Kleiner Golf, kleiner Bruder
03.03.2009 | 17:57 Uhr 2009-03-03T17:57:00+0100
Genf. Auch in der Krise gibt es sie noch: die neuen Autos. Beim Genfer Automobil-Salon werden unter anderem der neue Polo und ein Baby-Rolls-Royce gefeiert.
Die Stimmung ist besser als die Lage der Branche, zu spüren beim ersten Pressetag des Genfer Automobil-Salons. Denn schließlich gibt es sie auch in der Krise noch, die neuen Autos. Ökologisch angehauchte Sparmobile für die Gewissensbiss-freie Fahrt zum Briefkasten und Spaßmobile für den PS-Wahnsinn von morgen.
Dass Verkaufs- und Produktionszahlen aller Hersteller sich im freien Fall befinden, darüber spricht niemand gerne in Genf. Lieber wird gefeiert, zumindest ein bisschen. Tamtam und Model-Auflauf halten sich aber in Grenzen.
VW präsentierte ganz früh morgens das wichtigste Volksauto der schweizer Messe, den neuen Polo. In der ersten Reihe sitzen die mächtigsten Vertreter der beiden Familien, denen über den Umweg Porsche Volkswagen inzwischen gehört. Wolfgang Porsche und Ferdinand Piech. Was sie sehen, dürfte ihnen gefallen haben: der eleganteste Kompaktwagen in der Vier-Meter-Klasse. Zumindest die Frontpartie drückt spanische Feurigkeit aus. Schließlich kommt der Polo längst nicht mehr aus niedersächsischer Produktion. Nur seine biedere Heckpartie spiegelt noch alte Wolfsburger Biederkeit.
Fünf Sterne im Crashtest
Da das alte Modell durch die Abwrackprämie ausverkauft ist, soll der neue „kleine Golf” so schnell wie möglich ab 12 000 Euro zu haben sein. Dafür gibt es aber weder den Spardiesel mit 3,5 Liter Normverbrauch noch fünf Türen. Aber fünf Sterne im europäischen Standard-Crashtest. Dessen neuen Anforderungen ist auch die Einführung des serienmäßigen Schleuderschutzes ESP im Polo zu verdanken.
Am anderen Ende der Ausstellung und der automobilen Skala rangiert der neue Rolls-Royce, vorab schon zum Baby-Rolls erklärt. Tatsächlich ist er einen halben Meter kürzer als der große Bruder, noch tatsächlicher aber 5,40 Meter lang. Und auch nur für Rolls-Verhältnisse ist der Preis Baby-haft: 250 000 Euro.
Bevor Carl-Peter Forster, Chef von General Motors Europe, den drohenden Opel-Untergang in einem Hinterzimmer beschwört, betankt er für die Fotografen am Messestand das Steckdosenauto Ampera. Das Bild ist symbolträchtig. Ein Ende des Ladekabels steckt im Elektroauto, das andere Ende mit dem Stecker für die lebensnotwendige Stromversorgung in den leeren Händen von Forster. Man hat vergessen, eine symbolische Steckdose aufzustellen.
Abschied von Bob Lutz
Ebenso symbolhaft: Vor dem Ladeakt hat Forster Bob Lutz verabschiedet, den Altmeister von General Motors. Fast fünf Jahrzehnte hat der Hobby-Kampfjetpilot mit an der Spitze von GM gestanden. Mit ihm geht die Fremdbestimmung von Opel in Ruhestand.
In Genf 2009 präsentieren sich die europäischen GM-Firmen wahrscheinlich das letzte Mal nebeneinander: der noch zuckende Opel-Blitz, Pleitier Saab und Billigmarke Chevrolet. Direkt gegenüber in der Halle präsentieren sich die Marken, die jetzt Piech und Porsche gehören. Neben Volkswagen Skoda und Seat. Und Audi und Lamborghini. Und Bentley und Bugatti.

07:27
#7 hanjin:
Sie haben vollkommen Recht - aber das reicht doch. Qualitativ sind japanische Autos die besten weil zuverlässigsten.
Ich fahre übrigens ein europäisches Auto mit Stahl, Bremsen(technik) aus Deutschland. ;o)
12:18
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10:32
ja sicherlich, die kleinen asiatischen autos sind gut verarbeitet, rel. gut ausgestattet und sehr günstig, aber optisch überhaupt nicht ansprechend, innen wie aussen. daher für mich sicherlich keine alternative. zudem sollte man in zeiten wie diesen vielleicht europäisch denken und versuchen, die europ. industrie zu unterstützen, denn an der automobilindustrie in europa hängen millionen arbeitsplätze.
10:14
#3 twi: Der Lupo ist dem Fox leider gewichen. Der Arosa hatte ein massives Konstruktionsproblem, das seltsamerweise nicht den Lupo betraf.
#5 hanjin: Der neue Polo ist deutlich größer als der erste Golf. Wenn ich es schaffen würde, nicht emotional an den Autokauf heranzugehen und ganz pragmatisch an die Sache herangehen würde, hätte ich ein japanisches, kleines Auto.
08:48
12.000 € sind sicherlich kein pappenstil, aber mit knapp 4 metern würd ich den polo auch nicht mehr als echten kleinwagen bezeichnen... ein gleichwertiger mini, 500 oder mito kosten bedeutend mehr und bieten noch weniger platz und definitiv keine bessere ausstattung. um den preis muss vw sich also keine gedanken machen. asiatische autos erwähne ich hier mal nicht, die kleinwagen dieser marken lösen in regelmäßigen abständen einen würgereiz bei mir aus.
14:32
schön, dass alle marken des vw-konzerns eine erwähnung finden - und opel nebenbei auch noch zum zug kommt. aber es gibt noch deutlich mehr zu sehen, zum beispiel den ford iosis max, der einen vorgeschmack auf die kommenden focus und sein van-pendant gibt, um nur ein beispiel zu nennen.
nur so am rande: 12.000 euro für einen kleinwagen ist schon ein schönes sümmchen.
09:04
...und wann kommt endlich mal ein adäquater Nachfolger für den Lupo/Arosa? Der ist auch nicht viel kleiner als der erste Golf. Als Stadtauto war/ist der Lupo perfekt und wenn man nur zu zweit unterwegs ist, hat man bei umgeklappter Rückbank sehr viel Stauraum...aber alles muss ja immer größer/höher/schneller/weiter werden. Der Fox ist aus meiner Sicht ja nicht unbedingt ein Nachfolger.
00:30
... vielleicht haben auch einfach beide den Pressetext abgeschrieben.
Denke das ist genau das, was Volkswagen auch über den Polo lesen will.
21:21
Der neue VW Polo ist ein kleiner VW Golf
Das ist der Artikel der Autobild! Wenn schon abschreiben,
dann nicht so anfängerhaft!