Ein Deutscher macht sich in New York einen Namen
09.10.2008 | 13:21 Uhr 2008-10-09T13:21:00+0200New York. Vom Tellerwäscher zum Millionär oder besser: vom Schnitzel zum Steak. Wie sich der Deutsche Wolfgang Zwiener in der Weltmetropole New York einen Namen machte.
Geschirr abwaschen musste Wolfgang Zwiener nur in seinen Lehrjahren. Bis zum Millionär benötigte der Kellner dann fast fünf Jahrzehnte. Der gebürtige Bremer hat in New York seinen Weg gemacht. Eine deutsche Erfolgsgeschichte in den USA.
Ein gemachter Mann
Nach fast 50 Jahren als Kellner begrüßt Wolfgang Zwiener nun als gemachter Mann seine Gäste im Erdgeschoss des einstigen Vanderbilt Hotels an der Park Avenue. Das Steakhouse, dass er hier vor vier Jahren in Manhattans feinster Gegend eröffnete, bietet 120 Plätze. Kein einziger von ihnen ist in den frühen Abendstunden frei. Im Eingangsbereich des „Wolfgang's“ drängeln sich hungrige Menschen. Viele müssen sich die Wartezeit an der Bar vertreiben. Für ein Restaurant herrscht ungewöhnlicher Lärm. Zwiener hat sich trotz des Trubels die höfliche Zurückhaltung eines vornehmen Kellners bewahrt. Respektvoll behandelt der 69-Jährige jeden einzelnen seiner Gäste. „Ein guter Kellner muss Menschen lieben“, sagt er. Zwiener wirkt wie hineingemalt in das edle Ambiente. Und die Amerikaner mögen ihren „Preußen”. Sie schätzen seine kultivierte, fast schon aristokratische Art. Zwieners Ausgeglichenheit legt sich wie Balsam auf die Seelen der stets gestressten New Yorker, die den Weg zu ihm gefunden haben.
Als junger Mann besuchte Zwiener in Bremen die Restaurant-Schule, heuerte als Kellner bei einer deutschen Kreuzfahrt-Linie an und landete zwei Jahre später, 1960, in New York. Im East Village servierte Zwiener zunächst Schnitzel und Bier. Aufwärts ging es, als er 1964 in ein Steakhaus am Fuße der Williamsburg Bridge in Greenpoint, Brooklyn, wechselte. Peter Luger, ebenfalls ein deutscher Auswanderer, hatte hier im Jahr 1887 seine Gastronomie aufgemacht. Dort schien die Zeit seit der Eröffnung still gestanden zu haben. Schlichtes Inventar, blanke Holztische. Eine kühle Bierhallenatmosphäre, ganz Arbeitermilieu – wie Greenpoint selbst. Gäste waren einfache Leute, fast ausnahmslos Männer. In den folgenden Jahrzehnten sollte sich das Ambiente bei Luger's nicht ändern, wohl aber die Aufmerksamkeit, die das Steakhaus auf sich zog. Luger's machte sich einen Namen in der Gourmet-Szene, sammelte Auszeichnungen in Serie (24-mal in Folge „New Yorks Steakhaus des Jahres”). Noch heute empfiehlt der Michelin-Führer das unscheinbare Haus an der Driggs Avenue. Luger's wurde zur schrulligen Institution. Bis heute werden keine Kreditkarten akzeptiert. Gezahlt wird bar, oder aber mit der Peter Luger-Karte für Stammgäste. Die fortlaufende Nummer liegt momentan bei weit über 70 000. Zwiener stieg dort in den Jahren zum Chefkellner auf, wurde eingeweiht in die Familiengeheimnisse.
Es war die Rückständigkeit seines Arbeitgebers, die Zwiener dazu veranlasste, über die Eröffnung eines eigenen Steakhauses nachzudenken. Während sich Luger's auch nach über 100 Jahren keinen Schritt aus Brooklyn herausbewegte, begann Zwiener einen Neuanfang in Manhattan. „Ich wollte vieles anders machen“, sagt der 69-Jährige. Zu den Änderungen zählen neben dem noblen Ambiente die Akzeptanz von Kreditkarten und die Einführung von Tischdecken. Übernommen hat Zwiener hingegen die spärliche Speisekarte. Es gibt Steak. Für eine, zwei, drei oder vier Personen (40 bis 160 US-Dollar). Einfachste Beilagen komplettieren das Menü. „Unsere Gäste kommen nicht, um stundenlang in der Speisekarte zu lesen“, sagt Zwiener, „sie wollen Fleisch. Das beste, das man bekommen kann.“
Geschäftsidee ging auf
Zwieners Geschäftsidee ging auf. In kürzester Zeit etablierte er in TriBeCa ein zweites Steakhaus in Manhattan. Vor wenigen Monaten kam ein drittes in Beverly Hills, Los Angeles, hinzu. Zusammen mit Sohn Peter will Zwiener weitere Häuser eröffnen. Planungen für Maui (Hawaii) und Miami (Florida) sind weit fortgeschritten. Neben Dubai denkt Zwiener auch an Deutschland. „Berlin, Dresden, vielleicht auch eine Stadt im Ruhrgebiet“, sagt Zwiener, für den sich dann ein langer Kreis schließen würde. Der einstige Tellerwäscher käme als Millionär zurück.

09:50
Habe die Sendung auch gesehen.Mich würde ganz stark interresieren ob Herr Zwiener auch Verwandschaft in Kitzingen hat.Wir machen derzeit einen Stammbaum darüber.Wäre nett wenn wir Auskunft bekämen.
Mit Freundlichen Grüssen
Norbert Zwiener
08:29
Wer hoch steigt, kann auch tief fallen. Die Geschichte eines Herrn Jahn (Wienerwald) lässt grüßen !!!
08:22
Ich hab darüber einen Fernsehbericht gesehen. Der lässt doch tatsächlich das Fleisch im Keller verschimmeln und das ist nicht gerade billig.