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Erfolgsmodell mit Schwächen

05.01.2010 | 19:20 Uhr
Erfolgsmodell mit Schwächen

Essen. Wir fragten Kunden des VRR über ihre Erfahrungen. Diese fielen in der Regel nicht gut aus.

Stillstand

Wie vor 30 Jahren wird auf verschiedenen Spurweiten gefahren, auf verschiedenen Frequenzen gefunkt, an den Stadtgrenzen kehrtgemacht. Wie vor 30 Jahren gibt es weiterhin 27 Mitgliedsunternehmen mit 27 Vorständen, 27 Aufsichtsräten, 27 Verwaltungen, usw.. Die Verwaltung des VRR ist als 28. hinzugekommen. Von Rationalisierungen und Fusionen zur Kostendämpfung hört man wenig bis gar nichts. Kein Wunder – bieten doch alle diese Unternehmen gut dotierte Posten für unsere Politiker und deren Günstlinge.

Dr. Martin Brüning, Duisburg

Zu wenig Info

Die Fahrgäste sind oftmals darüber verärgert, dass die Informationen auf den Bahnhöfen und in den Zügen nicht ankommen. In vielen Fällen wären Kunden zufriedener, wenn Sie aktuell informiert würden.

Jürgen Kriegel, Bochum

Verspätungen

Viele Jahre lang musste ich von Wiemelhausen nach Langendreer zur Arbeit. Rund zehn Kilometer, mit dem Auto in zwölf Minuten zu schaffen. Mit dem Bus jedoch begibt man sich auf eine Reise von über einer Stunde, vorausgesetzt man bekommt die Anschlüsse. Das scheitert oft daran, dass Busse zu früh kommen und einfach schon weg sind, wenn die Bahn mit Verspätung ankommt.

Kerstin Bomke

Vorzüge kennenlernen

Ich finde in der Diskussion über den VRR die Kritik schade, die von Gelegenheitsbahnfahrern gern geäußert wird. So auch die Kritik an der Zuverlässigkeit und Informationspolitik der Deutschen Bahn oder anderer Verkehrsunternehmen. Ich kann dem nur entgegensetzen, wer auf ein Auto verzichtet und sich wirklich auf den ÖPNV einlässt, der wird ganz schnell die Vorzüge kennenlernen.

Paul Reinker, Essen

Linien gestrichen

Wo sind all die Tram-Linien geblieben, die Buslinien? Stattdessen quälen wir uns jeden Tag durch Staus. Dann sind wir noch so dumm und bauen die Autobahnen aus. Wenn wir dafür dann das Geld komplett zum Fenster rausgeworfen haben, merken wir, dass das Benzin so teuer geworden ist, dass niemand sich eine Autofahrt leisten kann.

Michael Körber, Gelsenkirchen

Haltestelle weg

Vor zwei Jahren wurde die Bushaltestelle, an der meine Kinder in den Bus zur Schule stiegen, gestrichen. In diesem Jahr wechselte meine jüngste Tochter zum Gymnasium. Am ersten Tag blieb sie an der Schule stehen, weil der Bus zu voll war, mit ihr blieben noch mehrere Kinder stehen. Das ist mehrmals vorgekommen. Ich habe schon überlegt, nach Hamburg auszuwandern, von diesem Nahverkehrssystem kann sich der VRR eine Scheibe abschneiden.

Mona Falkenberger, Bottrop

Die Bahn ist schuld

Der VRR ist ein Erfolgsmodell. Es hat nur einen Schwachpunkt: die Deutsche Bahn. Die kommunalen Verkehrsbetriebe und die DB Regio in einem Atemzug zu nennen, tut daher ersteren Unrecht.

Hier: Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Sauberkeit, menschenfreundliche Takte, gute Information und Sicherheit. Dort: Verspätungen, Ausfälle, mangelhafte Durchsagen, abschreckende Takte, ungepflegte Haltepunkte und fehlendes Sicherheitspersonal.

Klaus Döhmer, Bochum

Anschluss verpasst

Die Einrichtung des VRR war eine gute Idee, es hat schon Vorteile, dass man nicht mehr viele Einzeltickets lösen muss. Allerdings ist noch vieles verbesserungsbedürftig: Wenn man von Kirchhellen nach Osterfeld zwei Stunden braucht, weil der Anschlussbus gerade losfährt, wenn man am Umsteigepunkt ankommt, ist das nicht gerade fortschrittlich.

Lothar Sädtler, Bottrop

Mehr Kompetenzen

Der VRR könnte mehr ausrichten, wenn man ihm mehr Kompetenzen überließe. Als Beispiel sehe ich den großen Streit des VRR mit der DB-Regio über Pünktlichkeit und Sicherheit der Züge. Der VRR hatte hier Millionen Euro einbehalten, um die Bahn zu zwingen ihre Pflichten zu tun. Leider ohne Erfolg für den VRR. Bernard Prehn

Nachts ein Gräuel

Meine Erfahrungen sind durchwachsen. Tagsüber kommt man gut bis mäßig fast überall hin. Aber nachts ist es ein Gräuel. So sollte die Fahrt von Herne-Röhlinghausen nach Herne-Mitte auf einmal 4,50 Euro statt 2,30 Euro kosten, weil es nachts nur den Umweg über Bochum gibt. Dabei ist mir die Strecke doch egal, denn das Ziel ist das Ziel und nicht der Weg.

Thorsten Möhring, Herne

Martin Tochtrop

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Kommentare
07.01.2010
18:50
Erfolgsmodell mit Schwächen
von Werner Hoffmann | #1

30 Jahre VRR = 30 Jahre Kirchturmdenken im ÖPNV. Warum? Staßenbahnschienen enden an den Stadtgrenzen, stillgelegte Strecken werden trotz dringenden Bedarfs nicht reaktiviert, Verbindungen vom Stadtrand zum Stadtrand der Nachbarstadtnur sind nicht ausreichend vorhanden oder werden eingestellt. Innovativer ÖPNV sieht anders aus, Beispiele wie es besser gehen kann gibt es anderswo genug! Die Verkehrsbetriebe des VRR wurschteln jeder für sich dahin, Geld spielt keine Rolle, der Bürger zahlt ja für diese verkorkste Nahverkehrspolitik!

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