Investor verschafft Kunden moralischen Mehrwert
02.01.2009 | 19:08 Uhr 2009-01-02T19:08:00+0100Berlin. Andrew Murphy investiert das Geld seiner Anleger unter Beachtung sozialer und ökologischer Kriterien. Gelernt hat er bei der Deutschen Bank. Diese Zeit sieht er als „geistige Verarmung”.
Vor dem Bildschirm, an dem sonst Millionen bewegt werden, sitzt ein Mädchen. Es ist neun Jahre alt und spielt. Auf dem Schreibtisch steht sein Bild – da lacht es in die Kamera. Sein kleiner Rucksack lehnt am Regal, daneben der Rollkoffer. Morgen geht es los – nach Berlin, mit Papa, übers Wochenende. Andrew Murphy schnippt mit Daumen und Zeigefinger. „Man wacht plötzlich auf, wenn man Vater wird. Ein Kind erziehen”, sagt er, „und gleichzeitig Geld so investieren, dass es seiner Zukunft schadet – das geht nicht.”
Andrew Murphy, 1968 geborener Sohn einer deutschen Mutter und eines irischen Vaters, ist einer der beiden Chefs der Investmentfirma Murphy&Spitz in Bonn. 1999, ein Jahr nach der Geburt seiner Tochter Thalia, hat er das Unternehmen gegründet. Ihm vertrauen mehr oder weniger vermögende Mitbürger viel Geld an. Murphy&Spitz kaufen und verkaufen Aktien in großem Stil, und sie beteiligen sich an Unternehmen.
Die Investmentfirma investiert unter Beachtung sozialer und ökologischer Kriterien – anders als die meisten konventionellen Institute. Und auch anders als die Deutsche Bank, bei der Murphy seine Laufbahn begann. Dort habe ein schlichtes Ziel über allem gestanden: maximaler Profit. Als „geistige Verarmung” bezeichnet Murphy das heute. „Man macht sich zu einem amoralischen Wesen.”
Nun will Murphy, dass die Anleger entscheiden können: Deutsche Bank oder Murphy&Spitz. Dort der schiere Profit. Hier Gewinn plus „zweite Ernte” – moralischer Mehrwert. Die Investment-Spezialisten versprechen, die Welt besser zu machen, indem sie das Geld der Anleger an die richtigen Stellen lenken.
An den Depots und Fonds der Bonner Investoren sind etwa 2000 Privatanleger beteiligt, gemeinsam gehören ihnen Anteile von 40 Gesellschaften, darunter der Solarfirmen Phoenix und Repower, von Schmack Biogas, sowie der Medizintechnik-Firmen aap und Drägerwerk. Über fast 60 Millionen Euro Kapital verfügt die Anlegergemeinschaft mittlerweile.
Zu den Auswahlkriterien von Murphy&Spitz gehört, dass Firmen, deren Aktien gekauft werden, nichts mit Militär, Atomwirtschaft und Tier-Experimenten zu tun haben, keine Kinderarbeit praktizieren und die Menschenrechte achten. „Das heißt, dass wir uns bei Unternehmen, die in China produzieren oder sich von dort beliefern lassen, nicht engagieren”, sagt Murphy.
Angesichts der aktuellen Finanzkrise bleibt Murphy gelassen. Zwar haben auch er und seine Anleger Wertverluste zu verschmerzen, doch er sagt: „Wir gehören zu den Profiteuren”. Mehr Menschen investieren ihr Geld bei Murphy&Spitz, und auch die Summe des angelegten Kapitals steigt. Selbst im Krisenjahr 2008 beträgt der Zuwachs rund 30 Prozent. Diese Entwicklung entspricht den Erfahrungen, die auch andere Anbieter ethischen Investments wie etwa die Umweltbank in Nürnberg oder die Bochumer GLS-Bank machen. Ökologische und soziale Geldanlage ist bislang noch eine Nische. Aber sie wächst sehr stark.
Vor allem zwei Gründe scheinen für den Wechsel der Anleger eine Rolle zu spielen: das Bedürfnis nach relativer Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit. Viele Investoren haben die Nase voll von risikoreicher Spekulation an den globalen Finanzmärkten. Anstatt in fantastische Wertpapiere stecken sie ihr Geld lieber in Firmen, die aussichtsreiche Produkte wie Solaranlagen und umweltfreundliche Fahrzeuge herstellen. Murpohy spricht sie gezielt an.
Den Anlegern, aber auch seiner Tochter Thalia, verspricht er, mit ihrem Geld verantwortungsbewusst umzugehen.
19:17
... ist der der Pfedefülsterer seiner Anleger?
11:29
Endlich mal Bankiers, die die Ziele der mafioesen Ethik erkannt haben und diese Regeln über Bord werfen. Da hier weitsichtiger investiert werden muss, ist auch die Rendite besser, wichtiger aber, sie ist längerfristig gesichert.
Wie lief es denn oft bei den Banken ab. der Broker handelte. Dann ein Anruf der Bank, dass es Papiere mit besseren Renditen gab. Also wegen 10 € mehr verkaufen. Das Spiel wiederholte sich mehrmals im Jahr. In der Regel bei Kleinanlegern. Gewinner war nicht der Kleinaktionär, der sich so aus Unkenntnis verarschen lies, sondern die Bank. Jede Transaktion kostet. Jahresrendite 200 €. 10 Verkäufe à 19 € machte eine Jahresrendite von 10 €, aber einen Umsatz für die Bank von 190 €
19:07
Bei der Wertschöpfung von ca 30% wird selbst Herr Ackermann neidisch.