Hat das Ruhrgebiet die dümmsten Studenten?
18.05.2009 | 19:02 Uhr 2009-05-18T19:02:00+0200Essen. Bei einem Wissenstest von Spiegel und StudiVZ landete die Region weit hinten. Doch die Aussagekraft der „Studie” ist umstritten.
Mit Ruhm haben sich die Studenten des Ruhrgebiets bei diesem Test nicht bekleckert. Bei einem Wissenstest im Internet, den der Spiegel und das Portal StudiVZ vollmundig als „Studenten-Pisa” bezeichnen, ging es zwar zum Beispiel nur darum, auf einem Foto einen Spatz zu erkennen – aber das Revier landete weit unten. Die Bochumer Studenten belegten den 46. von 53 Plätzen, die TU Dortmund folgte auf Rang 49. Noch düsterer sieht es bei der Uni Duisburg-Essen aus, hier reichte es nur zum vorletzten Platz. Letzter wurde Wuppertal, erster die Humboldt-Uni Berlin.
Keine Hochschultradition
Ob der Test aus 45 Fragen zu Politik, Geschichte, Wirtschaft, Naturwissenschaften und Kultur repräsentativ ist, das zweifeln die Fachleute der Ruhrgebiets-Unis allerdings an. „Ein Wissensquiz greift zu kurz, um einen Überblick über die studienrelevanten Stärken von Studierenden zu bekommen”, sagt Ute Klammer, Prorektorin der Uni Duisburg-Essen. Auch der Psychologe Rüdiger Hossiep, der an der Ruhr-Uni Wissenstests entwickelt, bleibt vorsichtig. Überrascht zeigt er sich aber nicht. „Das Ruhrgebiet ist eine eher bildungsferne Region. Es gibt keine Hochschultradition wie in anderen Ländern.” Soll heißen: In Arbeiterfamilien wird eben nicht so häufig über Andy Warhol oder Katharina die Große diskutiert. Als Imageschaden wollen die Unis das Ergebnis nicht werten. „Studierende im Ruhrgebiet mögen Bildungsnachteile haben”, sagt Ruhr-Uni-Sprecher Josef König, „aber die Qualität der Lehre in Bochum ist unbestritten und anerkannt.”
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