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Gefühlte Sicherheit bei Nacktscannern

04.01.2010 | 18:18 Uhr

Würde Reinhard Mey sein Lied „Über den Wolken” heute schreiben – er müsste umdichten.

In Zeiten der allgegenwärtigen Terrorgefahr ist aus der grenzenlosen Freiheit für Passagiere ein enges Zwangskorsett von Verboten und Auflagen geworden, die die Flugreise vom entspannten Vergnügen zur nervtötenden Plackerei machen.

Einschränkungen beim Handgepäck und immer schärfere Kontrollen, die wiederum eine immer frühere Anreise zum Flughafen erfordern, setzen der Freiheit enge Grenzen. Ob sie auf der anderen Seite die Flugsicherheit tatsächlich erhöhen, ist fraglich. Dies zeigt der jüngste Fall des nur knapp gescheiterten Anschlags in einer US-Passagiermaschine.

Man kann den Eindruck gewinnen, die Kontrollen dienen nicht zuletzt dem Zweck, dem Fluggast das Gefühl einer absoluten Sicherheit vorzugaukeln, die es so nicht gibt. Statt technisch aufzurüsten wäre es sinnvoll, die Aufklärung im Vorfeld zu verbessern. Der Attentäter von Detroit stand längst auf der Verdächtigenliste der US-Geheimdienste. Dass er dennoch unbehelligt in den Jet steigen konnte, ist unfassbar. Hier hilft kein Nacktscanner, sondern solide Ermittlerarbeit.

Walter Bau

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