Das aktuelle Wetter NRW 4°C
Treffen in Rom

Erzbischof Zollitsch kritisiert Merkel für Papst-Ermahnung

13.03.2009 | 21:10 Uhr

Rom. Der Papst fühlt sich verletzt durch die Krtik an seinem Handeln gegenüber der Piusbruderschaft. Die Vorwürfe auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hätten Benedikt XVI. verletzt, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zolliltsch.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Erzbischof Robert Zollitsch. Foto: ddp

Die heftige Kritik an seiner Versöhnungsgeste gegenüber der traditionalistischen Piusbruderschaft hat bei Papst Benedikt XVI. nach Einschätzung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, Wunden hinterlassen. Zollitsch kritisierte in diesem Zusammenhang nach einer Audienz bei Benedikt XVI. auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihre öffentliche Ermahnung des Papstes.

Zollitsch sagte in Rom, der Papst habe sich durch die heftigen Reaktionen auf die Aufhebung der Exkommunikation der vier Bischöfe der Piusbruderschaft "auch persönlich angegriffen" gefühlt. "Da spüren wir, dass Wunden bei ihm da sind", sagte der Freiburger Erzbischof.

Der Papst fühle sich verletzt durch die Unterstellung, dass er nicht hinter dem Zweiten Vatikanischen Konzil stehe, an dem er selbst aktiv mitgewirkt habe. Darin zeige sich eine „menschliche Sensibilität, die auch ein Papst haben darf”. Mit Blick auf Merkel begab sich Zollitsch in die Rolle des Mahners: "Wenn eine Regierungschefin sich tatsächlich über etwas äußern will, das den Heiligen Vater betrifft, dann gibt es für mich andere Wege – die diplomatischen."

"Brüderliches Gespräch"

Es sei ein "sehr brüderliches und sachliches, freundschaftliches Gespräch" mit dem Papst gewesen, bilanzierte der Erzbischof nach dem Treffen. Er dankte Benedikt für seinen erklärenden Brief zur Piusbruderschaft, indem das Kirchenoberhaupt auch römische Pannen zugegeben hatte.

Er habe ihm die Hamburger Erklärung der Bischöfe zu Fragen der Exkommunikation der vier Bischöfe der Pius-Bruderschaft mitgeteilt, ihm aber auch Solidarität versichert, sagte der Erzbischof. Er räumte ein, dass es zur umstrittenen Piusbruderschaft einen so schnellen Klärungsprozess, wie es sich die deutschen Bischöfe wünschen, wohl nicht mehr geben werde, da die doktrinären Fragen in der Glaubenskongregation weiter behandelt werden sollen. "Da wird sich zeigen, wer von der Pius-Bruderschaft bereit ist, den Weg mit der katholischen Kirche und dem Papst weiterzugehen – oder wer sich definitiv von uns trennt", gab sich der Erzbischof entschieden.

Legitimes Ringen

Zollitsch wird bis Sonntag in Rom bleiben. Im Vatikan würden, so schließt er aus seinen ersten Begegnungen in der römischen Kurie, deutsche Reaktionen oft falsch bewertet. Manche Dinge, die man in Deutschland ganz selbstverständlich diskutiere, würden zu schnell als Kritik aufgefasst. Er habe dem entgegengehalten, es gehe um das legitime Ringen um den künftigen Weg der Kirche.

Mehr zum Thema:

Christa Langen-Peduto

Facebook
 
Kommentare
15.03.2009
04:20
Erzbischof Zollitsch kritisiert Merkel für Papst-Ermahnung
von dasKollektiv | #39

die seltsame Katholische Kirche bekommt ihre Beitragsgelder abzugsfrei von der Regierung (CDU) überwiesen.. was macht die FDP dagegen?

14.03.2009
17:50
Erzbischof Zollitsch kritisiert Merkel für Papst-Ermahnung
von Elektrosteiger | #38

Da der Papst ja unfehlbar ist, darf er alles sagen und tun, was er will. Und sein Chef, was sagt der dazu???

Da ihn niemand jemals gesehen hat, hat der Papst Narrenfreiheit auf Erden..

14.03.2009
14:22
Erzbischof Zollitsch kritisiert Merkel für Papst-Ermahnung
von BerndBruns | #37

Ich finde es lustig, welche automatischen Werbeeinblendungen hier themenbezogen eingegooglet werden :-)

14.03.2009
14:10
Erzbischof Zollitsch kritisiert Merkel für Papst-Ermahnung
von Martin Blasczyk | #36

Herr Scheinheilig fühlt sich also verletzt! Und wen interessiert das? Herr Zoltisch sollte endich begreifen, daß Deutschistan ein laizistischer Staat ist, die Kirchen haben nichts zu sagen!!!

Herr Scheinhelig fühlt sich verletzt! Ach so! Was füer ein Mimnmöschen istv diese Person denn? Wie viele Menschen hat er selbst verletzt oder sind als als Folge selner Sturköpfigkeit iund Intolerenz verletzt worden???

Millionen und abermillionen von Beispierleb gibt es dsafür:
- Die retter des 9-jährigen Mädchens sind exkommuniziert, der Kinderschänder nicht. Aber diese Retter dürfen sich jetzt nicht verletzt fühlen?
- Hans Küng, Ernesto Cardenale, Uta Ranke-Heineman, ... sind alle von Herrn Scheinheilig selbst und höchstpersönlich verletzt worden!
- ...

Aber diese verbrecherische Pius-Bruderschaft, die wird rehabilitiert! Pfui Teufel!

Entmachtet dfie Kirche! Martschiert in den Vatikan ein und tilgt dieses Ghetto von allen Landkarten! Steckt den Papst und seine Büttel und kardinäle in eine geschlossene Psychiatrie!

Macht ein Ende mit dieser verteufelten Scheinheiligkeit!

14.03.2009
12:17
Erzbischof Zollitsch kritisiert Merkel für Papst-Ermahnung
von kuba4711 | #35

Die katholische Sekte ist nicht reformierbar,nur abschaffbar.
Und wenn es so weiter geht machen diese schwarzen Brüder den Pius noch zu einem Widerstandskämpfer gegen das dritte Reich.

14.03.2009
12:17
Erzbischof Zollitsch kritisiert Merkel für Papst-Ermahnung
von Kalix | #34

Frau Merkel begründete ihre Ansprache an den Pabst so,
daß jede Kritik an Israel umgehend von ihr gekontert werden muss.
Hat sie das politische Oberhaupt des Vatikans gemeint,
so ist ihr Vorgehen absolut undiplomatisch und dilettantisch;
eine Telefonat hätte einen höheren Effekt gehabt.
Hat sie das religiöse Oberhaupt der Katholiken gemeint,
so weiß die Welt, augenscheinlich ausgenommen sie, daß der Pabst
über jeden Zweifel, was das Zusammenleben der Juden
mit anderen Religionen betrifft, erhaben ist.
Dies ist eine Beleidigung des Pabstes und auch eine
Beleidigung der Katholiken. Ob sich Frau Merkel den Gefahren bewußt ist,
wenn sie durch solche Äußerungen jeder israelischen Regierung
aber auch dem Zentralrat der Juden in Deutschland
eine Blankovollmacht für das politische Handeln gibt ?

14.03.2009
12:11
Erzbischof Zollitsch kritisiert Merkel für Papst-Ermahnung
von kometenrolf | #33

Die es nicht ernst mit der Kirche meinen, melden sich hier zu Wort. Das kann man verstehen und die müssen das mit sich ausmachen. Aber die echten Katholiken, das sind viele Millionen, können die Merkelkritik am Papst nicht akzeptieren. So ist es und so bleibt es. Somit wird für viele Katholiken die CDU nicht mehr wählbar. Meine Familie gehört dazu.

14.03.2009
11:42
Erzbischof Zollitsch kritisiert Merkel für Papst-Ermahnung
von BerndBruns | #32

Die alten senilen Herren, die in Brasilien darauf bestehen, dass ein neunjähriges vergewaltigtes Mädchen die daraus resultierenden Zwillinge austragen soll, obwohl dann nach allen medizinischen Gutachten Lebensgefahr für die Neunjährige besteht,: Der Chef dieser dogmatischen Menscherverächter in fundamentalistischer Tradition ist der erzkonservative Papst in Rom mit deutschem Migrationshintergrund.

Die Ärtzte, die mit Zustimmung der brasilianischen Behörden inzwischen den für das vergewaltigte Mädchen lebensretten Schwangerschaftsabbruch durchgeführt haben, wurden von den dort herrschenden Repräsentanten der katholischen Amtskirche exkommuniziert.
Diese verantwortungslose Kirche verdient nur noch Verachtung...

14.03.2009
11:21
Erzbischof Zollitsch kritisiert Merkel für Papst-Ermahnung
von Steinschulte | #31

Der Zollitsch soll lieber ein Paar kreuzchen mehr
machen und glücklich sein das er von den Kirchensteuern Lebt und kein Hartz 4 bekommt.

14.03.2009
11:03
Erzbischof Zollitsch kritisiert Merkel für Papst-Ermahnung
von Roland Klose | #30

Die Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel an Papst Benedikt XVI. war berechtigt und legitim. Wie konnte nur ein deutscher Papst den Holocaust-Leugner Richard Williamson mit der Aufhebung der Exkommunikation auch noch für seine antisemitischen Äußerungen und Lügen belohnen? Das ist absolut unverständlich. Dabei nehme ich dem Ratzinger-Papst keineswegs ab, dass er von dieser Holocaust-Leugnung nichts gewusst hatte. Pius-Bischof Williamson hat bereits seit 20 Jahren dieses provokante, ausehenerregende Märchen in aller Öffentlichkeit verbreitet. Und Joseph Kardinal Ratzinger war von 1981-2005 bekanntlich Präfekt der Glaubenskongregation, die sich früher Hl. Inquisition nannte. Diese Behörde führt bereits seit 2000 Jahren von jedem Kirchenkritiker der Welt eine Akte, wenn dieser etwas vermeintlich Anstößiges behauptet hatte. Trotzdem von der Holocaust-Leugnung nichts gewusst zu haben, ist höchst unwahrscheinlich. Denn, die Glaubenskongregation ist vergleichbar mit der Staatssicherheit in der ehemaligen DDR. Alle Informationen der Welt laufen dort zusammen, zumal die Glaubenskongregation über sehr viele informelle Mitarbeiter und Denunzianten verfügt. Der Fall Hans Küng ist dies in imposanter Weise ans Tageslicht gebracht. Wenn die Aufhebung der Exkommunikationen der vier Pius-Bischöfe eine reine Versöhungsgeste sein sollte, warum sind dann die Kirchen der Reformation und speziell Martin Luther (1483-1546) nicht auch Nutznießer einer Versöhungsgeste aus dem Vatikan, zumal sie das II. Vatikanische Konzil (1962-65) eher akzeptieren als die reaktionäre Pius-Sekte selbst?

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/555469/create

Umfrage
Das Aus für die Drogeriekette Schlecker ist besiegelt. Werden Sie Schlecker vermissen?

Das Aus für die Drogeriekette Schlecker ist besiegelt. Werden Sie Schlecker vermissen?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Bottrop - Movie Park in Luftbildern
Bildgalerie
Fotostrecke
Essen aus der Luft
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Hilfsbedarf steigt akut
WAZ-Info
In immer mehr Familien wird Hilfe benötigt, um den alltäglichen Anforderungen gerecht zu werden. Für die Allgemeinheit wird das teuer.
Mit King Kong in der Warteschlange
Kino im Bild
Zwei Wochen lang konnte man die „Kinohelden“ des gleichnamigen Jugendwettbewerbs der Kunst- und Musikschule in der Hauptstelle in Velbert-Mitte sehen. Die Ausstellung ging jetzt mit der Prämierung der Gewinner zu Ende.