Glück wächst nicht mit
15.12.2009 | 18:28 Uhr 2009-12-15T18:28:00+0100Es klingt ein wenig esoterisch, aber die Sache ist zumindest bedenkenswert.
Münsteraner Forscher haben ein „Glücks-BIP” entwickelt, ein Messinstrument vergleichbar mit dem Bruttoinlandsprodukt, das allerdings nicht nur die Wirtschaftsleistung eines Landes misst, sondern auch die Zufriedenheit der Bewohner. Das Ganze steckt jedoch noch in den Kinderschuhen.
Bislang nutzen die Forscher die Daten aus dem Sozio-Ökonomischen Panel – einer gigantischen Umfragemaschine des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Falls sich das Münsteraner Glücks-BIP zu einer festen Größe in der wirtschaftspolitischen Debatte entwickeln soll, müssen eigene Umfragen her.
Das erste Ergebnis jedoch – die Wirtschaft wächst, das Glück stagniert – ist Wasser auf den Mühlen derjenigen, die schon lange kritisieren, dass das Wachstum der letzten Jahre ein gesellschaftliches Nullsummenspiel war und die Deutschen gut daran täten, sich auf das Ende der Fahnenstange einzustellen. Anders gewendet ist es eine gute Nachricht: Das Glücks-BIP zeigt, wie stabil die Zufriedenheit der Deutschen in den letzten 20 Jahren war. Krisen hin oder her.

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