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Iggy Pop - eine Rock-Legende zum Anfassen

18.09.2008 | 09:10 Uhr

Bochum. 61 ist er inzwischen – doch auf der Bühne wirkt Iggy Pop so frisch und unverbraucht wie eh. Im nicht ausverkauften Bochumer Ruhr-Congress sprang er ohne viel Federlesen vors Mikro, und schon wurde Gas gegeben.

 Iggy beglückte sein Publikum mit den druckvollen Stooges-Stücken. Drei der vier Ur-Mitglieder (1967 bis '69) bilden heute die Band, die im letzten Jahr das jüngste Album, „The weirdness”, aufgenommen hat: neben Sänger Iggy Pop Gitarrist Ron Asheton und Schlagzeuger Scott Asheton, hinzu kommen Bassist Mike Watt und Steve MacKay am Saxophon.

Iggy tobte wild durch den Ruhr-Congress. (Foto: WAZ, Ilja Höpping)

Iggy Pop legte wie gewohnt eine wilde Performance hin, rannte, hüpfte, wirbelte als ein Ausbruch von Energie, was selbst die wenigen Unter-Vierzigjährigen im Publikum nur neidvoll anerkennen konnten. Bei Iggy Pops Auftritten kommt man an seinem Körper nicht vorbei: muskulös, drahtig und überaus fit, was er geschickt zur Schau stellt. Denn Pop kommt stets mit freiem Oberkörper auf die Bühne.

Der Zorn ist verflogen

Und er hatte sichtlich seinen Spaß am Live-Gig. Immer wieder forderte er Licht im Saal, um alle sehen zu können. Da war nicht mehr viel vom Zorn aus Jugendtagen; der Mann war gut drauf. Bei „I wanna be your dog” sangen die Fans mit, die er später zu dutzenden zu „Real good time” auf die Bühne holte und dann mit ihnen „No fun” interpretierte. Vom Songtitel keine Spur, Spaß hatte alle und nutzten natürlich die Gunst, einmal die Rock-Legende anfassen zu können.

Immer in Bewegung, immer auf dem Sprung – Iggy Pop schont sich nicht. Beim Auftritt in London vor einem Monat verletzte er sich während der Performance, doch in Bochum war davon nichts mehr zu spüren. Entweder verpasste er sich ständig Wasserduschen oder tauchte in der Menge ab. Das dünne lange Haar klebte am eingefallenen Gesicht, als er „Little electric chair” sang, „Search and destroy”, „I got a right” und „My idea of fun” schmetterte, schrie und wimmerte. Und beim vierten Zugabe-Song „I'm fried” knöpfte er endlich die Jeans auf; ein paar Hüftschwünge, und das knappe Teil geriet ins Rutschen. Doch wie so oft: Bevor das ganze Ausmaß deutlich wird, ist es vorbei. Ebenso wie das Konzert.

Fotostrecke: Iggy Pop in Bochum

Sabine Vogt

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