Ein „braver” US-Präsident in China
18.11.2009 | 18:27 Uhr 2009-11-18T18:27:00+0100In der Erklärung zum Abschluss des Besuchs von Obama wurden Chinas Interessen stärker betont. Eine Analyse
Peking. Nun hat China den amerikanischen Wirbelwind Barack Obama hinter sich. Eine Obama-Show sind diese vier Tage nicht geworden: Die Pekinger Funktionäre haben ihn ausgebremst, als sie zum Beispiel das Shanghaier „Townhall-Meeting” mit Studenten nicht ins ganze Land übertrugen.
Gleichwohl erwies sich der US-Präsident in China als freundlich, ja fast brav. Er hat alles getan, um seine Gastgeber zu beruhigen: Amerika, so seine Botschaft, stellt sich den Chinesen und ihrem Aufstieg in der Welt nicht entgegen. In einer ausführlichen „Gemeinsamen Erklärung” formulierten beide Seiten Grundsätze für die weitere Zusammenarbeit. Die chinesischen Interessen wurden dabei stärker betont als die amerikanischen.
Obama biss auf Granit, als er versuchte, seine Gastgeber zu überreden, ihre Währung aufzuwerten. Die Amerikaner werfen Peking vor, den Yuan künstlich niedrig zu halten, um ihre Waren billig in den USA verkaufen zu können. Dies sei unverantwortlich, so amerikanische Politiker und Ökonomen, weil es in Amerika Jobs koste.
Der Besuch machte zugleich deutlich, wie stark sich die Gewichte in der Welt verschoben haben. Dabei betrachtet Washington China schon seit geraumer Zeit nicht mehr als den großen Gegner. Bereits unter George W. Bush sprachen US-Politiker von China als „Teilhaber” und erkannten damit an, dass Peking ein wichtiger Spieler auf der internationalen Bühne ist. Obama hat die Politik seines Vorgängers übernommen. Ein Präsident auf Zehenspitzen.
Ohne China, sagt er, sind die großen Probleme dieser Welt nicht mehr zu lösen. Wenn die Volksrepublik den CO2-Ausstoß nicht bald drosselt, wird sich die Erde weiter erwärmen. Sehr überzeugend klingen seine Argumente in den Ohren der Chinesen nicht: Sie wissen, dass Obama sicher gutwillig, aber zu schwach ist, in seinem eigenen Land eine vernünftige Klimapolitik durchzusetzen. Ebenso genau haben Pekings Diplomaten erkannt, dass die USA ohne sie hilflos sind, wenn es darum geht, Nordkorea und den Iran an der nuklearen Aufrüstung zu hindern.
In den 30 Jahren, seitdem sie diplomatische Beziehungen aufnahmen, sind die beiden Länder wirtschaftlich so eng zusammengerückt wie noch nie. Die USA sind die größten Kunden für chinesische Waren. Mittlerweile besitzen die Chinesen fast ein Viertel aller US-Schatzbriefe. Allein an Zinsen muss Amerika ihnen jährlich rund 50 Milliarden Dollar zahlen. Spätestens seit der Finanzkrise kann es sich ein US-Präsident nicht mehr leisten, Peking zu sehr zu verprellen, wenn er nicht teuer dafür bezahlen will.

15:42
Es war nicht nur peinlich, es war beschämend, was heute völlig unmotiviert über dem Bild von Barack Obama zu lesen war. Das ist imperialistisches Gehabe von der Lustigkeit, die einen 12-jährigen auszeichnet: das ist unterste Schublade, ganz hinten, da wo die Dreckschleuder versteckt ist. Wie kann das einer Zeitung mit einer solchen Auflage und einer solchen Verbreitung passieren?
12:31
Ihr Aufmacher zu dem obigen Artikel auf der Titelseite der WAZ vom 19. November 2009 Balack auf del Gloßen Mauel ist nicht nur peinlich, sondern ein Armutszeugnis ersten Ranges.