Das aktuelle Wetter NRW 16°C
Amnesty-Studie

Gräbt Israel den Palästinensern das Wasser ab?

28.10.2009 | 08:05 Uhr
Gräbt Israel den Palästinensern das Wasser ab?

Jerusalem. Ein Bericht von Amnesty International (AI) beschuldigt Israel, den Palästinensern das Wasser abzugraben. Jerusalem behauptet hingegen, sogar mehr Wasser zu liefern als notwendig.

Etwa 450 000 israelische Siedler verbrauchen mehr Wasser als 2,3 Millionen Palästinenser. Die Besatzung verwehre den Palästinensern die Nutzung ihrer eigenen Ressourcen, erklärt AI. „Wir sterben vor Durst“, sagt der Leiter der palästinensischen Wasserbehörde Shadad Atili.

Die Israelis protestieren: „Kein Tropfen fließt vom Westjordanland nach Israel“, sagt der israelische Beamte der Wasserbehörde, Baruch Nagar. Die Nutzung der gemeinsamen Ressource sei vertraglich geregelt. Das Osloabkommen von 1994, das nur bis 1999 gelten sollte, gestand der palästinensischen Autonomiebehörde (PA) 180 Millionen Kubikmeter (Kbm) zu, tatsächlich flössen aber 200 Mio Kbm. „Wir liefern den Palästinensern 20 Millionen Kbm zuviel“, sagt Nagar.

"Beide Seiten besitzen hier ein Videorecht"

Die Übergangslösung wurde derweil zu einer Dauereinrichtung. Ein gemeinsames Komitee entscheidet über jeden Brunnen, der im Westjordanland errichtet wird. „Beide Seiten besitzen hier ein Vetorecht“, bestätigt Jihad Baschir, ein palästinensischer Gesandte in einem der Ausschüsse, die israelische Version. Nagar widerspricht deswegen der Version von AI, das Abkommen diene der Unterdrückung.

AI bemängelt auch, dass 34 Prozent des Wassers in den Rohren der korrupten palästinensischen Wasserbehörde versickere. Außerdem meint Nagar: „Würden die Palästinenser mehr Wasser konservieren, recyceln, und Regenwasser auffangen, könnten sie ihre Ressourcen verdoppeln.”

Ein Großteil des israelischen Wassers stamme aus Entsalzungsanlagen und Recycling. Atili weist die israelische Kritik zurück: „Ich will, was uns zusteht“. Dies beinhalte auch ein Mitspracherecht darüber, wie viel Wasser Israel innerhalb seines Staatsgebietes abpumpe. So wird der Konflikt ums Wasser zu mehr als nur einem Streit ums kostbare Nass oder über Zahlen, sondern Ausdruck des politischen Kampfes beider Seiten.

Gil Yaron

Facebook
Kommentare
12.11.2009
22:57
Gräbt Israel den Palästinensern das Wasser ab?
von thomas-62 | #27

Über manche Propaganda könnte man nur noch lachen, wenn´s nicht so traurig wäre.

Zum Amnesty-Bericht über israelisch-palästinensische Wasserfragen
_________________________

Die israelisch-palästinensische Wasserpolitik basiert auf einem Interimsabkommen zwischen beiden Seiten, insbesondere auf Artikel 40 von Annex III des Abkommens, der sich auf die Frage von Wasser und Abwasser bezieht. Entsprechend dem Abkommen werden den Palästinensern jährlich 23.6 Millionen Kubikmeter Wasser zugeteilt. Tatsächlich haben sie aber Zugang zur doppelten Menge Wasser.

Israel hat seine Verpflichtungen gemäß dem Wasserabkommen hinsichtlich der Lieferung zusätzlicher Wassermengen an die Palästinenser erfüllt und die obligatorische Menge sogar weit überschritten. Die Palästinenser haben hingegen erheblich gegen ihre Verpflichtungen gemäß dem Wasserabkommen verstoßen, insbesondere in Hinsicht auf wichtige Fragen wie das illegale Bohren (sie haben über 250 Brunnen ohne die Genehmigung der Gemeinsamen Wasserkommission gebohrt) und den Umgang mit Abwasser (Die Palästinenser bauen trotz ihrer Verpflichtung dazu und der wichtigen ausländischen Finanzierung, die für diesen Zweck bereitgestellt ist, keine Kläranlagen).

Zahlen zum Verbrauch von natürlichem Frischwasser belegen klar den fairen Umgang Israels mit den palästinensischen Anforderungen:

1967 belief sich Israels Pro-Kopfverbrauch von Frischwasser auf jährlich 508 Kubikmeter. 2008 sank er dramatisch auf 149 herab. Die palästinensischen Verbrauchszahlen stiegen von 86 (1967) auf 105 (2008).

Israel hat angeboten, die Palästinenser mit entsalztem Wasser zu versorgen, doch wird diese Möglichkeit aus politischen Erwägungen heraus systematisch abgelehnt.

Während Israel seinen Frischwasserverbrauch seit 1967 beträchtlich reduziert und damit die Lücke zwischen dem israelischen und dem palästinensischen Verbrauch konsequent geschlossen hat, bleibt unklar, wie die Behauptung von Amnesty in Bezug auf die „diskriminierende Politik“ gegenüber den Palästinensern dem Test der Wirklichkeit standhalten soll. Die Autoren dieses Berichts haben sich dazu entschieden, israelische Angaben, Dokumente und Berichte zu ignorieren, obwohl sie in totaler Transparenz verifizierbare Fakten enthalten. Dieser fragwürdige Ansatz, der darin besteht, systematisch israelisches Material zu ignorieren und sich gleichzeitig ausschließlich auf palästinensische Behauptungen zu stützen, zieht die wahren Absichten der Autoren des Berichts und der Organisation selbst in Zweifel.

Das sich die deutsche Presse dazu hergibt, ungeprüft solchen Mist zu veröffentlichen, ist allerdings weitaus schlimmer.

So wird nicht erwähnt, dass im Westjordanland der Wasserverlust wegen nicht instand gehaltener Wasserleitungen bei 40 (vierzig) Prozent liege, wie mir mal ein Mitarbeiter der GTZ sagte, der als Entwicklungshilfe die Wasser- und Abwassseranlagen in Bethlehem und Salfit renovierte.

So wird da angedeutet, dass die Palästinenser offenbar unter Wassermangel leiden, weil die Siedler Swimmingpools und grüne Gärten besäßen.

Ein Freund hat 7 Fotos vorliegen (teilweise erst in der letzten Zeit aufgenommen) wo einige palästinensische Swimmingpools fotografiert wurden. Diese Bilder sind vielleicht der beste Beweis dafür, dass an dem Report irgendwas faul ist.

Es wäre auch möglich, Bilder von grünen palästinensischen Gärten vorzulegen.
Seinerzeit gab es die gleiche Propagandakampagne über Wasserknappheit im Gazastreifen, ebenfalls vermeintlich wegen der Swimmingpools der Siedler. Seit 2005 sind die Siedler verschwunden.
Haben die Palästinenser dort etwa heute auch nur einen Tropfen mehr Wasser?

13.5% weniger Wasserverbrauch unter den Israelis innerhalb eines Jahres – das ist natürlich keine Nachricht für die Israelhasser!

Einige weitere Belege für die armen, hungernden und durstende Palästinenser:

Hier kann man den angeblich furchtbaren Hunger betrachten:

http://www.paltoday.com/arabic/News-55720.html

http://www.paltoday.com/arabic/News-57047.html

Das kommt übrigens nicht aus einer bösen zionistischen Quelle, sondern aus einer arabischen.

Hier einige Bilder aus dem sog. Freiluft-KZ in Gaza……Pallywood pur.

http://heplev.wordpress.com/2009/09/23/im-freiluft-kz/

http://heplev.wordpress.com/2009/09/24/noch-zwei-hungernde-kinder-im-gazastreifen/

Noch ein paar Bilder zur angeblichen Wasserknappheit unter den Palästinensern

http://heplev.wordpress.com/2009/10/28/amnesty-international-propaganda-vs-wirklichkeit/

Siehe auch:

“Schöner shoppen in Palästina”, Financial Times Deutschland vom 06. 10. 09

http://www.ftd.de/politik/international/:westjordanland-schoener-shoppen-in-palaestina/50019724.html

Ein Freund schrieb:

Als ich im August 2009 in Jerusalem war, herrschte dort Bewässerungsverbot für alle privaten Grünanlagen. Davon waren alle „jüdischen“ Grasflächen betroffen und sahen entsprechend aus – alles verdorrt, nicht wie die hier gezeigten palästinensischen Gärten der Semiramis! Das möchte ich der Schauerpropagandaabteilung der Amnesty International (...) gerne mitteilen.

Diese so genannten NGO´s, die meist ungeprüft Palästinenser-Berichte übernehmen, haben ihren Anspruch, unparteiisch auf Seiten der Menschen zu stehen, längst verloren. Im Zeichen leerer Kassen müssen auch sie sich strecken, und da gilt: Wes´Brot ich eß´, des´Lied ich sing´.

Was kommt als nächste Greuelpropaganda? Wird bald wieder einmal die Organraub-Legende aufgewärmt, die im Laufe diesen Jahre durch einen schwedischen Journalisten verbreitet wurde und im schwedischen Aftonbladet zu lesen war - israelische Soldaten würden mit Organen von Palästinensern handeln? Man sei gewarnt: Der Journalist hat diese Geschichten zurückgezogen. Davon aber liest man bei den Tätern im Blätterwald, die die Lüge damals eifrig vermarktet hatten, natürlich nichts mehr.

Heuchler.

05.11.2009
07:21
Gräbt Israel den Palästinensern das Wasser ab?
von Hinzke | #26

90% des israelischen Wassers kommt aus Entsalzungsanlagen und aus Tiefbrunnen. Das könnten die Palästinenser auch haben, sie dürften nur nicht soviel in Waffen investieren...

03.11.2009
09:40
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #25

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

03.11.2009
09:39
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #24

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

28.10.2009
17:58
Gräbt Israel den Palästinensern das Wasser ab?
von BSV | #23

Die Sache ist doch ganz einfach: Israels Existenzrecht ist durch den Holocaust legitimiert und unantastbar. Die im damaligen Mandatsgebiet lebenden Araber sind damit nicht einverstanden. Also wäre es nur gerecht, ihnen einen Teil Deutschlands zwecks Gründung einer islamischen Republik abzutreten. Späte Wiedergutmachung gewissermaßen.

28.10.2009
17:13
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #22

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

28.10.2009
17:11
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #21

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

28.10.2009
17:06
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #20

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

28.10.2009
17:06
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #19

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

28.10.2009
15:24
Gräbt Israel den Palästinensern das Wasser ab?
von immer noch wieder | #18

Aussage: „Kein Tropfen fließt vom Westjordanland nach Israel“

Stimmt - nur das Wasser wird im Westjordanland von den dort lebenden israelischen Siedlern verbraucht. Palästinensern ist es untersagt, Brunnen oder einen Zugang zum Jordan für ihre Wasserversorgung zu bauen, während Israel alles daran setzt die Wasservorräte für die Siedlungen abzuzweigen.
Palästinenser müssen ihre Wasservorräte von Israel konzessionierten Wasserverkäufern kaufen, um ihren täglichen Bedarf zu decken. Bedingt durch ihre Zwangslage (Enteignung von Land und der damit verbundenen Arbeitslosigkeit) ist das nur unter großen Entbehrungen möglich.

Weitere Nachrichten aus dem Ressort
Umfrage
Mit Temperaturen von mehr als 30 Grad kommt das Sommerwetter in dieser Woche endlich nach NRW. Tag für Tag wird es jedoch schwüler, sagen die Meteorologen voraus. Freuen Sie sich trotzdem auf den Sommer?

Mit Temperaturen von mehr als 30 Grad kommt das Sommerwetter in dieser Woche endlich nach NRW. Tag für Tag wird es jedoch schwüler, sagen die Meteorologen voraus. Freuen Sie sich trotzdem auf den Sommer?

 
Fotos und Videos
Bottrop - Movie Park in Luftbildern
Bildgalerie
Fotostrecke
Essen aus der Luft
Bildgalerie
Fotostrecke
Velbert - Baustellen aus der Luft
Bildgalerie
Fotostrecke
Bochum aus der Luft
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Hilfsbedarf steigt akut
WAZ-Info
In immer mehr Familien wird Hilfe benötigt, um den alltäglichen Anforderungen gerecht zu werden. Für die Allgemeinheit wird das teuer.
Mit King Kong in der Warteschlange
Kino im Bild
Zwei Wochen lang konnte man die „Kinohelden“ des gleichnamigen Jugendwettbewerbs der Kunst- und Musikschule in der Hauptstelle in Velbert-Mitte sehen. Die Ausstellung ging jetzt mit der Prämierung der Gewinner zu Ende.