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Kriminalität

Heinsberg in Angst vor dem Vergewaltiger

04.03.2009 | 12:20 Uhr

Heinsberg/Randerath. In Heinsberg sprechen besorgte Bürger über die Gründung einer Bürgerinitiative, um den verurteilten Vergewaltiger loszuwerden, der in den rheinischen Ort gezogen ist. Das Innenministerium gibt sich pragmatisch.

Ein Streifenwagen der Polizei steht in Heinsberg vor einem Haus (M.) in welchem sich mutmaßlich der Triebtaeter Karl D. aufhält. (Foto: ddp)

Auf den ersten Blick dösen die Dörfer von Heinsberg in der rheinischen Mittagsruhe, einzig große und kleinere Schulbusse pendeln gerade zwischen ihnen: Schule aus! Kinder steigen aus, laufen heim, nur in Randerath, da fallen sie buchstäblich in die Arme ihrer Mütter. Sie stehen beisammen vor dem Kindergarten St. Lambertus, haben nur ein Thema und sagen Sätze wie: „Das ist schon beängstigend.” Oder: „Normal spielen die Kinder alleine draußen, das hat sich jetzt erledigt.”

"Wissen Sie, was? Neun Millimeter"

Sonntag muss es gewesen sein, dass die Nachricht von einem zum anderen sprang: Ein entlassener Sexualtäter ist unter uns, er wohnt bei seinem Bruder, dessen Frau und dem neunjährigen Sohn Kevin. Montag haben die Mütter sich zusammengesetzt, haben organisiert, wer in den nächsten Tagen die Kinder zu den Bussen bringt, wer sie abholt. Dienstag sprechen sie schon darüber, eine Bürgerinitiative zu gründen, um den Mann zu vertreiben. Und Härteres: „Wir alle sollten Bilder machen von dem und die überall aufhängen. Der soll weg”, sagt Cristina Schönen. Und Härteres: „Ich hab was gegen solche Leute. Wissen Sie, was? Neun Millimeter”, sagt ein 70-Jähriger, der seinen Namen dann doch lieber nicht nennen mag.

14 Jahre Haft hat Karl D. verbüßt. 14 Jahre Haft für eine Tat, von der er behauptet, er habe sie nicht begangen. Weshalb er sich auch all die Jahre im Gefängnis einer Therapie verweigerte. Karl D. jedenfalls hatte 1994 zwei junge Mädchen misshandelt und vergewaltigt, auf elende, widerliche Art. 1984 hatte er bereits eine 17-Jährige missbraucht.

Staatsanwaltschaft scheiterte mit Antrag auf Verwahrung

Vergeblich hatte die Münchener Staatsanwaltschaft sich bemüht, D. im Gefängnis zu halten. Doch ihr Versuch, für ihn eine nachträgliche Sicherungsverwahrung zu erreichen, scheiterte. „Wir glauben, dass wir neue Tatsachen vorlegen konnten, die die hohe Gefahr des Mannes belegen. Nicht nur die psychiatrischen Gutachten, sondern auch die Äußerungen von Mithäftlingen. Er soll Rachegelüste gegenüber seinen früheren Opfern geäußert haben”, so Rüdiger Hödl, der Leiter der Staatsanwaltschaft München II.

Und jetzt wohnt D. in Randerath. Nicht weit von seinem Haus, eher schlecht verborgen durch eine Hecke, steht ein silberner Golf mit zwei Zivilpolizisten, die in die Gegend schauen. Die Überwachung hat der Landrat angeordnet, Stefan Pusch (CDU), der jetzt eine Pressekonferenz improvisiert im Flur des Kreishauses zu Heinsberg. „Ein Ende der Überwachung ist nicht in Sicht”, sagt der 40-Jährige: „Die Situation ist eine Zeitbombe. Ich hoffe, dass die Gerichte sich schnell besinnen.” Im Konflikt zwischen Datenschutz und Warnung der Bevölkerung, sagt Pusch, selbst Jurist, „finden Sie in keinem Lehrbuch eine Antwort. Man kann in der Situation in der Kirche eine Kerze anzünden und hoffen. Oder man tut, was man kann.” Aber natürlich gebe es nun auch „das Restrisiko, dass einer den Sheriff spielt”.

NRW-Innenministerium gibt sich pragmatisch

Etliche Anrufe besorgter Eltern und Jugendlicher gab es bei der Polizei, der Stadt. Man rät ihnen, was man immer rät: Geht nicht mit Fremden, meldet Merkwürdiges. Selbst in der Schule war das ein Thema: „Frau Jahn hat gesagt, wir sollen zusammen gehen”, sagt Thomas (8). Und der Fahrer des Schulbusses habe heute alle, wo es ging, vor der Haustür abgesetzt – da ahnte er nichts vom Organisationsgrad der Mütter von Randerath.

Während in Bayern diverse Ministerien aufgebracht sind über die Entscheidung des Münchener Landgerichts, D. zu entlassen, gibt man sich im NRW-Innenministerium pragmatisch: „Es gibt einen Straftäter, der seine Haft verbüßt hat, und ein Gericht, das eine Sicherungsverwahrung abgelehnt hat. So ist die Lage”, sagt Wolfgang Beus. Nun gelte es, polizeiliche Maßnahmen abzustimmen wie etwa Observierung rund um die Uhr, Betreuung oder Therapie.

Dass eine Therapie nach der Haft Sinn machen könnte bei einem Mann, der solch ein Angebot im Gefängnis abgelehnt hat, daran zweifelt Norbert Leygraf, Professor für forensische Psychiatrie. Das bringe nur etwas, wenn Druck ausgeübt werde, etwa eine Rückkehr ins Gefängnis drohe. Die Unruhe um D. bemüht sich Leygraf dennoch zu beruhigen. So lange er beobachtet werde, gehe von ihm wohl keine große Gefahr aus. „Gefährlich sind nicht die, von denen man weiß. Gefährlich sind die, von denen man nichts weiß”. Dennoch hätten Sexualstraftäter häufig die Eigenschaft, auch nach zehn, 15 Jahren wieder auffällig zu werden.

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Hubert Wolf, Hayke Lanwert

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Kommentare
25.01.2010
22:55
Heinsberg in Angst vor dem Vergewaltiger
von anne vorberg | #50

ich fass es nicht jeden monat 100000 euro diesem herren hinterherschmeissen, wenn er ungefährlich sein sollte dann wäre diese ausgabe ja unnütze geldverschwendung

ich denke da an die opfer, die ihr leiden ein leben lang mit sich tragen, dafür ist kein geld da die müssen damit klar kommen wenn sie sich ungeschützt nicht auf die strasse trauen

der mann mag seine strafe abgesessen haben, hat aber durch die wiederholungstat gezeigt das er nicht gesellschaftsfähig ist, einsperren schlüssel wegwerfen

oder einfach die verantwortlichen für seine taten zur verantwortung ziehen, dann würden diese leute nicht achtlos auf die allgemeinheit losgelassen

eine hetzkampagne gegen seine familie verurteile ich aufs schärfste

einen schutz für unsere kinder gibt es nicht, das was nach 19 uhr passieren kann, passiert auch am hellichten tag in einer fussgängerzone mit passanten
die kinder zu selbstbewussten menschen erziehen, mit der nötigen portion misstrauen gegenüberfremden und ja sogar auch bekannten personen

menschen mit schwerwiegenden ansteckenden krankheiten kommen in quarantäne um keine epedemie auszulösen, wir schützen die gesellschaft

aber wir lassen kinderschänder auf freiem fuss herumlaufen, ich möchte den landrat und die richter sehen wenn ihre eigenen kinder betroffen wären, denn kein berufstätiges ehepaar kann seine kinder rund um die uhr behüten, nicht in der nähe eines potientiellen straftäter

wir haben uns angewöhnt zuzusehen wenn diese täter bestraft werden, einmal was auf die finger ein paar jahre ins gefängnis auf freiem fuss die nächste tat und anscheinend steigern sich diese menschen mit jeder tat bis hin zum mord

und der lastet unter anderem auf dem gewissen seiner richter

ein solches monster auf freiem fuss halte ich für unverantwortlich

10.03.2009
20:11
Heinsberg in Angst vor dem Vergewaltiger
von dasKollektiv | #49

Leute schreibt hier NICHT

es sind schon über 150 Postings gelöscht worden


wann führt derWesten eine Qualitätskontrolle der Moderation ein?!

10.03.2009
06:03
Heinsberg in Angst vor dem Vergewaltiger
von Sena | #48

ja, besonders wenn dieses rückgrat zeigen zur angewohnheit wird, wie viele lynchmorde werden wir dann verzeichen in zukunft? das der kerl in heinsberg noch lebt kommt wahrscheinlich nur daher das die nicht von der polizei unbemerkt an den rankommen, aber wer weiß wie lang das noch so bleibt. Ich muss sagen ich finde es nicht gut das dieser landrat einfach die adresse und den namen bekannt gegeben hat, diesen mann zu beobachten ist aufgabe der polizei und nicht der bevölkerung, und außerdem macht es keinen unterschied ob nun ein vergewaltiger da wohnt oder nicht, man muss immer vorsichtig sein ud auf seine kinder aufpassen, denn jeder könnte ein potenzieller Vergewaltiger und kinderschänder sein, das sieht man auch daran das sehr oft nahe bekannte der kinder diese vergewaltigen, obwohl die eltern diesen bekannten vorher vertraut haben. Die grundregeln zur sicherheit der kinder sollten wohl allen klar sein, vor 19 uhr zuhause sein, nicht mit fremden reden oder mitgehen, keine einsamen gassen, nebenstraßen oder waldwege benutzen, sollte ein auto neben einem halten nicht zu nah ran, nach möglich,keit die kinder zur schule fahren und abholen usw. Wer aus heinsberg das vorher nicht getan hat und seine kinder nicht dahin aufgeklärt hat, der ist verantwortungslos und dessen kinder sind die perfekten opfer. Aber was ich eigentlich sagen will, wenn jeder politiker die daten von Kinderschändern an die bevölkerung geben würde, dann würden wir irgendwann wieder im finstersten mittelalter landen dann wäre selbstjustiz an der tagesordnung. Sollte der vergewaltiger in heinsberg zu tode kommen, dann hat dieser landrat mit schuld, egal obs wie ein unfall aussieht oder nicht.

09.03.2009
23:20
Heinsberg in Angst vor dem Vergewaltiger
von lilli lange | #47

heinsberg kann stolz auf einen politiker
mit rückgrat sein.

09.03.2009
23:10
Heinsberg in Angst vor dem Vergewaltiger
von freiheit1 | #46

Jaja
Die selbsternannten Kinderschützer terrorisieren skrupellos eine Familie
Stehen mit Fackeln vor dem Haus, verbreiten Pogromstimmung und reden von 9mm
Mit der NPD hat dieser Lynchmob seinen würdigen Bündnispartner gefunden

07.03.2009
12:44
Heinsberg in Angst vor dem Vergewaltiger
von Sena | #45

Ich finde auch das jeder mensch seine eigene meinung hat, allerding möchte ich erwähnen das der kerl bestimmt nicht reden will, immerhin hat er mehrmals die Therapie abgelehnt, er wird also an Davidpeters idee nicht interessiert sein. Für die leute im Randerath hab ich einen rat: wenn ihr den wieder im knast haben wollt oder zumindest aus dem dorf raus, dann demonstriet nicht vor seiner bude, das einzige was ihr damit erreicht ist das die Frau des bruders wahrscheinlich einen Nervenzusammenbruch kriegt und der sohn des Bruders aufgrund des nervlichen drucks den ihr ausübt später genauso ein psyscho wird (was ich ziemlich ******* und ******* fände, denn der kleene kann nichts dafür was sein onkel getan hat). Aber die leute die dafür sorgen können das der wieder innen knast geht die stört das nicht, ihr müsst schon vors rathaus ziehen oder vors gericht, da ist die chance etwas zu erreichen viel größer.

06.03.2009
21:06
Heinsberg in Angst vor dem Vergewaltiger
von NicoleME | #44

@ davidpeltzer

wüßte mal gerne ob du Familie bzw. Kinder hast !?
Ob du im Randerath lebst oder weit vom Schuss ?!
Dich mal damit auseinander gesetzt hast, das die OPFER, auch lebenslänglich bekommen haben da man so etwas nie vergißt !!!! Solche Kommentare wie deinen kann man eigentlich nur von sich geben, wenn man keine eigenen Kinder hat, oder diese gleichgütig sind... solltest mal drüber nachdenken.... mit ihm darüber reden!!?? Bei einem Kaffee oder wie???? Meinst du er würde dann versprechen soetwas nie wieder zu machen??? Schwachsinn !!!!
So jemand muß eingesperrt werden Für immer vor allem weil es ein wiederholungstäter ist!!!! Er hatte seine Chance und hat wieder das selbe getan... wie oft noch???
Und zum Thema er wird ja von der Polizei observiert.denk mal darüber nach was das für Kosten sind, die übrigens auch u.a durch die Familie der Opfer getragen werden !!!! Zahlst du für diese Menschen ( Täter )gerne deine Steuern oder wäre dir nicht auch lieber, dass für die Kinder deine Steuergelder genutzt werden????

Naja jeder Mensch hat seine eigene Meinung, aber ich denke wenn es sich um Kinder geht sollte man zweimal nachdenken bevor man so einen Kommentar abgibt

06.03.2009
19:44
Blockierter Kommentar.
von Thomas.Lau | #43

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

06.03.2009
19:29
Heinsberg in Angst vor dem Vergewaltiger
von Sena | #42

Also ich weiß nicht warum ihr alle schiss vor dem habt, der kann gar nichts tun weil immer wenn der aus dem haus geht mindestens 100 leute hinterdem her sind mit schildern und trillerpfeifen um ihm zuzurufen was sie von ihm halten. Also ich wäre dafür solchen leuten bei denen rückfälligkeitsrisiko besteht die nervenbahnen zu den Beinen abzuklemmen, das die im rollstuhl sitzen müssen. Dann können die nichts mehr gefährliches tun.

06.03.2009
16:26
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #41

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

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