Europa sucht einheitliche Linie
28.04.2009 | 20:13 Uhr 2009-04-28T20:13:00+0200Brüssel. Grippe-Impfstoffe werden bislang nur national gehortet. Das ist ineffizient, findet die EU.
Die EU erwartet von der Pharmaindustrie, dass sie so rasch wie möglich wirksame Impfstoffe und Medikamente gegen den neuen Grippevirus A/H1N1 entwickelt. Für diesen Mittwoch hat EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassilliou die Branche nach Brüssel eingeladen, tags darauf kommen die europäischen Gesundheitsminister in Luxemburg zu einem Krisengipfel zusammen.
Dort wird sich zeigen, ob eine Verständigung über einen EU-weit abgestimmten Lagerbestand an Impfstoffen möglich ist. Bislang haben dies die nationalen Regierungen strikt abgelehnt. Anstatt Impfstoff-Überschüsse im Ernstfall an weniger betroffene Länder abzugeben, wachen die Staaten peinlich genau über ihre nationalen Antigrippe-Depots. Nach der Vogelgrippe 2005 hatte Vassillious Vorgänger Kyprianou mehrere vergebliche Anläufe zum Aufbau eines solchen „EU-Depots” unternommen.
Reiseeinschränkungen gegenwärtig nicht erforderlich
Unscharf ist die Haltung der EU-Behörde zu Reisebeschränkungen. Hatte die zyprische Gesundheitskommissarin am Montag noch ausdrücklich vor Reisen nach Mexiko gewarnt, verwies sie gestern auf die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation. Danach seien Reisebeschränkungen gegenwärtig noch nicht erforderlich.
Bislang habe man in erster Linie Mexiko-Heimkehrer im Blick gehabt, betonte Vassilliou. Nun kündigte die Gesundheitskommissarin einen verbindlichen EU-Leitfaden für Reisende in Zeiten der Schweinegrippe an.

08:12
Schweinegrippe primär durch Trinkwasser ausgelöst
Unstreitig verbreitet sich die Schweinegrippe sekundär von Mensch zu Mensch. Aber: Schweinebestände sind, wie in Fachkreisen bekannt ist, jahreszeitlich unterschiedlich mit 30% (Sommer) bis 80% (Winter) mit Influenza durchseucht, auch in Deutschland. Die Influenza kann durch kaltes Trinkwasser primär ausgelöst werden. Tiere verschmutzen durch Fäkalien und mit ihren Ausscheidungen aus Nase und Maul bzw. Schnabel das Wasser. Alle Menschen haben Kontakt zum Trinkwasser. Oberflächen-, Quell- und Grundwasser sind mit Viren belastet. Viren bleiben im kalten Wasser lange ansteckend. Deshalb tritt die Influenza bei uns überwiegend im Winter auf. Die sehr kleinen Viren werden im herkömmlichen Wasserwerk nur unvollständig gefiltert. Chlorung z.B. bringt wenig, weil Viren im Wasser verklumpt vorkommen und deshalb von den herkömmlichen Desinfektionsverfahren nicht vollständig erreicht werden. Ultrafiltration des Trinkwassers für 0,50 Euro je Person und Monat ist erforderlich.
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