In der Stadt ist der Fuchs los
08.05.2008 | 17:16 Uhr 2008-05-08T17:16:00+0200
Ruhrgebiet. Die wilden Tiere verlassen immer häufiger die ländlichen Gebiete. Ein Exemplar geht zurzeit in der Hattinger Altstadt um.
In Hattingen hat sich ein Fuchs in der Altstadt bei einer Familie eingenistet. In Oberhausen verschanzte sich bereits im vergangenen September ein Fuchs in einem Kaufhaus in der Innenstadt, bevor er von städtischen Mitarbeitern getötet wurde. „Mittlerweile gibt es mehr Füchse in den Städten als in ländlichen Gebieten”, sagt Heinrich-Wilhelm van Straaten, stellvertretender Amtstierarzt in Essen zur WAZ. Vor allem Schrebergärten würden von den Tieren bevorzugt als Rückzugsräume genutzt.
„Auf dem Land werden die Felder immer größer, also siedeln sich die Füchse in städtischen Gebieten an und suchen dort Schutz”, sagt van Straaten. Ein weiterer Grund sei die Nahrungsbeschaffung. Füchse, sagt der Veterinärarzt, ernährten sich von Nahrungsmittelresten aus der Mülltonne oder von dem weggeworfenen Butterbrot auf dem Schulweg. Eine besondere Gefahr für Menschen bestehe nicht; Füchse seien dämmerungsaktiv, also nur morgens und abends unterwegs. „Bei einer Begegnung hält sich eher der Fuchs vom Menschen fern.”
Sollte es dennoch zu einem Angriff und zu einem Biss des Tieres kommen, müsse der Gebissene umgehend einen Arzt aufsuchen – auch in Gebieten wie Essen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die nach eigenen Angaben seit vielen Jahren bereits tollwutfrei sind. Ein Restrisiko bestehe gerade bei Tollwutgefahr immer.
Der Hattinger Fuchs verhält sich bislang recht brav. Angegriffen hat er niemanden, stattdessen legt sich das Tier in den Garten von Familie Berg und lässt sich ganz gemütlich die Sonne auf den roten Pelz brennen. Brav verhielt sich im vergangenen September auch der Fuchs in Oberhausen. Zur Bestürzung der Bürger wurde er aber von städtischen Mitarbeitern eingefangen und getötet.

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