Das aktuelle Wetter NRW 12°C
Kommentar

Ein Unrecht wird öffentlich

13.08.2009 | 18:45 Uhr

Der „Runde Tisch zur Heimerziehung in den 50er- und 60er-Jahren” kann seine Arbeit fortsetzen.

Auch wenn der Verein für ehemalige Heimkinder, der eigene Anwälte an den Tisch entsenden wollte und mit diesem Wunsch vor Gericht nun gescheitert ist, das anders sehen mag: Das ist eine gute Nachricht.

Denn endlich kann dieses vom Bundestag eingesetzte Gremium, dem neben einstigen Heimkindern auch Kirchenvertreter, Wissenschaftler und Politiker angehören, ans Werk gehen. Kann sich von internen Querelen befreit mit dem Schicksal jener geschätzten 700 000 Menschen beschäftigen, die in konfessionellen Kinderheimen geschlagen, missbraucht und zur Arbeit gezwungen wurden. Die, die als Kinder die Hölle auf Erden erlebten, bekommen nun die Aufmerksamkeit, die ihnen gebührt. Endlich entwickelt sich das Bewusstsein, dass die damalige Erziehungspraxis unter den Augen beider Kirchen Unrecht war.

Der Runde Tisch wird beraten, wie man den Opfern helfen kann. Diesen Menschen, die heute zwischen 50 und 60 Jahre alt sind, ist eine Aufarbeitung ihrer Geschichte zu wünschen. Eine Entschädigung ebenso.

Silke HOOCK

Facebook
 
Kommentare
20.08.2009
00:38
Ein Unrecht wird öffentlich
von Erika Tkocz | #6

Das Vereinsmitglied HEK
Hier sieht man eindeutig wie Menschen, die frustriert sind argumentieren. Sie werden persönlich und unsachlich. Es ist doch keineswegs verwerflich, dass hier beispielsweise H Jakob die Hilfe vom VEH gesucht hatte. Bis Februar dieses Jahres zeigte sich der VEH auch nicht so wie er es nun unter der Flagge der Rechtsanwälte und der Giordano Bruno Stiftung machte. Der Verein hat den Prozess verloren, ein unsinniger Prozess der den Runden Tisch bei Erfolgsklage ins Wanken gebracht hätte. Wir sind ganz sicher nicht die einzigen ehemaligen Heimkinder die darüber verärgert sind und so zeigt sich die Argumentation von HEK geradezu als unsinnig. Damit ist noch lange nicht definiert, was nun das Ergebnis des Runden Tisches sein wird, darauf haben wir ehemaligen Heimkinder keinen Einfluss, weil er auf good will zusammenkam. Aber es ist ein schon fast immer wieder kehrendes Verhalten von einigen Mitgliedern des VEHs, die alles was eine andere Meinung hat als sie in einer aggressiven und unsachlichen Art und Weise angreifen. Es ist doch verständlich, dass am Runden Tisch auch die Heime mit einbezogen werden sollen, in denen behinderte Menschen lebten wie beispielsweise das J-H Heim in Volmarstein. Nun Leser sind ja in der Lage sich ihr eigenes Bild solcher Äußerungen zu machen. Bedauerlicherweise zeigt diese Haltung einiger Mitglieder vom VEH keine Einsicht und Lernfähigkeit, so werden wir wohl noch weitere unangenehme Überraschungen erwarten dürfen, die sicherlich nicht förderlich für die Arbeit des Runden Tisches sind.

Oerni

19.08.2009
10:08
Ein Unrecht wird öffentlich
von HEK | #5

Die Kommentare des Helmut Jakob und Erika Tkocz (allias Oerni im Diakonie Forum) entsprechern ihrem Frust, weil die behinderten ehem. Heimkinder nicht am Runden Tisch vertreten sind.und auch ihr immer wieder geforderter Dierk Schäfer dort nicht Platz nehmen konnte. Soweit wäre der Kommentar verständlich. Dass die Beiden sich aber erdreisten in die Vereinsangelegenheiten des VEH einzugreifen, ist billig und zeigt kein Demokratieverständnis.
Helmut Jakob, der immer bettelte, dass wir vom VEH ihn bei seinen Versuchen, die ehem. behinderte Heimkinder am Runden Tisch zu etablieren, zeigt in diesem Kommentar, dass es ihm um seine Empfindlichkeit und nicht um die Heimkinder geht.. Es gibt schon meherer solche selbsternannten Sprecher, die meinen, nur Sie wären die wahren Helden und der Rest müsse Hurra rufen.
Nun gut sollen Sie auf den Zwischenbericht warten und auf das Ende des RT, hoffentlich sind sie dann nicht enttäuscht, denn der runde Tisch befindet sich in einem rechtsfreien Raum und wird die Erwartungen vieler Heimkinder nicht erfüllen.

18.08.2009
21:51
Ein Unrecht wird öffentlich
von Erika Tkocz | #4

Wiederholungszwang
Wenn es so etwas gibt wie „ich mache gerne Fehler und werde sie auch gerne wiederholen“ könnte man so den Verein der ehemaligen Heimkinder beschreiben. Konkrete Hilfestellung beispielsweise bei der Aufklärung der damaligen grausamen Verhältnisse in den Heimen haben sie nicht anzubieten. Das was sie bis jetzt gemacht haben sind rechtliche Schritte gegen den Runden Tisch zu unternehmen, weil sie der Auffassung sind dass es eine Ungleichheit in der Gewichtung der Zusammensetzung gibt. Erreicht haben sie bisher nichts, aber man könnte ja fast meinen, dass sie sich in den Gerichten häuslich niederlassen wollen. Aber so ist das nun bei Irrtümer bzw. Fehler, sie sind dafür da immer wieder gemacht zu werden und es gibt offensichtlich in der Vereinsspitze kein Mensch der mal mit lauter Stimme ruft:“Aufhören“.
Nun hoffen wir mal, dass trotz der Klagelieder des VEHs die Arbeit am Runden Tisch weiter geht!!!

Oerni ehemaliges Heimkind

18.08.2009
21:26
Ein Unrecht wird öffentlich
von Helmut Jacob | #3

So leicht dürfte es der Verein ehemaliger Heimkinder zukünftig nicht mehr haben, die Interessenvertretung aller Heimopfer zu beanspruchen. Immerhin hätte er fast eine kleine Katastrophe angerichtet. Hätte nämlich ihr Rechtsbeistand am Runden Tisch Platz nehmen dürfen, wäre Antje Vollmer mit Sicherheit ausgestiegen. Damit wären 3 Jahre Aufarbeitung der Verbrechen in den 50er bis 70er Jahren erst einmal auf Eis gelegt worden, bis ein anderes Konstrukt das Thema wieder aufgegriffen hätte.

Der VeH ist aufgerufen, sich für seinen Egoismus und seine Rücksichtslosigkeit etlichen 10 000 anderen ehemaligen Heimkindern und -Jugendlichen gegenüber zu entschuldigen. Er muß jetzt begreifen: Will er wirklich mehr als seine Mitglieder vertreten, muß er das Ohr am Volk haben und hören, was die anderen Heimopfer ihm flüstern. Ich fürchte, solange er nicht seinen Rechtsbeistand in die Wüste schickt, wird diese Einsicht nicht gelingen.

Das Urteil ist für den Runden Tisch aber kein Persilschein. Alles wartet gespannt auf den Zwischenbericht Dezember 2009 oder Januar 2010. Wenn darin nicht konkrete Zusammenfassungen seiner Palaverrunden und erste Erkenntnisse zum Thema Empfehlungen für den Bereich Entschuldigung bis Wiedergutmachung erkennbar werden, kann der Kreis sich warm anziehen. Die Heimopfer werden es nicht mehr dulden, weiterhin Opfer von Verzögerungstaktiken zu sein. Die Vertreter der Kirchen und der staatlichen Stellen müssen beginnen, die Katze aus dem Sack zu lassen.

Helmut Jacob

18.08.2009
06:51
Blockierter Kommentar.
von Thomas.Lau | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

14.08.2009
19:27
Ein Unrecht wird öffentlich
von Heimzögling | #1

Und was ist mit denen die die Heimerziehung nicht überlebt haben? Viele sind nicht mal 40 Jahre alt geworden. Haben keine Kinder bekommen. Die Caritas ist der Schlimmste Verein gewesen, der sich an unehelichen Kindern vergangen hat. Der Runde Tisch Heimkinder will die Opfer (verstorbenen) der Heimerziehung auch nicht auflisten. Alleine aus den Caritas Kindheim in Hennef „Schloss Allner“ waren über 500 Kinder und nur der LVR in Köln weiß wie viele Kleinstkinder das überlebt haben. Wir kennen nur eine. Einfach mal Schloss Allner Google’n

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/94089/create

Umfrage

Hat Schweden zurecht den ESC gewonnen?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Der Weg zum Smartphone
Bildgalerie
Fotostrecke
Literatur-Nobelpreisträger
Bildgalerie
Auszeichnung
Nominierungen für den Europäischen Filmpreis 2009
Bildgalerie
Filmpreis
Foto
Von der Leyens Karriere
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Hilfsbedarf steigt akut
WAZ-Info
In immer mehr Familien wird Hilfe benötigt, um den alltäglichen Anforderungen gerecht zu werden. Für die Allgemeinheit wird das teuer.
Mit King Kong in der Warteschlange
Kino im Bild
Zwei Wochen lang konnte man die „Kinohelden“ des gleichnamigen Jugendwettbewerbs der Kunst- und Musikschule in der Hauptstelle in Velbert-Mitte sehen. Die Ausstellung ging jetzt mit der Prämierung der Gewinner zu Ende.