kleinste Spuren von Sprengstoffen erkennen können. Nach dem verhinderten Attentatsplan des Nigerianers Umar Farouk Abdulmutallab auf einem Flug von Amsterdam nach Detroit wächst der Druck auch auf die Behörden in Deutschland, sich einer Sicherheitslücke an den Airports zu widmen: die üblichen Detektoren dort erfassen bei weitem nicht alles.
Als Maß aller Dinge gelten Terahertz-Systeme. Dabei handelt es sich nach Angaben von Experten der Fraunhofer- und Max-Planck-Institute, die an dem Thema seit 2007 forschen, um Strahlen aus dem Frequenzbereich zwischen Mikrowellen und Infrarot-Licht, die zum Teil Billionen Schwingungen pro Sekunde erzeugen – darum Terahertz.
Diese Wellen würden besonders gut an der Körperoberfläche reflektiert; eine verborgene Waffe oder eine wie im Falle Abdulmutallab in der Unterhose verborgene Substanz werfe folglich Schatten. Das entstehende Bild, sagen Forscher, entspreche in etwa dem Eindruck, „wenn sie in der Badehose hinter einer Milchglasscheibe stehen".
Hatte der Attentäter Komplizen?
Letzteres klingt banal, ist aber von Bedeutung, berücksichtigt man die Welle der Empörung, die vor einem Jahr die Debatte um die so genannten Nackt-Scanner auslöste. Geräte, die jeden Passagier samt aller anatomischen Besonderheiten abbilden – und darum auch vom damaligen Innenminister Wolfgang Schäuble als „Unfug” abgelehnt wurden. Bei Tera-Hertz-Modellen, die jetzt getestet werden, gebe es diese „Verletzung der Privat- und Intimsphäre nicht”. Um sicher zu gehen, hat Forschungsministerin Annette Schavan Ethiker der Uni Tübingen gebeten, den Einsatz der Technik kritisch zu begleiten. Vorliegen sollen die Resultate im nächsten Sommer.
Nach dem verhinderten Anschlag suchen die Behörden nach einem möglichen Komplizen des Angreifers. Die niederländische Militärpolizei geht Berichten nach, denen zufolge der 23-jährige Attentäter auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol einen Unterstützer gehabt habe. Gesucht werde ein Mann um die 50 Jahre. Er soll dem Attentäter geholfen haben, an Bord der Maschine zu gelangen.
Als Konsequenz aus dem im letzten Moment verhinderten Anschlag wurden die Sicherheitsvorkehrungen im Flugverkehr weiter verschärft. US-Behörden griffen nicht nur zu vermehrten Leibesvisitationen. Reisende berichteten, in der Stunde vor der Landung dürften Passagiere die Toiletten nicht mehr unbegleitet aufsuchen und keine Gegenstände mehr auf dem Schoß haben.
Das US-Heimatschutzministerium überprüft Verbindungen Abdulmutallabs zur Terror-Organisation El-Kaida. Er hatte ausgesagt, Mitglieder der El–Kaida hätten ihm im Jemen den Sprengstoff übergeben. Dem Sender CNN zufolge hätte der Explosivstoff ausgereicht, den Jet zu zerstören.

16:14
träumt alle mal weiter von sicherheit denn die gibt es nicht.aber eines ist sicher, der sicherheitswahnsinn ist noch lange nicht vorbei.
17:50
Na dann freuen wir uns schon mal auf die Best of Nacktscanner Videos bei Youtube. ;)
12:51
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12:38
Ich stelle mir gerade die Muslime vor, welche Ihre vermummten und verhüllten Frauen, durch den Nackt-Scannerschicken müssen.
Was wird das ein Spass!!
11:35
Toll. Endlich wieder mal ein Ereignis, das man als Terrortat hochjubeln kann und damit alle möglichen Sicherheitsmaßnahmen rechtfertigen. Dass der angebliche Terroranschlag kaum für einen ordentlichen Silvesterböller gereicht hätte interessiert nicht - es würde ja eh nur die heiße story stören.
Gut für die Presse; und alle Journalisten schreiben fleißig den gleichen Unsinn.
08:52
Stimme zu - aber, dann bitte ausreichend Geräte, ausreichend Personal ( bitte nicht wieder diese netten Büttel..) damit man nicht schon am besten einen Tag vorher anreisen muss und am besten noch Beruhigungsmittel einwerfen muss....
08:47
Seh ich auch so.
Denn spätestens wenn so ein unentdeckter Sprengsatz hochgeht, ist es mit Eitelkeit eh vorbei. Da sieht einen mindestens der Leichenbeschauer sowieso nackig.
08:26
Diese Scanner nicht einzusetzen ist unverantwortlich.