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Entwicklungshilfe

FDP will Hilfen für Indien und China streichen

30.10.2009 | 17:21 Uhr
FDP will Hilfen für Indien und China streichen

Berlin/Essen. Ein Tag nach Amtsantritt hat sich Enwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) die Kritik von Hilfsorganisationen und China-Experten zugezogen. Seine Ankündigung, die Entwicklungshilfe für China und Indien zu beenden wird als kapitaler Fehler bewertet. Es geht um 70 Millionen Euro jährlich.

Als diplomatischen Fehlstart bewerten China-Experten die Ankündigung des neuen Entwicklungshilfeministers Dirk Niebel (FDP), die Hilfen für China und Indien zu streichen. Der Verband von 118 privaten und kirchlichen Hilfsorganisationen (Venro) warnte davor, die Mittel zu stoppen. Von Deutschland müssten weiterhin Impulse für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Armutsbekämpfung und Umweltschutz ausgehen.

"Ein katastrophales Signal"

Während die finanzielle Zusammenarbeit mit China bereits unter der Großen Koalition eingestellt wurde, soll nun auch die technische Kooperation mit einem Volumen von 27,5 Mio Euro auslaufen, bestätigte Ministeriumssprecher Stephan Bethe. Insgesamt belief sich zuvor die Hilfe für China auf rund 70 Mio Euro jährlich. Dies sei keine große Summe, sagt Bernt Berger, Asien-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik. „Doch symbolisch ist das ein katastrophales Signal. Hinzu kommt, dass es eine der ersten Amtshandlungen des neuen deutschen Ministers ist.” Das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Deutschland und China werde weiter leiden.

Auch Prof. Thomas Heberer, Politikwissenschaftler an der Universität Duisburg-Essen und einer der renommiertesten Chinakenner, sieht die Entscheidung kritisch. „Man kann nur Einfluss nehmen und etwas verändern, wenn man auch vor Ort ist”, sagt Heberer. Es gehe bei der Entwicklungshilfe längst nicht mehr nur um Armutsbekämpfung, „das muss und kann China selbst leisten”. Vielmehr werde Wissen angeboten im Bereich erneuerbarer Energien, beim Umweltschutz, der Energieeffizienz, beim Aufbau demokratischer und rechtsstaatlicher Strukturen. Das Land sei in einem Lernprozess, in dem es den Erfahrungsaustausch benötige. Heberer: „Wenn man den Menschenrechtsdialog ausbauen will, kann man nicht alle Mittel streichen.”

Ähnlich argumentiert Ullrich Post von der Welthungerhilfe: „Es ist in unserem Interesse, fortgeschrittene Umwelttechnologie in China voranzubringen.” Post befürchtet, dass die Entwicklungspolitik unter der FDP der Außenwirtschaftspolitik untergeordnet werde.

Christopher Onkelbach

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Kommentare
11.11.2009
21:55
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von miriam.lessmann | #40

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11.11.2009
01:42
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von James.Brunt | #39

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10.11.2009
00:57
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von udo.michel | #38

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07.11.2009
22:09
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von James.Brunt | #37

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06.11.2009
21:49
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von James.Brunt | #36

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05.11.2009
23:04
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von rene.bogdanski | #35

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05.11.2009
21:36
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von rene.bogdanski | #34

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05.11.2009
12:44
FDP will Hilfen für Indien und China streichen
von dusselbiene | #33

Warum hört mann nicht auf die Expertin Moyo?
Weil sie eine Frau ist oder weil sie Afrikanerin ist oder weil Männer wie unsere westlichen Experten grundsätzlich alles besser wissen, weil sie mal ein Buch zu dem Thema gelesen haben?
Moyo sagt klar und deutlich was hilft und was weiterhin lediglich die bestehenden Strukturen erhält.

02.11.2009
15:19
FDP will Hilfen für Indien und China streichen
von Mei guanxi | #32

Naja, immerhin hat Niebel es verstanden mit seinem Populismus den Marktplatz zu bedienen. Chapeau. Was das außenpolitisch bezwecken sollte bleibt unklar.

01.11.2009
04:30
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von Matthias.Kiesel | #31

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