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Energiekonzerne fordern Staatshilfe für Klimaschutz

03.04.2009 | 11:07 Uhr
Energiekonzerne fordern Staatshilfe für Klimaschutz

Düsseldorf. Politik und Kraftwerksbetreiber setzen große Hoffnung in die Abscheidung und Lagerung von CO2. Doch die Energiekonzerne fordern Hilfe vom Staat, um ihre Kohlekraftwerke mit neuer Klimaschutz-Technologie auszurüsten. Der Staat soll auch Mitverantwortung für den Gas-Transport übernehmen.

Die Unternehmen wollen nur dann Milliarden in die Abtrennung und unterirdische Speicherung von Kohlendioxid (CO2) investieren, wenn der Staat Fördergelder bereitstellt und Mitverantwortung für den Transport des Gases übernimmt. „Die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen, deshalb brauchen wir eine Anschubfinanzierung. EU und Bund haben die Möglichkeit, Fördermittel bereitzustellen”, sagte Johannes Lambertz, Vorstandsvorsitzender von RWE Power, zur WAZ.

Werbung um Vertrauen

Angesichts der hunderte Kilometer langen Kohlendioxid-Pipelines, die künftig zu den Lagerstätten in Norddeutschland führen sollen, warb Lambertz um Akzeptanz und um das Vertrauen der Bürger. „Es ist noch viel Aufklärungsarbeit nötig”, sagte Lambertz mit Blick auf die in NRW anhaltenden Proteste gegen Chemiepipelines und Kohlekraftwerke. NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) warnte, dass Bürgerprotest gegen Investitionen den Industriestandort NRW schwächen: „In Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise wird diese Debatte gefährlich.”

Politik und Kraftwerksbetreiber setzen große Hoffnung in die Abscheidung und Lagerung von CO2. Die so genannte CCS-Technik gilt als einziger Ausweg, um angesichts strenger Klimaschutz-Auflagen weiter Strom aus Kohle zu erzeugen. Kritiker argumentieren hingegen, die Technik sei zu teuer und berge Risiken.

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Jürgen Polzin

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03.04.2009
10:51
Energiekonzerne fordern Staatshilfe für Klimaschutz
von kritischer Leser | #7

Ja, so haben das die Energiekonzerne gerne: Gewinne privatisieren, Verluste/Risiken sozialisieren!! Ist ja schon bei den Atomkraftwerken so! Gehts eigentlich noch unverschämter?

03.04.2009
10:49
Energiekonzerne fordern Staatshilfe für Klimaschutz
von LongRider61 | #6

Kann die Forderung nur wiederholen, und es sollte schnellstens wieder eingeführt werden:

Teeren, Federn, aus dem Land jagen

03.04.2009
10:27
Energiekonzerne fordern Staatshilfe für Klimaschutz
von Roush | #5

Die Stromer haben trotz hoher Investitionen Milliardengewinne verbucht. Anstatt daraus wenigstens einen Teil der Subventionen zurück zu zahlen, wollen sie immer neue und noch mehr Zuwendung vom Staat. Der Staat ist aber die Allgemeinheit. Das Geld fehlt dann anderweitig.

Wenn wir mal alle Subventionen auf die Energiepreise umlegen, ist das der wahre Preis, den unsere Gesellschaft dafür zahlt.

Das ewige Geschacher ist sinnfrei und hat mit Verstand nichts mehr zu tun.
Ich bin gespannt, wie lange diese Abzocke noch weitergeht.

03.04.2009
10:25
Energiekonzerne fordern Staatshilfe für Klimaschutz
von Fritz890 | #4

Reicht es nicht das den Unternehmen seit Jahren die Emmisionsrechte in Milliardenhöhe geschenkt werden ? Grundversorger ( Strom, Wasser ) verstaatlichen und gut ist. Der Staat kann dann auch gerne Gewinn erwirtschaften, dann hat er was davon und die Verbraucher haben auch was davon, weil keine Kursgeilen Manager am Ruder sitzen - was nicht an der Börse gehandelt wird ist auch nicht so Geldgeier gefährdet...

03.04.2009
10:15
Energiekonzerne fordern Staatshilfe für Klimaschutz
von sternenfahrer | #3

Die CO2-Speicherung ist eine gigantische Schnapsidee und nur ein Versuch, die Monopolstrukturen der Energiekonzerne zu retten!
Wie viele Hunderttausend Jahre wollen sie denn das CO2 lagern?
Wenn staatliche Gelder in dieses Projekt fließen, dann fehlen die zur Entwicklung erneuerbarer Energien, wie z. B. bessere Speicherung von Solar- und Windenergie, intelligente Netze etc.
Wenn jeder sein eigenes Solarkraftwerk auf dem Dach hat, dann brauchen wir keine RWE, EON und wie sie alle heißen mehr. Genau das wollen die Energiemanager aber nicht.

03.04.2009
09:04
Energiekonzerne fordern Staatshilfe für Klimaschutz
von Meinemal | #2

Immer das gleiche Geschäft. Milliarden Euros wurden zur Anschubfinanzierung in die AKW´s gesteckt. Jetzt soll der Steuerzahler die CCS-Technik vorfinanzieren. Danach steigen zwangsläufig die Strompreise wieder, da ja alles teurer geworden ist, als vorher angedacht. Und wozu brauchen unserer Strommonopolisten ihre vom Stromverbraucher ergaunerten Milliardengewinne ? Für Managergehälter, Boni oder Dividenden ? Wofür brauchen wir Privatunternehmen, wenn das wirtschaftliche Risiko allein vom Steuerzahler getragen wird ? Fragen über Fragen.

03.04.2009
09:01
Energiekonzerne fordern Staatshilfe für Klimaschutz
von kaeptnahoj | #1

Die Industrie fordert hier, dass Risiko und Kosten sozialisiert werden, d.h. der Steuerzahler wird zur Kasse gebeten. Wird die Industrie denn im Gegenzug die Gewinne auch sozialisieren oder davon lieber Millionenprämien an ihre Manager auszahlen?

Warum soll es im übrigen nötig sein, weiter auf die veralteten Kohlekraftwerke zu setzen statt in saubererern Gaskraftwerke zu investieren? Frau Thoben betätigt sich hier als Steigbügelhalterin der Kohlelobby, handelt aber nicht im Interesse der Bürger, was ihr eigentlicher Auftrag als gewählte Volksvertreterin wäre.

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