Eine Dosis Leben
07.01.2010 | 17:09 Uhr 2010-01-07T17:09:00+0100Die NRW-SPD hat verstanden: Sie will wieder Volkspartei sein.
Damit folgt sie der Linie ihres neuen Parteichefs Sigmar Gabriel, der den Delegierten im November zurief: „Wir müssen dahin, wo es laut ist, wo es brodelt, wo es manchmal riecht."
Das hat sich NRW-Chefin Hannelore Kraft zu Herzen genommen: Am Dienstag hat sie einen Tag lang in einer Duisburger Näherei verbracht und selbst gesäumt, gekettelt und natürlich mit den Arbeiterinnen gesprochen. Bis zum Feierabend hatte sie allerhand von den wirtschaftlichen und persönlichen Nöten der dort arbeitenden Frauen gehört.
Wie Kraft wollen nun alle SPD-Landtagskandidaten mehrere Tage in Betriebe gehen, um sich eine Dosis Lebenswirklichkeit zu holen. Natürlich ist das Wahlkampf pur und könnte als peinliche Anbiederei von Politprofis ans gemeine Volk abgetan werden. Dennoch verdient diese Aktion Respekt. Die SPD scheint nun kapiert zu haben, dass die seit den 70er Jahren in die SPD geströmten Lehrer, Sozialarbeiter und Soziologen mit ihren verquasten, abgehobenen Diskussionen die einstmals stolze Volkspartei dem Volk entfremdet haben. Im Übrigen: Politiker trifft Bürger ist immer gut.

05:26
Ich denke, das hat nichts mit Show zu tun.Ich war auf der Veranstaltung nach dem Arbeitstag in Duisburg. Zunächst einmal wurde nicht publik gemacht, wo die Politiker genau waren, auch in der WAZ stand nichts konkretes. Abends gab es dann eine wirklich erkenntnisreiche Diskussion mit gaaaanz klaren und auch selbstkritischen Worten von Frau Kraft in einer Offenheit, die ich mir von einem Politilker wünsche.Wenn das der Weg der SPD ist, dann ist er genau richtig, Es muss dringend das Gleichgewicht zwischen den großen Volksparteien wieder hergestellt werden und Frau Kraft hat wohl kapiert, was zu tun ist : Offen und ehrlich mit klaren Worten auch unbequeme Dinge ansprechen. Vor allem habe ich endlich einmal wieder eine politische Streitkultur erlebt, wie ich sie mir wünsche. Nicht dieses, wir haben uns alle lieb und leben heute in einer Konsensdemojratie,,,, Politik muß klar darstellen wo sie steht und eine Partei muß andere Konzepte haben als die andere Partei, sonst funktoniert eine Demokratie nicht. Bravo, Frau Kraft, wenn das der Auftakt dazu war wieder politisch zu diskutieren.
22:14
Ich bin nun seit meinem 16. Lebensjahr beruifstätig, unterbrochen von Schule und Unoversität. Ich habe in den Jahren auf dem Bau, in Galvaniken, in der Montage und in ganz vielen anderen Jobs gearbeitet.
Da ich am 9. Mai auch für den Landtag kandidiere, finde ich diese Firmenpraktika gut. Denn nicht alle Kandidaten und Abgeordneten kennen die Lebenswirklichkeit der Arbeitswelt, gerafe im produzierenden Gewerbe. So ein Einblick ist zwar kein wirkliches Arbeiten im Betrieb, aber es gibt zumindestens Einblicke in das normale Leben. Ich schaue noch was ich mache, vielleicht mal eine Nachtschicht im Krankenhaus oder bei der Polizei. Das als Wahlkampf abzutun, ist zu kurz gegriffen.
21:08
Alles nur Show und Schaulaufen! Als wenn das einer denen aus der SPD noch abnimmt, dass die sich für den kleinen Mann interessieren! Das rettet diese partei auch nicht mehr!