Isegrim streift wieder durch die Wälder

Warschau..  Die Wölfe sind zurück. Jahrelang waren sie nicht mehr durch die Wälder Westpolens gestreift, wurden nur im Osten und Südosten des Landes gesichtet. Dort, in den dünn besiedelten Karpaten, hielten die Tiere ihre Distanz zu den Menschen, machten höchstens Negativschlagzeilen, wenn sie auf einer Schafweide ein Tier rissen.

Ältere Bauern und Jäger erinnern sich, dass Wölfe einst verhasst waren, noch in den 1950er-Jahren wurden Hunderte getötet. Als Polen die Wölfe in den 70er-Jahren auf die Liste geschützter Tiere setzte, war ihre Zahl auf geschätzt etwa 100 geschrumpft. Mittlerweile leben rund 1000 der etwa 12 000 in Europa heimischen Wölfe in Polen.

Je mehr neue Rudel ein eigenes Revier benötigten, desto weiter zogen sie nach Westen. Auch wenn die meisten Wölfe nach wie vor im Osten heimisch sind, streifen inzwischen auch in Pommern und Niederschlesien Dutzende Wolfsrudel umher – oder lassen sich jenseits der Grenze in deutschen Wäldern nieder.

Für den Biologen Robert Myslajek von der Universität Warschau ist der starke Anstieg des Wolfsbestands in Polen seit dem Jagdverbot nicht verwunderlich: „Im europäischen Vergleich ist Polen sehr waldreich. In einigen der westpolnischen Regionen sind bis zu 45 Prozent der Fläche Wälder.“ Für Wölfe seien das ideale Bedingungen.

Förster wie Jan Dominiecki im pommerschen Lebork sehen die Rückkehr der Wölfe positiv. Sie hoffen, dass die vierbeinigen Jäger das ursprüngliche natürliche Gleichgewicht herstellen helfen. In der Oberförsterei Lebork etwa ist die Zahl der Hirsche mit etwa 1000 Tieren derzeit noch fast doppelt so hoch, wie sie sein sollte.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE