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GM spielt weiter auf Zeit

09.09.2009 | 07:10 Uhr
GM spielt weiter auf Zeit

Essen. Der US-Autobauer General Motors will Opel offenbar behalten, es aber noch nicht so eindeutig sagen. Das von Großer Koalition und Gewerkschaften favorisierte Konzept des Einstiegs von Magna ist gescheitert.

„Entdecke Opel” heißt der aktuelle Slogan für die Autos mit dem Blitz, und ironischerweise spiegelt er perfekt den Gesinnungswandel von General Motors (GM) gegenüber seiner Tochter wider. Alles deutet darauf hin, dass der US-Autobauer GM seinen europäischen Teil nicht mehr abgeben möchte, dies aber noch nicht offen sagen will.

Seit Dienstag sitzt der GM-Verwaltungsrat für zwei Tage zusammen. Heute soll die Gesprächsrunde des mit einem Aufsichtsrat vergleichbaren Entscheider-Gremiums enden. Die von Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg (CSU) noch einmal flehentlich angemahnte „klare Orientierung” von GM vor der Automesse IAA wird es aber aller Voraussicht nach nicht geben. Zumindest nicht offiziell. Denn nach Medienberichten ist bei den neuen GM-Verantwortlichen längst ausgemacht: Das von Großer Koalition und Gewerkschaften favorisierte Konzept des Einstiegs von Magna ist gescheitert. GM hat es nach erfolgreicher Blitzsanierung zuhause nicht mehr nötig, mit staatlichen Überbrückungsgeldern sein Europa-Geschäft am Leben zu halten und sich dafür zum Schein auf einen Verkauf einzulassen.

Bundesregierung hat sich erpressbar gemacht

Dazu kommt bei den so genannten GM-Hardlinern eine tiefsitzende Abneigung dagegen, dass Russland über den Umweg Magna an Know-how für seine Autobauer kommt.

Damit zeichnet sich eine grandiose Niederlage der deutschen Politik ab, die sich vorschnell Ende Mai auf den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna als Wunschkandidaten festgelegt und sich letztlich dadurch erpressbar gemacht hat. Der gewährte Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro reicht bis Januar und gibt GM Zeit, auch andere europäische Länder mit Opel-Werken unter Druck zu setzen. Das Verhältnis zur US-Regierung als faktischem Besitzer von GM ist belastet. Auch das Verhältnis zu Russland leidet bei einem Platzen des Magna-Deals. GM könnte sich gut auch am neuen Slogan orientieren, den Opel auf der IAA nächste Woche präsentiert: „Wir leben Autos”. Mit der Betonung auf „Wir”.

Gerd Heidecke

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Kommentare
09.09.2009
16:11
GM spielt weiter auf Zeit
von mannidoof | #4

Und wieder zeigt sich einmal, dass Politiker keine besseren Manager sind!!! Siehe auch WestLB, SachsenLB, KfW, etc.

09.09.2009
15:18
GM spielt weiter auf Zeit
von scorpionx | #3

und täglich grüßt das murmeltier ...

09.09.2009
07:00
GM spielt weiter auf Zeit
von B. Schmitz | #2

Wenn die deutsche Regierung und Ope in Deutschland mit sich machen lassen, was die Amis wollen, sind sie selber schuld. Wann wird von den intelligenten Politkern mal auf den Tisch gehauen und klargestellt, dass sie sofortige Entscheidung haben wollen. Dazu sind sie nicht in der Lage. Sie sind doch nur die Hampelmänner für die Amis.Als Steuerzahler kann ich nur mit dem Kopf schütteln über so viel Inkompetenz der Politiker, der Manager und dem Betriebsrat. Sie sind nicht in der Lage sich gegen GM zu behaupten.

08.09.2009
23:21
GM spielt weiter auf Zeit
von KillBill | #1

Ich hab jetzt schon 5 minuten gewartet.

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