Ein Vogelparadies im Südatlantik bläst zur Rattenjagd

London..  Die Insel Südgeorgien war einmal ein Paradies für seltene Seevögel. Bis zu 100 Millionen könnten darauf gelebt haben, schätzen Wissenschaftler. Damit zählte die Insel im Südatlantik zu den wichtigsten Lebens- und Bruträumen auf hoher See überhaupt. Dann kamen James Cook und mit seinem Schiff die Ratten. Die sind mittlerweile zur Plage geworden und fressen Eier und Küken. „Die Insel ist nur noch ein Schatten ihrer selbst“, sagt Tony Martin, der an der Universität im schottischen Dundee über die Wiederherstellung von Lebensräumen forscht. 2011 verteilten die Artenschützer erstmals Giftköder auf einem Teil der rund 3800 Quadratkilometer großen Insel, 2013 übersäten sie ein zweites Gebiet. Nun beginnt die letzte Phase: Per Schiff müssen drei Hubschrauber und Treibstoff durch raue See nach Südgeorgien gebracht werden. Ob die Schädlinge dann wirklich alle tot sind, kann man erst etwa zwei Jahre später halbwegs sicher sagen.