In der „Comödie” ist der letzte Vorhang gefallen
30.07.2008 | 17:51 Uhr 2008-07-30T17:51:00+0200
Intendant und Schauspieler Jochen Schroeder schließt seine Boulevard-Theater in Bochum und Duisburg wegen Zahlungsunfähigkeit
Bochum. Wegen Zahlungsunfähigkeit hat Intendant und Geschäftsführer Jochen Schroeder die beiden Theater „Comödie Bochum” und „Comödie Duisburg” geschlossen. Dies teilte er am Mittwoch auf Anfrage der WAZ schriftlich mit.
Schroeder wörtlich: „Ich habe den Betrieb aus wirtschaftlichen Erwägungen ab sofort einstellen müssen, da Zugeständnisse der Gläubiger und zusätzliche Mittel aus meinem Privatvermögen, die ich zu meiner Tätigkeit als Schauspieler, Regisseur und Intendant früher in die Comödie einbringen konnte, erschöpft sind.”
Schon seit Jahren kämpfte Schroeder, der als „Pfleger Mischa” in der TV-Serie „Schwarzwaldklinik” bundesweit bekannt wurde, um den Bestand seiner Boulevard-Theater. In Bochum, wo die „Comödie” in einer ehemaligen Schulaula 1994 am Hauptbahnhof die erste Premiere feierte, waren Miet-schulden bei der Stadt aufgelaufen. Im vergangenen Mai waren außerdem Klagen beim Arbeitsgericht laut geworden - Schauspieler hatten die schleppende Zahlungsweise moniert.
Das unter Umständen monatelange Warten aufs Geld habe kein System, sondern sei der Realität im Theaterbetrieb mit seinen Saisonschwankungen geschuldet und aus der Not geboren, hatte Schroeder da noch erklärt. „Wir sind ein privates Theater”, habe er jedem Mitarbeiter bei der Einstellung eröffnet, da könne es sein, dass man länger auf sein Geld warten müsse.
Dass Schroeder nun das Handtuch werfen musste, sei für ihn „überraschend” gekommen, denn in den letzten Jahren sei es ihm immer wieder gelungen, „tragfähige Lösungen mit unseren Gläubigern zu entwickeln”. 2004 hatte die Stadt Bochum die Miete um zehn Prozent gesenkt.
Nicht zuletzt die „weiter voranschreitende Event-Kultur mit Dumpingpreisen” habe seiner „Comödie” geschadet. Dort waren im Laufe der Jahre Publikumslieblinge wie Johannes Heesters, Peer Augustinski, Inge Meysel und Pierre Brice auf die Bühne gestiegen. Über die Zukunft seiner „Comödie Wuppertal” sagte Schroeder nichts.
01:41
@björn: da stimmt sicher einiges an Ihrem Kommentar-- vor allem zum Thema PR und Kostüme kann ich da nur zustimmen!! Aber wenn der finanzielle Karren einmal im Dreck steckt-- was soll mann da tun?? Ich weiss jedenfalls, dass Schauspieler, Regisseure und Techniker dennoch alles gaben, um dem Stück Charme zu geben!!!
@calzonetonno: JAAAAA-- stimmt! :-(
@Fredda: schade für Bochum und die Stammkunden!!
09:08
Schade um die Comödie!
Aber nicht schade um Herrn Schroeder!!!
21:22
So schnell kann es gehen. Schade nur um die Mitarbeiter, die mit Herzblut sich haben von Saison zu Saison vertrösten lassen haben und monatelang auf ihr Geld gewartet haben....
23:42
Schroeder hat die Comödie zugrunde gerichtet...alles war auf billig ausgerichtet...bei den Preisen...In den letzten Spielzeiten...keine bzw. kaum PR, und die laienhaft...Das Publikum bezahlt gerne für gutes Boulevard Geld...nur nicht für blamable Bühnenbildern und Kostrüme, die man schon x-mal gesehen hat. Der Konkurs ist hausgemacht und sollte viele rechtliche Instituitionen interessieren!!!