Ein Schrecken ohne Ende
13.03.2008 | 17:01 Uhr 2008-03-13T17:01:00+0100Grey-Chef Frank Dopheide ist einer der besten Werber, die die Branche in den vergangenen Jahren hervorgebracht hat. Er kann begeistern, provozieren, aufwecken. Zudem stammt er aus dem Ruhrgebiet und kennt somit die Region genau. Mit der neuen Ruhr-Kampagne aber liegt er völlig daneben.
Das hat Gründe: Der oberste Werber der Düsseldorfer Agentur hat von seinen Auftraggebern, den reichen Konzernen im Initiativkreis, keinen klaren Auftrag erhalten. Die Idee, eine Dachmarke fürs Ruhrgebiet zu erfinden, ist unmöglich angesichts der Realitäten. Dortmund kokettiert mit Westfalen, der Kreis Recklinghausen linst zum Münsterland, Duisburg zum Rheinland. Hier hockt zusammen, was allzu oft nicht zusammen hocken will.
Das ehrenwerte Engagement der Unternehmen fürs abfallende Revier ist nicht hoch genug zu schätzen. Deren Vertreter hätten bei der ersten Präsentation ihr Veto einlegen müssen. Zwar rollte mancher die Augen, am Ende aber stimmten alle zu. Das Ergebnis ist ein Schrecken ohne Ende, statt ein Ende mit Schrecken. Anders herum wäre es besser gewesen.
> Bericht: Aus Ruhrgebiet soll Ruhr werden
17:34
Ein Schrecken ohne Ende?
Dann doch lieber ein Ende mit Schrecken, und das Ruhrgebiet auflösen.
Es war und ist immer noch Rheinland und Westfalen. Da kann auch noch so viel Werbung gemacht werden. Mit noch so viel Geld schreibt man keine Geschichte um. Ein Separatismus des Ruhrgebiet ist doch ein sinnloses unterfangen. Das Geld für Werbung in den Rhein-Ruhr-Raum, oder gar gleich für NRW zu verwenden wäre viel besser angelegt.
Träumt weiter, ihr Ruhris, ohne Kohle und Stahl wird sich der Pott sich wieder auflösen, und wieder Rheinland und Westfalen werden, kann man da nur noch Sagen.
22:09
Es ist jetzt unfair, alles an Dopheide auszulassen.
Grundsätzlich ist das aber alles sehr sehr unüblich . Die Annahme das das N eine n-te im Sinne einer viralen Kampagne gewesen sein könnte, passt zu einer Agentur dieser Klasse. Der Pr Gau im Vorfeld und jetzt die profesionelle Präsentation längst abgewatschter Konzepte, die doch ernst gemeint sind, verwundert dann doch.
19:11
Duisburg mag nach dem Rheinland linsen - Köln hat aber erklärt, dass es mit Bonn zusammen arbeiten will. Im Kreis Recklinghausen geht es nur um CDU und Bürgerliste un Haltern und Dorsten. Dortmund pokert, wird aber nie austreten - es wird im Rat keine Mehrheit geben. Das Ruhrgebiet braucht einen gemeinsamen Auftritt. Im Ausland werden die einzelnen Städte doch gar nicht wahrgenommen. Das mögen die OBs nicht gerne hören, sie sind allerdings nur die Oberhäupter eher mittelmäßiger Städte. Nur das Ruhrgebiet als Ganzes hat zumindest eine Chance auf Wahrnehmung.