Keine Wende in Bochum nach Koller-Rauswurf
22.09.2009 | 22:59 Uhr 2009-09-22T22:59:00+0200
Bochum. Schalke 04 zieht mit einem 3:0-Sieg beim VfL in die nächste Pokalrunde ein. Auch der Abschied vom Trainer hat den Bochumern nicht geholfen.
Kurz vor Schluss stimmten sich die Schalker Fans dann auch mit Sprechchören auf das große Revier-Derby am Samstag beim BVB ein. Zuvor hatte ihre Mannschaft gezeigt, dass sie für das Duell in Dortmund bereit ist: Mit 3:0 gewannen die Gelsenkirchener gestern Abend das kleine Derby beim VfL Bochum und zogen souverän in die dritte Runde des DFB-Pokals ein. Heiko Westermann (10.) und Halil Altintop (56.) stellten vor 29 592 Zuschauern mit ihren Toren die Weichen auf Sieg, beim 3:0 unterlief dem Bochumer Christian Fuchs ein Eigentor (76.).
Die Premiere von Bochums Interimstrainer Frank Heinemann hätte kaum deutlicher in die Hose gehen können. Was Felix Magath kann, nämlich Nachwuchsspieler ins eiskalte Wasser werfen, dies zumindest kann er aber auch. Heinemann stellte völlig überraschend Andreas Luthe ins Tor und warf Daniel Fernandes ganz aus dem Kader. Der 22 Jahre alte Luthe hütet normalerweise das Tor der Bochumer Regionalliga-Mannschaft. Und weil auch Dennis Grote ins Team kam, wollte Heinemann in der Nach-Koller-Ära wohl ein Signal zur Identifikation mit den Spielern aus dem VfL-Stall setzen.
An den Toren war der groß gewachsene Luthe machtlos, aber letztlich konnte er seinen Kasten nur zehn Minuten sauber halten. Da nämlich traf Heiko Westermann mit einem Kopfball nach Freistoßflanke von Kenia zum 1:0 für Schalke. Vorher hatte Luthe bereits einen Knaller von Christoph Moritz aus dem Winkel gefischt (6.), und nach einer halben Stunde lenkte er einen Freistoß von Bordon zur Ecke.
Auch Felix Magath hatte Schalke wieder umgekrempelt. Kuranyi (erkrankt) und Kobiashvili waren gar nicht dabei, mit Moritz, Zambrano und Altintop kamen drei Neue in die Elf. Auch die taktische Umstellung war interessant: Es ging zurück zum 4-4-2-System; in der Mittelfeld-Raute besetzte Rafinha die rechte Seite und Kenia die Spielmacher-Position.
Es war ein sehr nickelig geführtes Derby: Bochum schoss bei allem Einsatz aber bisweilen übers Ziel hinaus und stand auch mit Schiedsrichter Florian Meyer auf Kriegsfuß. Der Unparteiische verteilte allein in der ersten Halbzeit sieben Gelbe Karten – davon fünf an Bochum. Meistens lang Meyer damit aber genauso richtig wie bei jener Szene in der 48. Minute, als er einen Treffer von Klimowicz nicht anerkannte, weil der Ball zuvor bei Epalles Flanke die Torauslinie überschritten hatte. Und auch beim Duell zwischen Höwedes und Grote musste man nicht auf Elfmeter entscheiden (50.).
Schalke versäumte es, schon in der ersten Halbzeit den zweiten Treffer nachzulegen. Nach dem Wechsel machte der VfL zunächst mehr Druck, Schalke wirkte anfangs nicht mehr so souverän – und setzte ausgerechnet mitten in diese Bochumer Drangphase den Konter zum 0:2. Farfan hatte sich durchgesetzt und fand am zweiten Pfosten Altintop, der den Ball über die Linie drückte. Es war der erste Treffer von Altintop in dieser Saison, der von Kuranyis Krankheit profitierte und zum Einsatz kam.
Farfan leitete eine Viertelstunde vor Schluss dann auch das Eigentor von Fuchs zum 0:3 ein – jetzt kann es nach Dortmund gehen.

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