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Google entschuldigt sich bei China für Porno-Links

08.01.2009 | 06:56 Uhr

Eine Kampagne gegen Pornografie im Internet soll Chinas Jugend vor schlechten Einflüssen schützen. Kontrolleure fanden 19 Internet-Provider, darunter auch die großen Suchmaschinen Baidu und Google, mit „unanständigen Webseiten”.

Peking. Eine Kampagne gegen Pornografie im Internet soll Chinas Jugend vor schlechten Einflüssen schützen. Kontrolleure fanden 19 Internet-Provider, darunter auch die großen Suchmaschinen Baidu und Google, mit „unanständigen Webseiten”.

Xinhua Li Kaifu, Vize-Präsident von Google.

Google und andere große Anbieter haben sich am Mittwoch bei China für Links zu pornografischen Seiten entschuldigt. Alle entdeckten Verknüpfungen zu Seiten mit „vulgärem Material” seien gelöscht worden. Auch die sehr beliebte Suchmaschine Baidu und andere veröffentlichten ähnliche Entschuldigungen auf ihren Seiten.

In dem kommunistischen Land herrscht eine strenge Zensur. Nach offiziellen Angaben sind in China mehr als 250 Millionen Menschen online. Mit steigenden Einkommen wächst die Zahl der Internetbenutzer.

Die Kontrolleure der Regierung hätten viele Webseiten entdeckt, die „die öffentliche Moral verletzten und der körperlichen und geistigen Gesundheit der Jugend” schadeten. Mit der Aktion versucht die Regierung, eine Tendenz zu stoppen, die im Reich der Mitte nicht anders ist als im Rest der Welt: Professionelle und private Sex-Seiten, Blogs und Foren sind bei vielen der 250 Millionen Internet-Nutzer in China beliebt.

Auch Parteiblätter locken mit Freizügigkeit

Um möglichst viele Leser auf ihre Online-Seiten zu locken, stellen aber auch Parteiblätter wie die China Daily gern freizügige Bilder junger Frauen auf ihre Webseiten.

Als Ren Chaoqi, ein Bürger der Stadt Nanyang, im vergangenen Jahr von der Polizei dazu verurteilt wurde, eine Geldstrafe zu zahlen, weil er ein pornografisches Video aus dem Netz heruntergeladen hatte, wehrte sich der Mann. Er verlangte, vor Gericht gehört zu werden. Viele Landsleute stellten sich hinter den Verurteilten: Es sei kein Verbrechen, in den eigenen vier Wänden Pornofilme zu sehen.

Schließlich gab die Polizei nach. Ren musste keine Strafe zahlen, aber sich eine Ermahnung anhören. In Webforen wie der cnbeta.com kommentierten viele Chinesen die neueste Säuberungswelle gestern mit Hohn und Spott. Ein Beitrag lautete: „Wenn man es vermeiden will, der Jugend körperlichen und geistigen Schaden zuzufügen, dann sollte man nur noch Webseiten der Regierung zulassen.”

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Jutta Lietsch

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Kommentare
08.01.2009
00:21
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von Thomas.Lau | #3

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07.01.2009
23:09
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von Juliette.Guttmann | #2

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07.01.2009
22:34
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von Juliette.Guttmann | #1

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