Ein Tor zuwenig, ein Tor zuviel
19.02.2010 | 13:03 Uhr 2010-02-19T13:03:00+0100
Essen. Geschichte ist, wenn man richtig zitiert. In diesem Sinne: "Bereit, wenn Sie es sind", dachte sich ein rühriger Bestatter aus dem zumindest teilweise zu Morbidität neigenden Österreich für seine Werbekampagne aus.
Für das Kulturhauptstadtjahr hat sich das Ruhrgebiet fein gemacht. Auch die Hauptschlagader der Region, wurde herausgeputzt. Bunte Verblendungen kaschieren die Betonwände der A40.
Und an den Brücken über dem Essener Abschnitts des Ruhrschnellwegs wird dem größten Fußballsohn der Stadt gehuldigt. „Rahn müsste schießen”, heißt es an der ersten Brücke Richtung Dortmund, „Rahn schießt” auf der zweiten und „Tor! Tor! Tor!” auf der dritten. Der letzte Buchstabe wurde erst kürzlich medienwirksam vom sich zuständig fühlenden Landesverkehrsminister Lutz Lienenkämper (Foto: Oliver Müller) aufgehängt. Dafür nahm man notgedrungen einen kleinen Extra-Stau in Kauf nahm, was ein Licht auf die Kultur des Wahlkampfes wirft.
Inzwischen ist vielen aufgefallen, das Herbert Zimmermann in seiner finalen Radioreportage 1954 viermal „Tor!” gerufen hat. Ein Tor fehlt also. Ein Kandidat dafür wäre sicher der Herr Minister. Aus! Aus!
"Wir sind allzeit für Sie bereit", das ist scheinbar für einen Bestattungsunternehmen ein ganz normaler Werbespruch. Im österreichischen Raab bekam der Satz durch seine öffentliche Platzierung eine andere Bedeutung. Er stand auf einem Volvo-Leichenwagen, positioniert an einer unfallträchtigen Kreuzung. Ein ortsansässiger Totengräber hatte sich die Kampagne von einem für schwarzen Humor bekannten PR-Profi kalkulieren lassen. Die Rechnung mit der öffentlichen Entrüstung ging auf. Vom österreichischen Staatsfernsehen gibt es hier ein Video zu sehen: http://ooe.orf.at/stories/423870/
In Deutschland gab es im Jahr 2000 eine Kampagne, die ähnlich mit dem Thema Tod auf Rädern spielte. "Hallo Raser, wir warten" stand dem Plakat des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (Bild links). Das Video dazu findet sich hier: http://www.dvr.de/site.aspx?url=html/presse/radio_tv_film/tv410.htm
Jetzt im Rennen um mehr Verkehrssicherheit sind die Riesenposter an den Autobahnen mit nachempfundenen Todesanzeigen von Unfallopfern.
Der österreichische Bestatter und sein PR-Mann haben schon die nächste Idee, das Geschäft mit dem Tod zu vermarkten: ein Sarg-Kalender mit ohne Leichentuch bekleideten Models.

10:43
Nach „schießen“ müsste zudem ein Leerzeichen vor der Ellipse (…) stehen.
06:23
Diese Buchstaben (die richtig verdreckt bestimmt noch besser zum Image des Ruhrgebiets beitragen)
sind so was von billig und überflüssig, dass man die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen sollte.
Wer hat dafür die Kohle bewilligt?
19:20
Mieserabler Artikel! Was die A40 mit Österreich und die Fußballsprüche zur Kulturhauptstadt mit der Raser-Kampagne vor 10 Jahren zu tun haben, weiß wohl nur der Verfasser selbst. Dazu wäre es ratsam, den Senf, den hier mancher Redakteur verzapft, vor dem Online stellen nochmal Korrektur zu lesen!
15:49
Was für ein schlechter Artikel. Wo ist der Zusammenhang zwischen der A40 und dem Bestatter? Und an welcher Schule hatte dieser Autor Deutschunterricht?
15:17
Ich fahre da immer so schnell, daß ich nach dem ersten gelesen Tor schon nicht mehr weiterlesen kann.-
12:41
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12:03
Alle Tor sind überflüssig.
00:32
Aus dem Hintergrund ...
... schießen ...
War Helmut Rahn Amokläufer oder Außenläufer?
21:18
Den Stadionabwürgern möge der Name Rahn und die Geschichte des RWE im Halse steckenbleiben.
Sich mit diesen Federn zu schmücken ist ja wohl ne Frechheit.
20:07
Bisher war die A40 nur meine Lieblingsautobahn. Jetzt ist sie auch noch eine Attraktion für meine Besucher, wenn ich sie von Frohnhausen zum Bahnhof fahre. Mir ist es egal, ob das Zitat nicht 100%ig stimmt. Meine Freundin fand es lustig.