Karl D.: "Mein Bruder ist mit den Nerven am Ende"
09.03.2009 | 11:58 Uhr 2009-03-09T11:58:00+0100
Essen. Gegenüber Spiegel TV hat sich der Mann, der drei Schülerinnen vergewaltigt hat, erstmals geäußert. Die Bewohner von Heinsberg-Randerath würden ihm das Leben zur Hölle machen. „Ich glaube nicht, dass ich hier bleibe”, sagt er.
Seit etwa einer Woche ist Karl D., der drei Mädchen vergewaltigt hatte und 20 Jahre im Gefängnis saß, auf freiem Fuß. Seine Freiheit findet jedoch meist hinter den Türen des Hauses in Heinsberg-Randerath statt, wo er bei seinem Bruder Unterschlupf fand.
Einfach heraus zu gehen, ist so gut wie unmöglich. Denn Randerath bringt in vielen Gesten, zum Beispiel in Protesten direkt vor dem Haus, zum Ausdruck, dass man Karl D. nicht haben will.
Im Interview mit Spiegel TV, erschienen auf Spiegel online, sagte er nun: „Ich glaube nicht, dass ich hier bei meinen Bruder bleibe, das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Meinem Bruder geht es dreckig, das ist noch leicht gesagt. Der ist mit den Nerven am Ende.”
Das erste Interview
Das Interview mit Karl D. zu führen, galt als schwierig. Weil jeder, der das Haus betreten will, von Neugierigen beäugt wird, wurde der Lkw des Bruders als Sichtschutz vorgefahren. „Die Tür öffnet sich wie von Geisterhand, dahinter steht Karl D., der Mann, den alle im Dorf so hassen”, so schreibt Detlev Konnerth auf Spiegel online. „Er ist höflich, lächelt etwas verlegen, aber freundlich. Grüßt mit festem Händedruck und fängt gleich an zu reden: ,Mit der Situation haben wir nicht gerechnet. Es wäre nie so eskaliert, wenn der Herr Landrat mit meinem Bruder und mir gesprochen hätte. Dann hätte man die Sache erklären können, warum und wieso ich hier bin.”
Karl D. sagt, er sei keine Zeitbombe. Er werde zudem ständig von Polizisten überwacht. „Vor mir braucht keiner Angst zu haben.”
Landrat Stephan Pusch hatte die Bevölkerung vor einer Woche umgehend über den unliebsamen Nachbarn informiert. Seitdem wurde Karl D. zum Medienereignis. Eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft gilt unter diesem Druck als fast unmöglich.
NPD-Demo
Das Haus, in dem Karl D. lebt, steht unter ständiger Belagerung. Am Samstag jedoch wurde eine nicht genehmigte Demonstration gegen den Verbleib des Mannes unterbunden. Dabei wurden 63 Menschen, die zur rechten Szene gehören sollen, zeitweise festgenommen. Vorangegangen war eine von der NPD organisierte Mahnwache.
Das Münchner Oberlandesgericht will bis Mitte April klären, ob nun doch gegen den Mann nachträgliche Sicherungsverwahrung angeordnet wird.
SPD drängt auf Lösung
Die SPD im Kreis Heinsberg forderte eine schnellere Entscheidung. Schutz und Sicherheit seien allein eine Aufgabe der Polizei und der Justiz, nicht eine Aufgabe von Privatpersonen, betonte der SPD-Kreisvorsitzende Norbert Spinrath.
Es sei ein Skandal, „dass Politik und Justiz – zumindest für die Öffentlichkeit wahrnehmbar – scheinbar nicht in der Lage sind, in solchen Ausnahmesituationen rasch und entschieden zu handeln, um wieder geordnete Verhältnisse zu schaffen. Genau das aber würde uns am Ende auch die Neonazis vom Hals halten.”

13:27
Ich lebe im Kreis Heinsberg, ganz in der Nähe von Karl D. und auch Stephan Push. Ich denke nicht das Stephan Push Histerie und Hetzjagten auslösen wollte oder sich Politisch beliebter machen wollte. Sein handeln ist rein menschlicher Natur.... er ist Vater.... so wie ich Mutter und viele andere eben auch. Niemand möchte Freiwillig jemanden in der Nähe seiner Kinder Wissen der zu solchen Grausamen, unmenschlichen Taten im Stande ist. Jetzt wird sich über Herrn Push aufgeregt, weil er juristisch nicht Korrekt gehandelt hat...... wäre es anders und Karl D würde Rückfällig, dann würden alle sagen, warum ist man nicht gewarnt worden.
12:19
Der Vergleich ist krass dargestellt aber ich bin mir sicher... es werden einige verstehen was ich damit meine
Selbstverständlich verstehen wir, was Sie meinen. Sie meinen populistisches Stammtischgebrabbel um damit Ihre menschenverachtenden Gewaltphantasien zu rechtfertigen (Giftspritze etc).
Noch ne Runde Korn, bitte!
10:48
Er gehört nach Amerika abgeschoben und die Giftspritze. Wer den Staat betrügt kommt 10+ Jahre in den knast, der Kinder schändet bekommt Bewährungsstrafe.. (Der Vergleich ist krass dargestellt aber ich bin mir sicher... es werden einige verstehen was ich damit meine).
19:51
1. Wenn ein betrunkener Autofahrer jemanden bei einem Unfall tötet, dann hat das Opfer auch keine 2. Chance. Also alle derartigen Täter für immer und ewig wegsperren? Muss ja so sein, wenn ich das Rechtsverständnis einiger Leute hier richtig nachvollziehe.
2. Der Landrat hat richtig gehandelt, denn er muss die Menschen vor Gefahren schützen. Muss er dann aber nicht auch die Namen von einschlägig vorbestraften Einbrechern, Zechprellern und sonstigen Betrügern, Steuerhinterziehern, Schwarzarbeitern, Schlägern, Alkoholfahrern usw. usw. veröffentlichen? Die stellen doch auch eine Gefahr dar. Wie bitte? Soll er nicht? Dann wäre man ja selbst dabei?
3. Einige Kommentatoren wie doowopwop scheinen nicht lesen zu können. Nicht der Straftäter ist mit den Nerven am Ende, sondern sein Bruder, also kann Letzterer auch nicht an das Leid irgendwelcher Opfer denken, da er kein Täter ist. Aber mit Sippenhaft kennen wir uns ja aus in Deutschland, nicht wahr, doowopwop?
18:14
Ich finde der Landrat hat sich gut verhalten,die
Leute müssen auf Gefahren hingewiesen werden.
Wenn es mit einer Sicherungsverwahrung nicht
möglich ist,soll die Bevölkerung ruhig demonstrieren.Er ist nun mal der Verbrecher.
Seltsame deutsche Gerichtsbarkeit.
17:13
Hier wird immer davon gesprochen, dass der Täter eine 2. Chance verdient. Aber...er HATTE bereits seine 2. Chance und hat sie dazu genutzt, erneut 2 Mädchen zu vergewaltigen und sadistisch und äusserst brutal zu quälen.
Eine Therapie im Gefängnis hat er verweigert, von Reue gabs keine Spur, wohl aber sein Versprechen, weitere Straftaten zu begehen.
Über das Verhalten des Landrats kann man geteilter Meinung sein. Rechtlich gesehn wars ein Schuss in den Ofen, aber ich glaube, dass er eine durchaus klare Entscheidung getroffen hat, wohlwissend, dass sie das Ende seiner Karriere bedeuten könnte.
Wir, die wir hübsch weit weg von Heinsberg leben, können hier alle leicht reden, was sein muss, was nicht sein darf, wie es sein sollte.
Aber Tatsache ist, dass ich jeden Heinsberger verstehen kann, der Angst um seine Kinder hat, und deshalb lautstark eine Sicherheitsverwahrung fordert.
17:04
Ich habe Kinder, und ich bin selber eine Frau.
ich habe für solche Leute kein Mitleid.
Die drei armen Mädchen und ihre Familie tun mir echt Leid.
16:46
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